- 24.07.2026, 13:06:18
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LRin Langer-Weninger: Alarm im Wald: Warum jetzt jeder Borkenkäfer zählt – und Waldbesitzer rasch handeln müssen
LRin Langer-Weninger: Alarm im Wald: Warum jetzt jeder Borkenkäfer zählt – und Waldbesitzer rasch handeln müssen
Hohe Temperaturen, anhaltende Trockenheit und die nächste Käfergeneration stehen vor der Tür: Die Gefahr durch den Borkenkäfer ist derzeit besonders groß. Jetzt entscheidet schnelles Handeln darüber, ob sich der Schädling weiter ausbreitet oder eingedämmt werden kann.
„Der Borkenkäfer ist zwar klein, der Schaden für unsere Wälder aber groß. Gerade jetzt, wo Hitze und Trockenheit den Bäumen zusätzlich zusetzen, ist Aufmerksamkeit besonders wichtig. Wer seinen Wald regelmäßig kontrolliert und befallene Bäume rasch entfernt, schützt nicht nur den eigenen Bestand, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Wälder. Unser gemeinsames Ziel muss sein, eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers so früh wie möglich einzudämmen“, betont Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Ein Borkenkäfer ist nur wenige Millimeter groß – seine Auswirkungen auf unsere Wälder sind jedoch enorm. Denn aus einem einzigen Borkenkäfer-Weibchen können unter günstigen Bedingungen innerhalb kurzer Zeit bis zu 100.000 Nachkommen entstehen. Die derzeitige Wetterlage mit viel Hitze und wenig Niederschlag schafft ideale Bedingungen für den Schädling.
Trockenheit macht Bäume wehrlos
Während der Borkenkäfer von warmem und trockenem Wetter profitiert, geraten die Bäume zunehmend unter Stress. Vor allem Fichten können sich bei anhaltender Trockenheit kaum noch gegen die Käfer wehren. Zusätzlich begünstigen Sturmschäden, Schnee- und Eisbruch oder liegen gebliebenes Schadholz die Ausbreitung. Die Folgen sind in Oberösterreich bereits seit Jahren sichtbar: Immer wieder kam es in den Sommermonaten zu massivem Borkenkäferbefall. Der Klimawandel verschärft diese Entwicklung zusätzlich.
Aktuelle Lage: Jetzt ist besondere Aufmerksamkeit gefragt
Die aktuellen Daten aus dem österreichischen Borkenkäfer-Monitoring zeigen eine hohe Aktivität der Käfer. Besonders kritisch ist, dass derzeit die zweite Käfergeneration heranwächst und neue Bäume befällt. Für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bedeutet das: Jetzt sind regelmäßige Kontrollen wichtiger denn je. Wer einen Befall früh erkennt und betroffene Bäume rasch entfernt, kann verhindern, dass sich die Käfer weiter vermehren und gesunde Waldbestände befallen.
Die hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen im ersten Halbjahr 2026 haben günstige Bedingungen für die rasche Vermehrung des Borkenkäfers geschaffen. Dennoch blieben größere Käferkalamitäten bislang aus. Dazu beigetragen haben die vergleichsweise wenigen Schadereignisse durch Windwurf sowie Schnee- und Eisbruch in den Vorjahren und die konsequente Einhaltung der Waldhygiene durch die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Entsprechend ist die Menge des Borkenkäfer-Schadholzes heuer gegenüber dem Vorjahr (Stand Juni) um rund 14 Prozent zurückgegangen. Diese erfreuliche Entwicklung darf jedoch nicht über die aktuelle Gefahrenlage hinwegtäuschen: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der bevorstehenden zweiten Käfergeneration bleibt die Situation äußerst angespannt und kann sich innerhalb kurzer Zeit wieder verschärfen.
Typische Anzeichen für einen Befall sind feines Bohrmehl am Stamm oder am Boden, kleine Einbohrlöcher, Harzaustritt, verfärbte Baumkronen oder verstärkte Spechtaktivität. Bleiben befallene Bäume oder bereits befallenes Holz im Wald liegen, können die jungen Käfer ungehindert ausfliegen und weitere Bäume angreifen. Deshalb sollten befallene Bäume sowie frisch geschlägertes und bereits befallenes Fichtenholz möglichst rasch aus gefährdeten Beständen entfernt werden. Da sich die Käfer mittlerweile nicht mehr nur an sonnigen Waldrändern, sondern auch im Inneren der Wälder ausbreiten, sollten sämtliche gefährdeten Bestände regelmäßig kontrolliert werden.
Frühwarnsystem für den Wald
Ein wichtiges Hilfsmittel ist das österreichische Borkenkäfer-Monitoring. Das Bundesforschungszentrum für Wald betreibt dieses gemeinsam mit den Landesforstdiensten und den Landwirtschaftskammern. An zahlreichen Standorten werden Käferfallen ausgewertet, um die aktuelle Flugaktivität und die Entwicklung der wichtigsten Borkenkäferarten zu beobachten. Die laufend aktualisierten Daten liefern wertvolle Hinweise darauf, wann das Risiko besonders hoch ist und welche Regionen aktuell betroffen sind. So können Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer rechtzeitig reagieren und größere Schäden vermeiden.
Die Prognose für die kommenden Wochen ist eindeutig
Bleibt das Wetter warm und trocken, wird der Druck durch den Borkenkäfer weiter steigen. Umso wichtiger sind jetzt regelmäßige Kontrollen und rasches Handeln – denn oft entscheiden wenige Tage darüber, ob einzelne Bäume oder ganze Waldbestände verloren gehen.
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Thomas Pürstinger
Presse LRin Langer-Weninger
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