- 23.07.2026, 10:57:35
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Pressemitteilung | Tumorboards in der Krebsmedizin: Wann funktioniert multidisziplinäre Krebsversorgung gut – und wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Pressemitteilung | Tumorboards in der Krebsmedizin: Wann funktioniert multidisziplinäre Krebsversorgung gut – und wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Für die Studie haben Andrea Schweiger, Nicole Grössmann-Waniek, Guido Offermanns, Alexandra Kratki und Tarquin Mittermayr über 3.400 wissenschaftliche Abstracts gesichtet und schließlich 85 Originalarbeiten, die zwischen 2011 und 2025 erschienen sind, ausgewählt. Die einbezogenen Studien stammen aus 16 Ländern, mit einem Schwerpunkt auf Großbritannien und den USA. „Diese Datenbasis erlaubte es uns, die Strukturen, Prozesse, Teamdynamiken und organisatorischen Faktoren zu untersuchen, die die Leistung und Effizienz von Tumorboards beeinflussen“, erklärt Erstautorin Andrea Schweiger, die derzeit ihr Doktoratsstudium an der Universität Klagenfurt absolviert und im Universitätslehrgang „Management in Gesundheitsorganisationen“ als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist.
Für den Erfolg von Tumorboards sind mehrere Aspekte verantwortlich, wie die Studienautor:innen betonen: „Klare Rollen, Verantwortlichkeiten, definierte Abläufe sowie eine strukturierte Vorbereitung und Präsentation der Patient:innen mit ihrer Krebsdiagnose unterstützen eine effiziente Zusammenarbeit. Außerdem ist hoch relevant, dass vollständige klinische Informationen sowie eine einheitliche Dokumentation als Basis für fundierte Entscheidungen vorliegen. Eine offene Kommunikationskultur, aktive Beteiligung aller relevanten Disziplinen und effektive Entscheidungsprozesse fördern die Qualität multidisziplinärer Empfehlungen.“ Für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit sei laut den Autor:innen auch entscheidend, dass hinreichend Zeitressourcen und personelle Ausstattung zur Verfügung stehen, alle Kerndisziplinen vertreten, Governance-Strukturen eingeführt und Qualitätsindikatoren implementiert sind.
Die Ergebnisse zeigen auch eine Forschungslücke, wie Andrea Schweiger ausführt: „Obwohl Tumorboards weltweit etabliert sind, ist bisher noch unzureichend untersucht, wie Qualitätsindikatoren systematisch in den klinischen Alltag integriert werden können, und wie sich die Performance von Tumorboards auf die Patient:innenversorgung und Behandlungsergebnisse auswirkt.“
Das Forschungsteam nutzte die aus der Übersichtsstudie gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung eines Tools, das den Tumorboards zur Verfügung steht. Das Selbstbewertungsinstrument „Austrian Tumor Board Survey (ATS)“ ermöglicht den Teams in Tumorboards, sowohl ihre eigenen Strukturen und Prozesse, als auch die Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung zu bewerten und zu reflektieren. Ziel ist nicht eine Bewertung oder ein Ranking der Teamarbeit, sondern die Unterstützung einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung im Sinne der Patient:innen und des Personals. Für den Einsatz des neuen Instruments sucht das Forschungsteam aus dem Fachbereich Organizational Behavior & Human Resource Management nach Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum. Es liegen bereits erste Daten als Vergleichsgrundlage vor, sodass erste Erfahrungen mit teilnehmenden Krankenhäusern entsprechend geteilt werden können.
Schweiger A., Grössmann-Waniek N., Offermanns, G., Kratki A. & Mittermayr, T. (2026). Tumour boards and their quality of structures, processes, and team performance in multidisciplinary cancer care: a systematic review. BMC Health Services Research, https://link.springer.com/article/10.1186/s12913-026-14447-9.
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Universität Klagenfurt
MMag. Andrea Schweiger
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