- 10.07.2026, 08:37:41
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LRin Langer-Weninger/MEP Winzig: „Ein starkes Signal für Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern" – EU-Parlament kippt Soja-Einstufung

LRin Langer-Weninger/MEP Winzig: „Ein starkes Signal für Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern" – EU-Parlament kippt Soja-Einstufung
Europäisches Parlament lehnt mit breiter Mehrheit von 388 zu 248 Stimmen bei 24 Enthaltungen die Einstufung von europäischem Soja als Hochrisiko-Rohstoff ab – Oberösterreich als eines der sojastärksten Bundesländer profitiert unmittelbar
Das Europäische Parlament hat heute mit deutlicher Mehrheit von 388 zu 248 Stimmen den Einspruch gegen den Delegierten Rechtsakt der EU-Kommission angenommen, der Sojaöl pauschal als Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) eingestuft hätte. Damit ist der Plan der EU-Kommission, europäisches Sojaöl ab 2030 faktisch aus der Biokraftstoffproduktion zu verbannen, vom Tisch. Federführend für den Einspruch war die oberösterreichische EU-Abgeordnete Angelika Winzig.
„Das ist ein starkes Signal für unsere oberösterreichischen Bäuerinnen und Bauern. Unser Soja wächst nicht auf gerodetem Regenwald, sondern auf den Feldern zwischen Innviertel und Machland – rückverfolgbar, gentechnikfrei und nach den strengsten Umweltstandards der Welt. Wer dieses Soja mit Übersee-Ware in einen Topf wirft, bestraft ausgerechnet jene, die es seit Jahren richtig machen", betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Oberösterreich zählt zu den drei anbaustärksten Sojaregionen Österreichs – das Land selbst ist mittlerweile drittgrößter Sojaproduzent der gesamten EU.
Wertschöpfung und Arbeitsplätze abgesichert
EU-Abgeordnete Angelika Winzig verweist auf die wirtschaftliche Dimension: „Hier ging es um bestehende Wertschöpfungsketten, um Arbeitsplätze in unseren Ölmühlen und um Investitionen im ländlichen Raum. Ein Wegfall des Absatzmarktes für Sojaöl hätte viele europäische Verarbeitungsbetriebe massiv unter Druck gebracht und uns noch abhängiger von Importen gemacht. Das haben wir heute abgewendet."
Nachhaltiger Treibstoff aus heimischer Produktion
Winzig betont zudem die Rolle von Sojaöl als nachhaltige Energiequelle: „Biodiesel aus europäischem Sojaöl ist ein heimischer, erneuerbarer Treibstoff, der einen konkreten Beitrag zu unseren Klimazielen leistet. Es wäre wirtschaftlich wie klimapolitisch widersinnig gewesen, eine erneuerbare Energiequelle aus regionaler, entwaldungsfreier Produktion vom Markt zu drängen. Klimaschutz gelingt mit unseren Betrieben, nicht gegen sie."
Ernährungssicherheit beginnt am eigenen Feld
Die wirtschaftliche Verarbeitung von Sojabohnen funktioniert nur, wenn neben dem Sojaschrot als heimisches Eiweißfuttermittel auch das Sojaöl vermarktet werden kann. Fällt der eine Markt weg, gerät der ganze Kreislauf ins Wanken. „Ernährungssicherheit beginnt am eigenen Feld. Man kann nicht von einer europäischen Eiweißstrategie reden und gleichzeitig unserem eigenen Sojaanbau den Boden unter den Füßen wegziehen. Wer die Abhängigkeit von Übersee-Importen ernsthaft senken will, muss den Anbau bei uns stärken, statt ihn auszubremsen", so LRin Langer-Weninger.
Kommission muss Methodik überarbeiten
Die Kommission ist nun gefordert, ihre Methodik und Datenbasis grundlegend zu überarbeiten und klar zwischen nachhaltiger europäischer Produktion und Rohstoffen aus Risikoregionen zu unterscheiden. „Ja zum Kampf gegen die weltweite Entwaldung – aber mit Maßnahmen, die die Verursacher treffen und nicht unsere eigenen Familienbetriebe. Unser Soja ist Teil der Lösung, nicht das Problem", so Winzig und Langer-Weninger abschließend.
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Thomas Pürstinger
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