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Pressemitteilung MOKI NÖ: Wer pflegt, braucht Pausen: Ein Hilferuf für Familien am Limit
PRESSEMITTEILUNG Wer pflegt, braucht Pausen: Ein Hilferuf für Familien am Limit Bad Vöslau, 09. Juli 2026 – Familien mit Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen brennen aus, weil Entlastung fehlt. MOKI NÖ – Mobile Kinderrankenpflege schlägt gemeinsam mit dem Bundesverband Kinderkrankenpflege Österreich (BKKÖ) Alarm und fordert, Entlastungspflege neu zu denken: Ohne flächendeckenden Ausbau ist häusliche Gesundheits- und Krankenpflege für pflegende Angehörige nicht länger tragbar.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter,
der Alltag von Familien mit Kindern und Jugendlichen mit schweren, chronischen und/oder lebensverkürzenden Erkrankungen kennt keine Pausen. Die Pflege und Versorgung in der Pädiatrie endet nicht am Abend, sie kennt keine Wochenenden, keine Feiertage und schon gar keinen Urlaub. Das ist Realität für unzählige Familien in Österreich. Viele Eltern beschreiben ihr Leben als permanente „Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft“ – oft über Jahre hinweg. „Wir erleben Mütter und Väter, die am absoluten Limit sind. Diese konstante Belastung gefährdet nicht nur deren Gesundheit, sondern auch die Stabilität der gesamten Familie. Daher setzen wir uns für einen flächendeckenden Ausbau der Entlastungseinrichtungen ein“, so Renate Hlauschek MSc, Geschäftsführende Vorsitzende des Vereins MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege.
Gezielte Entlastungen wirken
Entlastungspflege bedeutet, dass qualifizierte Kinderkrankenpflegepersonen zweitweise die Betreuung der Kinder und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen übernehmen – für einige Stunden, einen oder auch mehrere Tage – mit dem Ziel, insbesondere in Phasen erheblicher Überlastung Stabilität zu schaffen: sowohl im Gesundheitszustand des Kindes als auch im Familiensystem. „Für Familien entstehen dadurch Freiräume: für die eigene Gesundheitsvorsorge, für Erholung, für Geschwisterkinder oder soziale Aktivitäten. Was organisatorisch klingt, ist in der Praxis ein entscheidender Beitrag zu mehr Selbstbestimmung und kann die Dynamik der gesamten Familie positiv beeinflussen“, erklärt Renate Hlauschek.
Aktuelle Studien wie etwa aus der pädiatrischen Palliativversorgung (2024/2025) belegen: Die langfristige Übernahme der pflegerischen Versorgung durch Familienangehörige im häuslichen Setting ist mit erhöhtem Risiko für körperliche Erschöpfung, psychische Belastung und soziale Isolation verbunden. Gezielte Entlastungsangebote verbessern die Lebensqualität von Familien nachweislich. Eltern berichten von mehr Stabilität, besserer Gesundheit und einer höheren Fähigkeit, die Pflegesituation langfristig zu bewältigen.
Sieben zentrale Forderungen
Gerade im Kontext des Pflegereformpakets III (2024) wird jedoch die spezifische Situation von Eltern mit Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen nicht ausreichend berücksichtigt. Um diese Lücke zu schließen, hat eine Expertinnenrunde des BKKÖ einen umfassenden Forderungskatalog erarbeitet, den der Verein MOKI NÖ vollinhaltlich unterstützt:
1. Recht auf Entlastungspflege gesetzlich verankern – als eigenständige, flexible Leistung mit klaren Zuständigkeiten.
2. Abgestufte Angebotsstruktur ausbauen – von stundenweiser Entlastung zu Hause über Tageshospize bis zu Kurzzeit- und Langzeitpflegeplätzen.
3. Finanzierung vereinheitlichen – Vollfinanzierung durch die öffentliche Hand, keine oder geringe Selbstbehalte.
4. Qualität durch Standards sichern – bundesweite Qualitätsstandards für Entlastungspflege entwickeln und interdisziplinäre Teams unter fachlicher Leitung einbinden.
5. Regionale Versorgung garantieren – in allen Bundesländern, auch im ländlichen Raum.
6. Familienorientierung stärken – Angehörige als Mitgestalterinnen und Mitgestalter sowie Berücksichtigung kultureller und sozialer Besonderheiten ermöglichen.
7. Evaluation und Innovation fördern – regelmäßige Bedarfserhebung, Modellprojekte und wissenschaftliche Begleitung von Umsetzungsmaßnahmen.
Entlastung als Schlüssel für gelingende Angehörigenpflege
„Rund 10.000 Familien mit Kindern und Jugendlichen in Österreich leisten tagtäglich Pflege- und Betreuungsarbeit im familiären Umfeld und tragen damit entscheidend zur Versorgung pflegebedürftiger Menschen bei. Damit dieses Engagement auch in Zukunft möglich bleibt, sind bedarfsgerechte Strukturen und ein weiterer Ausbau der Entlastungspflege notwendig. Entlastungspflege ist keine Zusatzleistung, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass häusliche Versorgung von Familiensystemen nachhaltig getragen werden können“, so Renate Hlauschek.
Derzeit sind Entlastungsangebote regional unterschiedlich verfügbar, häufig unbekannt oder schwer zugänglich. Der BKKÖ fordert daher, strukturelle Weichen für eine flexiblere Inanspruchnahme von entlastenden Pflegeangeboten bei entsprechendem Bedarf sicherzustellen. Denn manchmal reicht ein freier Nachmittag, um wieder Kraft zu schöpfen – für Eltern, für Geschwister sowie für die Kinder und Jugendlichen mit schweren und/oder lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Über MOKI NÖ: MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege mit Sitz in Bad Vöslau wurde 1999 gegründet. Mit viel Einsatz und hoher fachlicher Kompetenz pflegt ein Team an diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen (Kinder- und Jugendlichenpflege) von Frühgeborenen bis hin zu Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen. Das Besondere: die Betreuung findet bei den Familien zu
Hause in gewohnter Umgebung statt. Neben den Pflegemaßnahmen werden Ressourcen geschaffen, damit Angehörige durchatmen können. Da aber nicht alles
aus öffentlicher Hand finanziert werden kann, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Seit 2018 wird die Qualität und Seriosität von MOKI NÖ im Umgang mit den Spenden durch die Prüfung des Österreichischen Spendengütesiegels bestätigt. Damit ist jede Spende steuerlich absetzbar.
Weitere Informationen: www.noe.moki.at
Bei weiteren Fragen, stehe ich Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung!
Beste Grüße
Eva Nahrgang
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Mag. Eva Nahrgang
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