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DLA Piper Studie: USA und Großbritannien dominieren globales Rennen um Batteriespeicher-Investitionen
7. Juli 2026 – Laut einer aktuellen Studie der globalen Wirtschaftskanzlei DLA Piper konzentrieren sich Investitionen in Energiespeichersysteme (BESS – Battery Energy Storage Systems) auf eine begrenzte Zahl von Märkten mit besonders günstigen Rahmenbedingungen. Die USA und das Vereinigte Königreich zählen zu den attraktivsten Märkten für BESS-Investitionen. Entscheidend sind vor allem vorhersehbare Marktregeln, gesicherter Netzzugang und etablierte Erlösmodelle – der tatsächliche Bedarf rückt dabei in den Hintergrund. Kapital fließt verstärkt in sogenannte „Goldilocks“-Projekte mit ausgewogenem Risiko-Rendite-Profil. Auch in Österreich gewinnen stabile regulatorische Rahmenbedingungen, Netzzugang und nachvollziehbare Erlösmodelle weiter an Bedeutung.
Die Studie Capital Unlocks Capacity basiert auf einer Anfang 2026 durchgeführten Umfrage unter 550 Private Equity- und institutionellen Investoren, Projektinhabern und -entwicklern, Finanzberatern, Geschäftsbanken, Energiespeicherentwicklern sowie unabhängigen Stromerzeugern. Die Stichprobe umfasste Teilnehmer aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Europa, Australien, dem Nahen Osten, Ostasien, China, Kanada und Lateinamerika.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die USA trotz wahrgenommener politischer Unsicherheiten von 25 Prozent der BESS-Investoren als attraktivster Markt angesehen werden. Das Vereinigte Königreich folgt mit 19 Prozent auf Platz zwei, während China – weltweit führend in vielen Bereichen der Batterietechnologie – mit 14 Prozent den dritten Platz belegt. In Europa ist Deutschland im erweiterten Spitzenfeld für Energiespeicher: 11 Prozent der Befragten sehen Deutschland als attraktivsten Markt für BESS-Investitionen in den kommenden drei Jahren, gleichauf mit Kanada und Australien.
Gemäß der Studie lenken Investoren Kapital gezielt in Länder, in denen sie das größte Potenzial sehen, erfolgreiche Geschäftsmodelle zu replizieren und zu skalieren. Diese Regionen werden gegenüber Märkten priorisiert, die möglicherweise einen höheren Bedarf haben. Maßgeblich sind dabei vor allem stabile lokale Lieferketten, vorhersehbare Rahmenbedingungen, gesicherter Netzzugang sowie finanzierbare vertraglich gesicherte Einnahmequellen.
Der Studie zufolge bevorzugen Investoren weiterhin Märkte mit regulatorischer Stabilität und klaren kommerziellen Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund hat sich das Vereinigte Königreich trotz vergleichsweiser geringer Marktgröße als zweitattraktivster Investitionsstandort positioniert.
Die Studie zeigt zudem, dass Investoren und Kreditgeber ihre Strategien zunehmend sorgfältiger abwägen, um Renditen und Risiken in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. In weniger entwickelten Märkten etwa sind Kreditgeber zurückhaltender, wenn es darum geht, Marktpreisrisiken zu übernehmen. Gleichzeitig deutet vieles auf einen ausgereiften BESS-Markt hin: 44 Prozent der Investoren tolerieren Erlösschwankungen zwischen 21 und 40 Prozent. Dies spiegelt die Bereitschaft wider, höhere Risiken einzugehen, um von möglichen Marktentwicklungen zu profitieren. Insgesamt bewegt sich der Markt in Richtung gemischter Erlösmodelle, bei denen ungesicherte Einnahmen gezielt und begrenzt mit vertraglich gesicherten Einnahmeströmen kombiniert werden.
Auch der Entwicklungsstand von Projekten beeinflusst Investitionsentscheidungen deutlich. Die Mehrheit der Investoren (43 Prozent) konzentriert sich auf sogenannte „Goldilocks“-Projekte in einem fortgeschritteneren Entwicklungsstadium – also weder auf reine Greenfield-Projekte noch auf bereits vollständig abgesicherte und in Betrieb befindliche Anlagen. Die Hälfte der Befragten strebt eine interne Rendite (IRR) von 11 bis 12 Prozent an, während nur 3 Prozent bereit sind, höhere Risiken für Renditen von über 15 Prozent einzugehen. Dies unterstreicht, dass der Markt derzeit nicht auf maximale Risikobereitschaft ausgerichtet ist, sondern Kapital bevorzugt dort eingesetzt wird, wo Unsicherheiten begrenzt und nachvollziehbar sind.
Dr. Birgit Kraml, LL.M., Partnerin und Head of Real Estate bei DLA Piper Österreich, sagt: „Unsere Studie zeigt deutlich, dass es längst nicht mehr allein um den Ausbau von Kapazitäten geht. Entscheidend sind heute vor allem stabile regulatorische Rahmenbedingungen, rasche Behördenverfahren, ein verlässlicher Netzzugang und transparente Erlösmodelle. Das erforderliche Kapital ist grundsätzlich vorhanden, wird jedoch wesentlich selektiver eingesetzt als noch vor wenigen Jahren. Für Österreich bietet sich ebenfalls die Chance, sich als attraktiver Standort für BESS-Investitionen zu positionieren – insbesondere durch die konsequente Weiterentwicklung investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen. Mit dem Fortschreiten der Energiewende und dem steigenden Bedarf an Flexibilität im Stromsystem wird die Bedeutung von Batteriespeichern hierzulande weiter zunehmen. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass für Investitionsentscheidungen weniger der reine Bedarf an Energiespeicherung ausschlaggebend ist als die Planbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Rahmenbedingungen. Klare gesetzliche Bestimmungen, kurze und rasche Behördenwege und beschleunigte Verfahren werden somit zum Wettbewerbsvorteil. Davon könnte auch Österreich profitieren.“
Hinweis an die Redaktion
Für die Studie wurde eine Stichprobe aus 550 Marktteilnehmenden befragt, darunter Private Equity- und institutionelle Investoren, Projektträger und -entwickler, Finanzberater, Geschäftsbanken, Entwickler von Energiespeichersystemen sowie unabhängige Stromerzeuger. Pro Markt nahmen jeweils 50 Personen teil: aus Großbritannien, den USA, Italien, Frankreich, Deutschland, Australien, dem Nahen Osten (VAE, Saudi-Arabien), Ostasien (Japan, Singapur), China, Kanada sowie Lateinamerika (Brasilien, Mexiko, Chile). Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 27. Februar bis zum 9. März 2026.
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