- 19.05.2026, 13:25:21
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Landtagspräsident Hiegelsberger: Oö. Landtag mit „Raus aus der Nebelzone“ zu Gast bei der Greiner AG in Kremsmünster
Landtagspräsident Max Hiegelsberger: Ein Blick in die Zukunft der Abfallwirtschaft – Oö. Landtag mit „Raus aus der Nebelzone“ zu Gast bei der Greiner AG in Kremsmünster
Am 18. Mai 2026 lud der Oö. Landtag zum dritten und für dieses Jahr letzten Termin der Veranstaltungsreihe „Raus aus der Nebelzone – Wissenschaft bringt Orientierung“ nach Kremsmünster ein. Der Campus der Greiner AG bot den idealen Rahmen für das Thema „Kreislaufwirtschaft – Welt ohne Müll“. Ein hochkarätiges Publikum folgte der Einladung des Landtags und erhielt einen spannenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Forschungsfelder im Bereich des Recyclings und der Wiederaufbereitung von Kunststoffen, Batterien und Holz. Landtagspräsident Max Hiegelsberger, der die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen hat, bedankte sich in seinen Begrüßungsworten bei Greiner AG CEO Saori Dubourg und betonte die Innovationskraft der heimischen Unternehmen: „Am Beispiel Greiner AG sieht man ganz klar, wie sehr die Lebensqualität in unseren Regionen von guten Arbeitsplätzen und erfolgreichen Unternehmen profitiert. Unsere Veranstaltungsreihe »Raus aus der Nebelzone« zeigt auf, dass nur eine enge Zusammenarbeit zwischen industriellen Anwendern und der Forschung den Standort, wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand absichern kann. Wissenschaft ist eine feste Säule unseres Erfolgsmodells in Oberösterreich.“
Kreislaufdenken als neue Rohstoffquelle
Zu Beginn der kompakten Abendveranstaltung mit 90 Minuten Länge konnte Moderatorin Dr.In Christine Haiden auch den Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Dr. Joachim Haindl-Grutsch, begrüßen. Die Industriellenvereinigung ist ebenso wie die Upper Austria Research Partner des OÖ. Landtags bei der Veranstaltungsreihe „Raus aus der Nebelzone“. „Eine Welt ohne Müll ist keine Welt ohne Material, ohne Industrie und ohne Wachstum, sondern eine Welt von Kreislaufprozessen, Innovationen und der intelligenten Nutzung von Ressourcen. Es ist unser Ziel, nach dem Vorbild der Natur Produkte so zu designen, dass am Ende der Nutzungsdauer das Material wieder zum Rohstoff für etwas Neues werden kann. Indem wir die Stoffkreisläufe möglichst schließen, schaffen wir neue Potenziale für Wertschöpfung, Wachstum und Nachhaltigkeit“ so Dr. Haindl-Grutsch in seinem Anfangsstatement.
Von Metall lösenden Bakterien bis zur CO2-Bilanz von Plastiksackerl: Akademische Herausforderungen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft
Den Hauptteil des Abends gestalteten wie gewohnt die Forschenden selbst und demonstrierten anhand ihrer Forschungsprojekte, wie Reststoffe wie Plastikmüll wiederaufbereitet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können.
Univ.-Prof. DI Dr. Christian Paulik (Competence Center CHASE - JKU Linz) zeigte in seinem Eingangsvortrag die Dimensionen der notwendigen Umstellung auf. 400 Millionen Tonnen Kunststoff werden pro Jahr weltweit produziert, in Europa beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch rund 120 Kilogramm. Zunehmender Kunststoffgebrauch ist ein untrügliches Zeichen des wachsenden Wohlstandes. Obwohl der weitaus größte Teil der Produktion nur aus wenigen unterschiedlichen Plastikarten besteht, ist die Aufbereitung und Wiederverwendung aufgrund der mehrlagigen Konstruktionen eine Herausforderung.
FH-Prof. Gernot Zitzenbacher (Leiter des Fachbereichs Werkstofftechnik – FH OÖ) schloss nahtlos an und erläuterte die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Simulierung mechanischer Prozesse beim Kunststoffrecycling. Welche Plastikarten als Ausgangsstoff zur Verfügung stehen und wie stark diese gemischt sind definiert, wie der Aufschmelzungsprozess in den verwendeten Maschinen abläuft. Das Verhalten verschiedener Mischungen bei der Aufschmelzung simulieren zu können, ermöglicht die effiziente Gestaltung und Einstellung der verwendeten Maschinen, zum Beispiel der Förderschnecken.
Rebeka Früholz (Dissertantin im COMET-Modul „FuLIBatteR“) ging auf einen anderen maßgeblichen Rohstoff der Zukunft und dessen Wiederaufbereitung ein. Lithium-Ionen-Batterien sind für die Elektrifizierung der Mobilität und den Umstieg auf erneuerbare Energien unverzichtbar. Das verfügbare Recyclingmaterial steigt jedes Jahr um 80 Prozent. Durch die Wiederaufbereitung wird Europa seine Importabhängigkeit massiv reduzieren können.
Im vorgestellten Projekt erforschte Frau Früholz, wie Bakterien in wässrigen Lösungen die in den Batterien verbauten Metalle lösen und wieder verfügbar machen. Es bleibt eine Herausforderung, die erforderliche Reinheit der Ausgangsmaterialien zu erreichen, um diese für die Produktion von Batterien nutzbar zu machen.
Drin Katrin Fradler (Leiterin des Interreg-Projekts "InterWASTE") forscht am Kompetenzzentrum Wood K Plus an der Wiederverwendung von Abfällen aus der Produktion von Brillen. Anfallende Reststoffe können nach der Sortierung und technischen Wiederaufbereitung beispielsweise für neue Schleifscheiben oder als Composite-Werkstoff für die Produktion von Badewannen und Waschtischen verwendet werden. In der Präsentation wurde klar ersichtlich, wie neue Produkte und geschlossene Kreisläufe durch die Kooperation von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen entstehen.
Die Präsentationen sind in Kürze auf der Veranstaltungshomepage verfügbar: www.ooe-landtag.at/wissenschaft
Oberösterreichische Unternehmen gestalten Materialrevolution mit
In der abschließenden Talkrunde fanden Gastgeberin Saori Dubourg (Vorstandsvorsitzende Greiner AG) und Rudolf Wölfer (Head of IHQ & IC Management Borouge International) klare Worte. Die nächste industrielle Revolution muss nicht nur digital, sondern auch materiell sein. Europa bietet sich die Chance, führend zu sein in der fortschrittlichen Materialwirtschaft. So wird seitens der Europäischen Union der Advanced Material Act kommen, um Europas Unabhängigkeit von Rohstoffimporten zu stärken. Dies kann sich zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für Europa entwickeln, da früher oder später weltweit die Stoffkreisläufe geschlossen werden müssen.
Als praktisches Beispiel brachten die beiden Wirtschaftsvertreterinnen den Becher des gerade stattgefundenen Eurovision Songcontests mit. Dieser wurde in einer Kooperation zwischen der Greiner AG und Borouge International aus recyclierten Produkten hergestellt. Vom Design der Produkte bis hin zur Wiederaufbereitung braucht es ein neues Bewusstsein für Materialien. Nur so kann auch ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung des menschengemachten Klimawandels geleistet werden.
Veranstaltungsreihe „Raus aus der Nebelzone“
Der Oö. Landtag ist Veranstalter der Reihe „Raus aus der Nebelzone – Wissenschaft bringt Orientierung“ mit je drei Abendterminen pro Jahr
Auftakt am 27. März 2025 in Linz, dann je zwei Termine pro Viertel bis 2027
Präsentation von Forschungsleistungen und deren praktische Anwendungen anhand konkreter Themen wie Pflege, Mobilität und Landwirtschaft zeigen positive Wirkung der Wissenschaft auf
Kooperation mit UAR Innovation Network und Industriellenvereinigung Oberösterreich
Forschungsintensive Unternehmen präsentieren aus ihrer Entwicklungsarbeit
Roadshow mit Umsetzungsbeispielen wissenschaftlicher Erkenntnisse begleitet die Abendveranstaltungen mit einer Länge von 90 Minuten
Infos und alle Präsentationsunterlagen unter www.ooe-landtag.at/wissenschaft
„Die Anerkennung der Wissenschaft und wissenschaftlicher Fakten in der Bevölkerung ist auch für unsere Demokratie von großer Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse von Falschbehauptungen und Fake News zu trennen, wird immer mehr zu einer entscheidenden Kompetenz. Wissenschaftliche Erkenntnisse können nicht den Platz von demokratisch legitimierten Entscheidungen einnehmen. Zielführende politische Debatten brauchen aber umgekehrt eine allgemein anerkannte Wissensbasis, ansonsten sind keine Lösungen möglich“, so Landtagspräsident Max Hiegelsberger.
Rückfragen & Kontakt
DI Karl-Heinz Schaurhofer
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