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ASCII-Analyse: Sicherheits-Sektor bringt große Chancen für Oberösterreichs Unternehmen

ASCII-Analyse: Sicherheits-Sektor bringt große Chancen für Oberösterreichs Unternehmen

Ergebnisse einer aktuellen Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)

Linz, am 27. April 2026 – Die neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen in der EU schaffen wirtschaftliche Chancen: Die EU investiert bis 2030 rund 800 Milliarden Euro in den Bereich der Verteidigung und Sicherheit. Das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) hat im Auftrag des Landes OÖ analysiert, wie heimische Unternehmen von diesen Investitionen profitieren können. Untersucht wurden dazu Nachfrage, Fähigkeitsbedarfe, industrielle Engpässe und technologische Kernkompetenzen entlang europäischer Wertschöpfungsketten.

„Das neue europäische Sicherheitsumfeld verändert die Spielregeln. Mit steigenden Ausgaben im Sicherheitsbereich in Europa entsteht ein langfristiger Investitionsrahmen, von dem heimische Zulieferer profitieren können“, erklärt Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Oberösterreich verfügt über Know-how in der industriellen Fertigung, in Mobilitätslösungen, Elektronik und in der Skalierung von Produktion. Das ist ein klarer Standortvorteil“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Kernaussagen der Analyse des Lieferketten-Forschungsinstituts ASCII:

  • Aufbau und Stärkung der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitskapazitäten verlagern die Nachfrage. Gefragt sind Produktionskapazitäten, resiliente Strukturen und Kompetenz entlang der Lieferkette.

  • Oberösterreich zählt zu den stärksten Industriestandorten Österreichs für Wertschöpfungsketten in den Bereichen Sicherheit und Dual-Use. Der Standort verbindet moderne Fertigung mit Kompetenzen in der Automobil- und Fahrzeugtechnik, in der Luft- und Raumfahrt, in der Elektronik sowie in der industriellen Skalierung.

  • Die Rolle Oberösterreichs sollte weniger in der Herstellung kompletter Endsysteme liegen. Der Standort kann vielmehr als industrielles Rückgrat für Komponenten, Subsysteme, Integration, Prüfung und skalierbare Fertigung wirken.

  • Der aktuelle Nachfrageanstieg im Sicherheitsbereich ist kein kurzfristiger Effekt. Politische und industrielle Signale deuten auf ein strukturell höheres Nachfrageniveau bis 2030 und darüber hinaus hin.

  • Investitionen in Mobilität, Energie, Digitalisierung, Resilienz und fortschrittliche Fertigung stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie über den Sicherheitsbereich hinaus.

Landeshauptmann Mag. Thomas STELZER: Neue Investitionsdynamik im EU-Sicherheitsbereich ist eine klare Chance, den Standort OÖ zu stärken

„Mit unserer Sicherheits-Allianz Oberösterreich wollen wir gezielt Kompetenzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Hand bündeln. Damit soll unsere Resilienz gestärkt und zugleich Chancen für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Oberösterreich geschaffen werden“, erklärt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. „Wir haben das Ziel, unser Bundesland als Standort für Sicherheitstechnologien und anwendungen zu positionieren. Damit heben wir das Potenzial neuer Technologien, sichern Know-how im Land und eröffnen unseren Unternehmen Zukunftsmärkte“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Die Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria ASCII unterstreicht einmal mehr, dass Sicherheit auch eine wirtschaftliche Frage ist. Die europäische Investitionsoffensive im Sicherheits- und Verteidigungssektor ist eine Chance, die Unternehmen in Oberösterreich und damit den Standort zu stärken. Es werden so Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen und der Wohlstand der Menschen gesichert“, hebt Landeshauptmann Stelzer hervor.

Die Sicherheits-Allianz OÖ vernetzt Wirtschaft, Forschung und Blaulichtorganisationen. Sie unterstützt Unternehmen dabei, neue Marktchancen zu erkennen, Kompetenzen weiterzuentwickeln und sich in europäische Strukturen einzubinden. Forschung und Innovation spielen dabei eine zentrale Rolle. „Die Sicherheits-Allianz OÖ ist ein wirtschafts- und standortpolitisches Zukunftsprogramm für unser Land“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Parallel dazu arbeitet der Bund an einer Modernisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die vorgestellte Novelle des Sicherheitsexportgesetzes soll künftig den Zugang zum europäischen Markt erleichtern. Hier erwarten wir aber auch noch weitere Verbesserungen für unsere heimischen Betriebe. Ziel ist es, Verfahren zu vereinfachen, Doppelprüfungen zu vermeiden und Genehmigungen schneller abzuwickeln – ohne Abstriche bei Kontrolle oder Sicherheit.

Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus ACHLEITNER: Dual-Use-Kompetenzen eröffnen neue Chancen für Oberösterreichs Unternehmen

„Die vom Land OÖ in Auftrag gegebene Analyse des Lieferketten-Forschungsinstituts ASCII zeigt ganz klar: Oberösterreich bringt genau jene Stärken mit, die jetzt in Europa gefragt sind: Von moderner Produktion über innovative Technologien bis hin zur Fähigkeit, industrielle Prozesse rasch zu skalieren. Das eröffnet unseren Betrieben neue Chancen in europäischen Wertschöpfungsketten“, betont Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. „Im Fokus stehen Dual-Use-Technologien, also Anwendungen mit ziviler und sicherheitsrelevanter Nutzung. Es geht nicht um klassische Endprodukte, sondern um industrielle Kompetenzen und Technologien. Genau hier liegt die Stärke des Standorts Oberösterreich“, unterstreicht Landesrat Achleitner.

„Die EU will im Rahmen ihres Programms ‚Readiness 2030‘ bis zu 800 Milliarden Euro im Sicherheitsbereich investieren. Dabei verlagert sich der Fokus zunehmend in Richtung Produktionskapazitäten, Resilienz und Lieferkettenfähigkeit. Oberösterreich kann als Industriebundesland Nr. 1 hier besonders punkten“, verweist Landesrat Achleitner auf die Stärken des Standorts in folgenden Bereichen:

  • Maschinenbau

  • Automotive

  • Luftfahrt

  • Elektronik

  • Skalierung

„Wir wollen unsere Betriebe ganz gezielt unterstützen, neue Märkte zu erreichen und sich als verlässliche Zulieferer in internationalen Lieferketten zu positionieren“, erläutert Landesrat Achleitner. Mitte dieses Jahres startet dazu im Rahmen der Sicherheits-Allianz OÖ das neue Programm ‚Roadmap2Security‘, das von der oö. Standortagentur Business Upper Austria und der Wirtschaftskammer OÖ organisiert wird. Dabei werden in erster Linie KMU und Technologieunternehmen mit Dual-Use-Potenzial, die ihre Innovationen auch im Sicherheitsbereich positionieren wollen, begleitet – von der strategischen Marktorientierung bis zur konkreten Forschungsförderung. Damit soll ein oö. Netzwerk aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen geschaffen und so die Basis für künftige Konsortien, Kooperationsprojekte und internationale Ausschreibungen gelegt werden.

FH-Prof. DI Franz STABERHOFER, Vizepräsident ASCII: Oberösterreichische Produktion in internationale Wertschöpfungsnetzwerke integrieren

„In der Veränderung liegt die Chance – und Chance braucht eine belastbare Basis. Die aktuelle Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria ASCII bietet genau diese. Der Ansatz dieser Analyse ist, europäische Initiativen und Investitionen systematisch mit den Fähigkeiten oberösterreichischer Unternehmen abzugleichen. Für die Nutzung dieser Chancen kann Oberösterreich seine bestehenden Stärken gezielt einbringen“, erläutert FH-Prof. DI Franz Staberhofer, Vizepräsident des ASCII.

Die Analyse soll hierfür Impulse und Unterstützung bieten. Die pragmatische Vorgehensweise: Die strukturierte Analyse von Dual-Use-Lieferketten begann mit der Identifikation relevanter Relevanzfelder, die aus europäischen und transatlantischen Prioritäten abgeleitet wurden. Grundlage bildeten strategische Dokumente insbesondere der EU, die klar zeigten, dass sich die Nachfrage in Europa im Sicherheitsbereich von kurzfristigen Beschaffungszyklen hin zu langfristigen Investitions- und Produktionssystemen entwickelt und zunehmend als Taktgeber für Fähigkeiten und Technologien fungiert. Diese Entwicklung – mit geplanten Investitionen der EU von rund 800 Milliarden Euro bis 2030 – verdeutlicht, dass insbesondere Produktionskapazitäten, resiliente Lieferketten – ein langjähriger Schwerpunkt des Landes OÖ, forciert durch das Logistikum der FH OÖ, den Verein Netzwerk Logistik (VNL) und der Beteiligung am ASCII – und industrielle Skalierbarkeit zentrale Relevanzfelder darstellen.

Im nächsten Schritt erfolgte die Verknüpfung der Relevanzfelder mit globalen Akteuren in der Dual-Use-Lieferkette. Dabei wurde sichtbar, dass große Systemintegratoren sowie internationale Tier-1-Zulieferer entlang dieser Felder agieren und spezifische Anforderungen an Technologie, Qualität und Lieferfähigkeit stellen. Für regionale Akteure entsteht dadurch ein klarer Referenzrahmen für Anschlussfähigkeit.

Darauf aufbauend erfolgte die Priorisierung der Relevanzfelder anhand von Kriterien wie Marktdynamik, strategischer Bedeutung für die technologische Souveränität Europas sowie bestehenden Engpässen – insbesondere im Bereich der Produktions- und Logistikkapazitäten. Gerade diese Engpässe eröffnen signifikante Einstiegschancen für Unternehmen.

Im vierten Schritt wurden die priorisierten Felder konkreten Fähigkeitsclustern zugeordnet, etwa Präzisionsfertigung, Elektronik, Sensorik, Software, Werkstofftechnologien und Systemintegration. Diese Cluster bilden die operative Grundlage für die Teilnahme an Dual Use-Wertschöpfungsketten.

Abschließend erfolgte die Verknüpfung oberösterreichischer Schlüsseltechnologien mit den Relevanzfeldern. Oberösterreich verfügt über ausgeprägte industrielle Kernkompetenzen in diesen Bereichen und weist eine hohe Anschlussfähigkeit als Zulieferregion auf. So existiert ein konsistentes Bild: Regionale Stärken treffen auf strukturell wachsende Nachfrage und ermöglichen nachhaltige Wertschöpfung sowie eine Stärkung der technologischen Souveränität.

Kernaussagen der Analyse des Lieferketten-Forschungsinstituts ASCII:

Die neue Sicherheitspolitik Europas verlagert die Nachfrage. Gefragt sind Produktionskapazitäten, resiliente Strukturen und Kompetenz entlang der Lieferkette. Oberösterreich ist gut aufgestellt, um hier als industrielle Zulieferbasis mitzuwirken.

Die Investitionen des österreichischen Verteidigungsministeriums sollen von weniger als einer Milliarde Euro im Jahr 2023 auf rund vier Milliarden Euro jährlich bis 2029 steigen. Das schafft eine nachhaltige Nachfrage für heimische Zulieferer, insbesondere für KMU.

Oberösterreich zählt zu den stärksten Industriestandorten Österreichs für Wertschöpfungsketten in den Bereichen Sicherheit und Dual-Use. Der Standort verbindet moderne Fertigung mit Kompetenzen in der Automobil- und Fahrzeugtechnik, in der Luft- und Raumfahrt, in der Elektronik sowie in der industriellen Skalierung.

Die Rolle Oberösterreichs sollte weniger in der Herstellung kompletter Endsysteme liegen. Der Standort kann vielmehr als industrielles Rückgrat für Komponenten, Subsysteme, Integration, Prüfung und skalierbare Fertigung wirken.

Oberösterreich kann mit folgenden Erfahrungen und Technologien punkten:

Oberösterreichische Unternehmen verfügen über Erfahrung mit Metallkonstruktionen, Präzisionsfertigung, Werkzeugbau, Serienproduktion sowie Prüfung und Qualitätssicherung. Diese Kompetenzen sind besonders dort gefragt, wo Europa bei Produktionskapazitäten und industrieller Unterstützung an seine Grenzen stößt.

Know-how in Elektronik, Sensorik, HF-Modulen, Energie- und Kühlsystemen, Systemintegration und Robustheitstests macht Betriebe aus Oberösterreich zu gefragten Partnern bei komplexen, sicherheitskritischen Systemen.

Oberösterreich verfügt über relevante Stärken bei Leichtbau-Verbundwerkstoffen, Elektronikintegration, eingebetteter Software, Prüfung und schneller Industrialisierung. Diese Kompetenzen kommen insbesondere bei unbemannten Systemen zum Einsatz.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sicheren digitalen Lösungen und integrierten Systemen. Gefragt sind digitale Resilienz, Systemintegration und Validierung – weniger die Massenproduktion von Hardware. In diesen Bereichen knüpfen oberösterreichische Unternehmen mit ihrer Erfahrung in industrieller IT, Automatisierung und eingebetteten Systemen direkt an die aktuellen Bedarfe in der EU an.

Oberösterreich bringt breite Erfahrung bei Fahrzeugkomponenten, Transportsystemen, Telematik, Logistik-IT und infrastrukturellen Dienstleistungen ein. Diese Kompetenzen sind vielseitig einsetzbar und bilden eine solide Basis für Dual-Use-Anwendungen. Sie knüpfen direkt an die starke Automobil- und Maschinenbaukompetenz in Oberösterreich an.

Der aktuelle Nachfrageanstieg im Sicherheitsbereich ist kein kurzfristiger Effekt. Politische und industrielle Signale deuten auf ein strukturell höheres Nachfrageniveau bis 2030 und darüber hinaus hin.

Oberösterreichische KMU können sich als Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, Integratoren und MRO-Anbieter positionieren. Das stärkt die regionale Einbindung in europäische Wertschöpfungsketten und verringert Abhängigkeiten von einzelnen Hauptauftragnehmern. Dual-Use-Kompetenzen wirken auch über den Sicherheitsbereich hinaus. Investitionen in Mobilität, Energie, Digitalisierung, Resilienz und fortschrittliche Fertigung stärken auch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie generell.

 


 

Über das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)

Das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) ist ein unabhängiges, weltweit führendes Lieferketteninstitut für interdisziplinäre, datengetriebene Analysen globaler Produktions- und Logistiknetzwerke – mit dem Ziel, resiliente, nachhaltige und zukunftsfähige Lieferketten zu gestalten. Das Institut wurde als Forschungs-Joint Venture vom Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) gemeinsam mit dem Complexity Science Hub (CSH), dem Logistikum der Fachhochschule Oberösterreich und dem Verein Netzwerk Logistik (VNL) gegründet. www.ascii.ac.at

Rückfragen & Kontakt

Presse | Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)

Pressesprecherin: Ines Matzelle

E-Mail: [email protected]
Telefon: +43 664 25 41 320

Metternichgasse 8, 1030 Wien

www.ascii.ac.at

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