- 31.03.2026, 13:50:07
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Neue Studie schlägt Alarm: Österreichs Agrarlandschaft wird zur Nahrungswüste für Bestäuber
PRESSEAUSSENDUNG
Neue Studie schlägt Alarm: Österreichs Agrarlandschaft wird zur Nahrungswüste für Bestäuber
Graz/Wien – Österreichs landwirtschaftliche Flächen bieten für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber über weite Teile des Jahres kaum Nahrung. Zu diesem Ergebnis kommt die BeeWild-Studie „Feeding Biodiversity“, deren erste Zwischenergebnisse nun vorgestellt wurden. Die Analyse zeigt deutlich: In vielen intensiv genutzten Ackerlandschaften fehlen Blüten, Pollen und Nektar – die Grundlage für das Überleben der Bestäuber und damit für unsere Lebensmittelproduktion.
„Unsere Felder wirken grün und produktiv. Für Insekten sind sie aber oft eine Nahrungswüste“, erklärt Studienleiterin Kathrin Grobbauer. In Monokulturen entsteht nur kurzzeitig Nahrung, während Bestäuber über Monate hinweg kontinuierliche Blüten benötigen.
Einzigartige Studie und Methodik
Die von der steirischen Biologin Kathrin Grobbauer geleitete Studie „Feeding Biodiversity“ begleitet zwölf Standorte in der Steiermark und Niederösterreich über den Zeitraum 2024 bis 2026. Erfasst werden Blütenzahlen, Nektar- und Pollenmengen sowie Blütenbesucher entlang standardisierter Untersuchungsstrecken. Dr. Robert Brodschneider, einer der führenden Bestäuberexperten Österreichs, begleitet das Projekt fachlich. Bis 2027 ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung mit Peer-Review in Kooperation mit der Universität Graz geplant.
Die ersten Messungen zeigen bereits einen drastischen Unterschied: Auf BeeWild-Bienenweiden wurden im Durchschnitt rund 37-mal mehr Blüten als auf vergleichbaren Ackerflächen gezählt, in Spitzenzeiten sogar bis zu 2.000-mal mehr Blütenstände.
Dieser Unterschied ist entscheidend – denn rund 75 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen weltweit sind auf Bestäubung angewiesen. Wenn Bestäuber keine Nahrung finden, gerät langfristig auch die Lebensmittelversorgung unter Druck.
BeeWild-Initiator Manfred Hohensinner warnt: „Biodiversität ist keine romantische Idee, sondern Teil unserer Ernährungsinfrastruktur. Ohne Bestäuber gefährden wir die heimische Lebensmittelversorgen massiv.“
Landwirtschaft als Teil der Lösung
„Die Ergebnisse machen deutlich: Landwirtschaft trägt zwar Verantwortung für die aktuelle Situation mit, ist aber zugleich ein entscheidender Teil der Lösung.“ Durch gezielte Biodiversitätsflächen entsteht dort Nahrung, wo sie fehlt. Das 10:1-Landwirtschaftsmodell von BeeWild unterstützt Landwirt:innen dabei, mindestens zehn Prozent ihrer Betriebsfläche als mehrjährige Bienenweiden mit heimischem Wildpflanzensaatgut anzulegen. Diese Flächen folgen strengen Qualitäts- und Pflegerichtlinien und werden über mehrere Jahre vertraglich gesichert. Saatgut, Beratung und Biodiversitätsleistungen werden fair abgegolten.
Die Wirkung ist klar: Botanische Vielfalt bildet die Grundlage für alle weiteren Arten – von Insekten über Vögel bis zu Bodenorganismen. BeeWild-Flächen bringen dieses Netz des Lebens zurück in die Kulturlandschaft.
Forschung als Zukunftswährung
Als strategischer Partner unterstützt Raiffeisen BeeWild bei Evidenz- und Praxisprojekten im ländlichen Raum. „Für neue Modelle braucht es wissenschaftliche Grundlagen. Entscheidend ist, Biodiversität gemeinsam mit der Landwirtschaft in der Praxis zu verankern und ökologische Leistungen auch entsprechend abzugelten“, erklärt Ariane Pfleger, Vorstandsdirektorin der Raiffeisen-Landesbank Steiermark.
Die BeeWild-Studie zeigt eindrucksvoll, dass gezielte Förderungen, Wissenstransfer und faire Preise für ökologische Leistungen entscheidend sind, um Biodiversität dauerhaft in der landwirtschaftlichen Praxis zu verankern.
Über BeeWild
BeeWild ist eine österreichische Artenschutz-Initiative, gegründet von Frutura-Geschäftsführer Manfred Hohensinner, die sich seit Jahren aktiv für Biodiversität, Arten- und Katastrophenschutz sowie nachhaltige Lebensmittelproduktion einsetzt. Mit dem Schutz von Bienenweiden leistet BeeWild einen konkreten Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft. Unterstützt wird die Initiative von prominenten Artenschutzpatron:innen wie Elīna Garanča, Dominic Thiem, Andreas Gabalier oder Lizz Görgl.
Rückfragen & Kontakt
Bernhard Leitner
PR- und Kommunikationsmanager
Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH
Telefon: +43 664 88478688
E-Mail: [email protected]
Website: www.frutura.com
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