- 16.03.2026, 12:10:14
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150 Jahre Café Central: Traditionshaus schließt für Generalsanierung und investiert in die Zukunft
mit dem heutigen Tag schließt das Café Central in der Wiener Herrengasse planmäßig seine Pforten für eine umfassende Generalsanierung. Zur Feier seines 150-jährigen Jubiläums stellt das weltberühmte Traditionshaus damit die Weichen für die Zukunft und beschenkt sich selbst mit einer umfassenden Renovierung. Die Investitionen sichern langfristig Substanz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2026 vorgesehen, rechtzeitig um das Jubiläumsjahr in neuem Glanz zu begehen. Um die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung zu überbrücken, übernimmt das Pop-up DECENTRAL auf der Freyung als moderne Dependance in bewährter Kaffeehausqualität.
„Mit der Renovierung des Café Central investieren wir in Qualität und Substanz und sichern damit den langfristigen Betrieb eines der bedeutendsten Traditionshäuser Europas“, erklärt Martin Winkler, Vorsitzender des Vorstandes, VERKEHRSBUERO. Seit 2011 betreibt Österreichs größtes Tourismusunternehmen das Café Central über die VERKEHRSBUERO HOSPITALITY Tochter Palais Events. „Das Café Central ist ein Stück gelebter österreichischer Identität und ein Fixpunkt auf der internationalen Tourismuslandkarte. Im Rahmen der Sanierung bewahren wir das einzigartige Wiener Kaffeehausflair als Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes und führen es zugleich verantwortungsvoll in die Zukunft“, so Martin Winkler weiter.
Modernisierung in Einklang mit Denkmalschutz
Die letzte große Renovierung des Café Central und des Palais Ferstel erfolgte in mehreren Etappen zwischen 1978 und 1986. Nach rund vier Jahrzehnten intensiver Nutzung hat die technische Infrastruktur nun das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Die Sanierung umfasst daher eine vollständige Erneuerung der Gebäudetechnik, von Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär über Elektrotechnik bis hin zu brandschutzrelevanten Maßnahmen. Darüber hinaus werden sämtliche Produktions- und Küchenbereiche neu geplant und auf moderne betriebliche Anforderungen ausgerichtet.
„Das Café Central und das Palais Ferstel werden im Einklang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes behutsam renoviert. Wir sichern die historische Identität des Gebäudes und realisieren zugleich eine umfassende technische Modernisierung im denkmalgeschützten Bestand“, erklärt Geschäftsführer Kay Fröhlich. „Arbeitsabläufe werden optimiert, Lager- und Produktionsflächen erweitert und gezielt in energieeffiziente Lösungen investiert. Gleichzeitig bleibt die Seele des Hauses unangetastet. Das Café Central wird auch künftig genau jenes Ambiente bieten, das unsere Gäste aus aller Welt so schätzen“, so Kay Fröhlich.
Verantwortlich für Planung und Umsetzung ist Architekt Peter Klein von A.C.C. Ziviltechniker, der bereits im Jahr 2002 an einer Renovierung des Palais Ferstel beteiligt war und nun als Generalplaner zurückkehrt. „Das Palais Ferstel ist selbst eine Zeitkapsel“, sagt Architekt DI Klein. „Betritt man das Gebäude und besonders das Café oder die alten Börsesäle scheint die Zeit nicht nur stehen geblieben, sondern man glaubt sogar in die Vergangenheit zurückgetreten zu sein. In den nächsten Monaten haben wir vor, diese Zeitkapsel auch für weitere Generationen in dieser Form erlebbar zu erhalten“, so Architekt DI Klein.
Restaurierung der historischen Substanz
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die behutsame Restaurierung der historischen Substanz. Thonet-Stühle werden aufgearbeitet, Stoffe des Traditionsunternehmens Backhausen erneuert oder originalgetreu nachgefertigt, historische Luster durch spezialisierte Werkstätten restauriert. Wo Elemente aus den 1980er-Jahren nicht mehr dem historischen Erscheinungsbild entsprechen oder technisch überholt sind, werden sie sensibel ersetzt. Da aus früheren Bauphasen nur eingeschränkte Originalunterlagen vorliegen, erfolgt die Rekonstruktion vielfach auf Basis historischer Recherchen.
Die baulichen Maßnahmen sind technisch anspruchsvoll. Lüftungssysteme werden im Boden verlegt, neue Leitungsführungen durch bestehende Fundamentbereiche integriert, zusätzliche Lagerflächen durch eine bauliche Verbindung zum benachbarten Palais Hardegg geschaffen. Sämtliche Materialien müssen durch bestehende Zugangssituationen transportiert werden, was eine präzise logistische Planung erfordert. Gleichzeitig wird das Gebäude energetisch optimiert, um Ressourcenverbrauch und Emissionen nachhaltig zu reduzieren.
Arbeitsplätze und Lehrstellen bleiben erhalten
Die 135 Mitarbeiter:innen werden überwiegend im Unternehmen weiterbeschäftigt und während der Bauphase in anderen Betrieben von Palais Events eingesetzt, darunter im Palais Daun-Kinsky, in den Wiener Börsesälen sowie im DECENTRAL und in den Hotels von VERKEHRSBUERO HOSPITALITY. Auch die 17 Lehrlinge setzen ihre Ausbildung fort und erhalten zusätzliche Möglichkeiten zur fachlichen Weiterbildung, in Kooperation mit IFA (Internationaler Fachkräfteaustausch) teilweise auch im Ausland. „Unsere langjährigen Mitarbeiter:innen sind das Herz des Café Central. Dass wir sie nahezu vollständig halten können, ist ein starkes Signal für die Kontinuität und Qualität unseres Hauses“, sagt Kay Fröhlich.
Café Central im Wandel der Zeit
Seit seiner Eröffnung 1876 im Palais Ferstel prägt das Café Central die Wiener Kaffeehauskultur wie kaum ein anderer Ort. Das von Heinrich von Ferstel als Nationalbank- und Börsengebäude entworfene Palais beherbergte zunächst die Wiener Börse, bevor sich das Café Central um 1900 zum geistigen Zentrum der Wiener Moderne entwickelte. Bis zu 250 Zeitungen in 22 Sprachen lagen täglich auf, Stammgäste wie Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und Leo Trotzki machten das Haus zum Treffpunkt der „Centralisten“. 1925 wird das Central kurz vor seinem 50-jährigen Jubiläum renoviert. Arkadenhof, Säulensaal, ein Damensalon und verschiedene Spielzimmer werden integriert. Die Jahre des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg bedeuteten einen tiefen Bruch für das Haus: 1938 muss sich das Café Central im Zuge der Arisierung in „Kaffeehaus“ umbenennen. Die prägenden Persönlichkeiten des Literatencafés werden verfolgt und vertrieben. Viele Stammgäste werden von den Nationalsozialisten ermordet. Das Palais Ferstel wird schwer beschädigt und die Säulenhalle teilweise zerstört. 1943 wird das Café Central geschlossen und bleibt dies für vier Jahrzehnte.
Nachdem der Krieg meterhohen Schutt hinterlassen hatte, arbeitet die Wiener Basketballgemeinde an der notdürftigen Renovierung des Palais Ferstel. Danach wird im großen Ferstelsaal täglich Basketball gespielt. 1982 feiert das Café Central nach einer umfassenden Sanierung seine Wiedereröffnung im Arkadenhof. Vier Jahre später zieht das Kaffeehaus, wie ursprünglich, in den Säulensaal. Seit 2011 ist das Café Central Teil von Palais Events, einer Tochter des VERKEHRSBUERO. Palais Events betreut im Palais Ferstel, im Palais Daun-Kinsky und den Börsesälen sowie dem Café Central jährlich rund 400 Veranstaltungen und begrüßt über 700.000 Gäste.
Wer hier Platz nimmt, spürt Geschichte. Bis heute steht das Café Central für jene Wiener Kaffeehauskultur, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur wird die Tradition als Literatencafé neu belebt. Mit der Literaturreihe Da Capo, Literatur im Café Central, wird jungen Schriftsteller:innen im Arkadenhof regelmäßig eine Bühne geboten, um vor Publikum aus ihren Werken zu lesen. Während der Renovierung übersiedelt Da Capo ins DECENTRAL. So verbindet das Café Central seit 150 Jahren Geschichte und Gegenwart, als einzigartiger Ort des Austauschs und der lebendigen Wiener Kaffeehauskultur.
Baustellen-Facts:
40 % mehr Raum für Kulinarik: Die Hauptküche wird auf rund 300 m² modernster Produktionsfläche erneuert und die Küche der Patisserie um rund 100 m² vergrößert.
80 % mehr Frischluft in der Küche: Die Luftmenge wird nahezu verdoppelt, für deutlich verbesserte Arbeitsplatzqualität und optimale Produktionsbedingungen. Pro Stunde wird damit künftig ein Luftvolumen bewegt, das dem Inhalt von mehreren Einfamilienhäusern entspricht.
80 m³ Erde unter dem Gebäude bewegt: Damit die neue Lüftung möglich wird, werden unter der Bodenplatte zusätzliche Kollektoren installiert. Dafür werden rund 80 Kubikmeter Erdreich ausgehoben. Das entspricht etwa acht voll beladenen Lkw-Ladungen.
350 m³ Rückbau im Bestand: Insgesamt werden rund 250 m³ Installationen sowie 100 m³ Betonfliesen und Estriche rückgebaut und fachgerecht abtransportiert. 800 m² neue Verfliesung wird verlegt, das entspricht in etwa der Fläche von vier Tennisplätzen an Boden- und Wandgestaltung.
20 % weniger Schallbelastung: Modernste Technik reduziert die Geräuschentwicklung der Anlagen für Anrainer:innen deutlich.
Fernkälte: Kühl, klimafreundlich und bereit für die Zukunft – durch den Anschluss an das Fernkältenetz werden 50 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart.
Rückfragen & Kontakt
VERKEHRSBUERO Corporate & Media Relations Managerin
Mag. Sonja Wegenstein
Telefon: 0664 6258457
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.verkehrsbuero.com
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