• 10.02.2026, 09:00:47
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PRESSEMITTEILUNG MOKI NÖ: Spezialisierungsverordnung 2026 Kinder- und Jugendlichenpflege: Mehr Professionalität – aber mit Nachbesserungsbedarf

PRESSEMITTEILUNG Spezialisierungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpflege sowie für Kinderintensivpflege: Mehr Professionalität – aber mit Nachbesserungsbedarf Bad Vöslau, 10. Februar 2026 - Die aktuell im Begutachtungsverfahren befindliche Gesundheits- und Krankenpflege-Spezialisierungsverordnung 2026 markiert nach langem Warten einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich dar. Für MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege bringt sie sowohl große Chancen für Qualität, Professionalisierung und internationale Anschlussfähigkeit, aber auch relevante Herausforderungen – insbesondere im Bereich der pädiatrischen Palliativpflege - mit sich.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter,

die tagtägliche Arbeit von MOKI NÖ ist geprägt von hochkomplexem gesundheitlichem Versorgungbedarf. „Kinder und Jugendliche mit schweren und/oder chronischen Erkrankungen, Früh- und Neugeborene, Kinder mit Behinderungen sowie Familien in palliativen Lebenssituationen benötigen eine fachliche exzellente, familienorientierte und wissenschaftlich fundierte Gesundheits- und Krankenpflege“, erklärt  Renate Hlauschek MMSc, Geschäftsführende Vorsitzende des Vereins MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege. 

Mit der neuen Spezialisierungsverordnung werden die Anforderungen der praktischen Realität von Kindern, Jugendlichen und deren Familien endlich angemessen abgebildet. Die für eine qualitätsvolle pflegerische Behandlung erforderlichen Kompetenzen gehen weit über die Inhalte der allgemeinen Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege hinaus und sind insbesondere in der Kinder- und Jugendlichenpflege sowie der Kinderintensivpflege von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität erkrankter Kinder und Jugendlicher. MOKI NÖ betont, dass damit die pädiatrische Gesundheits- und Krankenpflege formal und rechtlich endlich als eigenständige, hochspezialisierte Ausbildung und Spezialfach anerkannt wird und mit der Regelung der Ausbildung die notwendige Professionalisierung ermöglicht wird, die es erlaubt, den Anforderungen der beruflichen Praxis qualitätsvoll zu begegnen. 

Für die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen bei MOKI NÖ bedeutet dies auch eine Sichtbarmachung der hochkomplexen pflegerischen Anforderungen an die Expertise im mobilen Setting sowie eine bessere Vergleichbarkeit der Berufsausbildung auf nationaler und internationaler Ebene. Dies ermöglicht langfristig bessere Karriere- und Entwicklungsperspektiven für die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. „Gerade im ländlichen Raum ist spezialisierte mobile Kinderkrankenpflege entscheidend, um Versorgungslücken zu vermeiden und Familien wohnortnah und kontinuierlich zu unterstützen,“ so Renate Hlauschek. 

Besonders positiv sieht MOKI NÖ die Verankerung an Fachhochschulen und Universitäten, welche im Sinne der Professionalisierung der Disziplin der Gesundheits- und Krankenpflege die evidenzbasierte Pflege, klinische Entscheidungsfindung und eine reflektierte Praxis fördert. „Davon profitieren vor allem jene Kinder und Familien, die eine besonders anspruchsvolle und individuelle Versorgung benötigen“, so Renate Hlauschek. Ebenso wird die internationale Anschlussfähigkeit der neuen Abschlüsse begrüßt, da sie eine Anrechnung auf weiterführende beziehungsweise internationale Studiengänge bis hin zu Master- und Doktoratsprogrammen ermöglichen. Damit wird die pädiatrische Gesundheits- und Krankenpflege langfristig auch im wissenschaftlichen, gesundheitspolitischen und versorgungsrelevanten Diskurs gestärkt und einer Deprofessionalisierung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege entgegengewirkt. 

Als großer Vorteil wird zudem die Übergangsregelung gesehen, wonach bestehende Ausbildungen in Form von Sonderausbildungen noch bis 2032 begonnen und abgeschlossen werden können und ab 2033 als gleichwertig gelten. Diese Regelung ist notwendig, um Versorgungssicherheit, Personalplanung und berufliche Perspektiven für erfahrene Gesundheits- und Krankenpflegepersonen zu gewährleisten. „Die klare Verankerung der Kinder- und Jugendlichenpflege sowie Kinderintensivpflege im GuKG als Spezialisierung unterstreicht außerdem, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern gesonderte pflegerische Kompetenzen, Fachwissen und Perspektiven benötigen – insbesondere in der familienorientierten Versorgung, die für MOKI NÖ zentral ist“, erklärt Renate Hlauschek.

Gleichzeitig gibt es auch Punkte, die aus der Sicht von MOKI NÖ zu wenig berücksichtigt wurden. Besonders bedauerlich ist, dass die pädiatrische Palliativpflege bislang nicht als eigene Spezialisierung in der Verordnung verankert wurde. „Wir begleiten regelmäßig Kinder und deren Familien in palliativen Lebenssituationen, in denen hochspezialisierte pflegerische Kompetenzen, ethische Entscheidungsfähigkeit, psychosoziale Expertise und enge interprofessionelle Zusammenarbeit essenziell sind. Eine formale Spezialisierung in diesem Bereich wäre ein wichtiges Signal für die Bedeutung dieser anspruchsvollen Versorgungsform“, so Renate Hlauschek. Gerade in der pädiatrischen Palliativpflege zeigt sich, wie wichtig spezialisierte pflegerische Kompetenz, ethische Sicherheit und interprofessionelle Zusammenarbeit sind – insbesondere im mobilen Setting, das hohe Eigenverantwortung und fachliche Entscheidungssicherheit erfordert. 

Kritisch ist auch die weiterhin unklare Finanzierung der neuen Spezialisierungen. Ohne eine gesicherte öffentliche Finanzierung drohen hohe Eigenkosten für Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, was den Zugang sozial selektiv machen könnte. „Gerade in einem Bereich mit bereits angespanntem Personalschlüssel und bestehenden Einsparungsmaßnahmen besteht die Gefahr, dass dringend benötigte Fachkräfte von Weiterbildungswegen abgeschreckt werden. Zudem möchten wir auf die Gefahr aufmerksam machen, dass die Verordnung ohne zusätzlich geschaffene Ausbildungsplätze, strukturelle Entlastung und klare Personalplanung zu einer Papierreform werden könnte. Ein mehr an Berufsqualifikationen reicht nicht aus, um dem bestehenden Fachkräftemangel wirksam zu begegnen“, merkt Renate Hlauschek an.

Insgesamt ist die neue Spezialisierungsverordnung aus Sicht von MOKI NÖ ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Disziplin der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege und insbesondere der Kinder- und Jugendlichenpflege sowie Kinderintensivpflege. Sie bringt mehr fachliche Tiefe, wissenschaftliche Fundierung und internationale Vergleichbarkeit. Gleichzeitig braucht es klare Finanzierungsmodelle, realistische Umsetzungsstrategien und die Berücksichtigung zentraler Versorgungsbereiche wie der pädiatrischen Palliativpflege. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Verordnung nicht nur auch dem Papier, sondern auch im Pflegealltag und vor allem im Leben der betreuten Kinder und Familien spürbar wirksam wird. 

 

Über MOKI NÖ: MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege mit Sitz in Bad Vöslau wurde 1999 gegründet. Mit viel Einsatz und hoher fachlicher Kompetenz pflegt ein Team an diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen (Kinder- und Jugendlichenpflege) von Frühgeborenen bis hin zu Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen. Das Besondere: die Betreuung findet bei den Familien zu  Hause in gewohnter Umgebung statt. Neben den Pflegemaßnahmen werden Ressourcen geschaffen, damit Angehörige durchatmen können. Da aber nicht alles 

aus öffentlicher Hand finanziert werden kann, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Seit 2018 wird die Qualität und Seriosität von MOKI NÖ im Umgang mit den Spenden durch die Prüfung des Österreichischen Spendengütesiegels bestätigt. Damit ist jede Spende steuerlich absetzbar.

Weitere Informationen: www.noe.moki.at

 

Bei weiteren Fragen, stehe ich Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.

Beste Grüße

Eva Nahrgang

Rückfragen & Kontakt

Public Relations Atelier
Mag. Eva Nahrgang
Telefon: 06645348400
E-Mail: [email protected]

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