- 28.01.2026, 13:33:38
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LR Steinkellner: Lebenslanger Führerscheinentzug: Überzogen, unverhältnismäßig und lebensfremd
LR Steinkellner: Lebenslanger Führerscheinentzug: Überzogen, unverhältnismäßig und lebensfremd
Die aktuell diskutierte Forderung nach einem lebenslangen Führerscheinentzug für sogenannte „Raser“ stößt auf deutliche Kritik. Was als Beitrag zur Verkehrssicherheit präsentiert wird, ist bei näherer Betrachtung maßlos überzogen, rechtlich fragwürdig und gesellschaftlich realitätsfern.
Unbestritten ist: Gefährliche Raserei muss konsequent geahndet werden. Dafür stehen bereits heute wirksame Instrumente zur Verfügung – von empfindlichen Geldstrafen über befristete Führerscheinentzüge bis hin zu Fahrzeugbeschlagnahmen in Extremfällen. Ein lebenslanger Entzug der Lenkberechtigung überschreitet jedoch klar die Grenze der Verhältnismäßigkeit, die sowohl im Verwaltungs- als auch im Strafrecht ein zentrales Prinzip darstellt.
Für besonders schwere oder gefährliche Fälle sieht die bestehende Rechtsordnung bereits strafrechtliche Konsequenzen vor. Gerade dort ist eine sorgfältige Einzelfallprüfung möglich, um Schuld, Gefährdung und Folgen angemessen zu bewerten. Pauschale lebenslange Maßnahmen im Verwaltungsrecht sind dafür weder erforderlich noch sachgerecht.
Landesrat Günther Steinkellner betont in diesem Zusammenhang:
„Gerade in ländlichen Regionen ist der Führerschein für viele Menschen eine echte Lebensgrundlage – für den Weg zur Arbeit, für Selbstständige, für die Pflege von Angehörigen oder für alltägliche Besorgungen. Ein lebenslanger Entzug würde faktisch einem sozialen Berufs- und Mobilitätsverbot gleichkommen.“
Während Mobilität in urbanen Zentren vielfach durch Alternativen abgesichert ist, bedeutet der Verlust der Lenkberechtigung im ländlichen Raum oft einen massiven Einschnitt in berufliche Existenz, soziale Teilhabe und Selbstständigkeit. Diese Lebensrealität müsse bei politischen Forderungen berücksichtigt werden.
Eine verantwortungsvolle Verkehrspolitik müsse daher auf konsequente Anwendung bestehender Gesetze, gezielte Kontrollen, Prävention und Bewusstseinsbildung setzen. Forderungen nach pauschalen Maximalstrafen tragen weder zu mehr Verkehrssicherheit noch zu mehr Akzeptanz bei, sondern gehen an rechtsstaatlichen Grundsätzen und der Lebensrealität vieler Menschen vorbei.
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Georg Helmut Pollak
Presse LR Steinkellner
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