- 28.10.2025, 09:00:02
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Themeninput Allerheiligen/Allerseelen/Suizidprävention: Würde wahren - Menschen in Krisen nicht allein lassen
PRESSEMITTEILUNG Würde wahren – Menschen in Krisen nicht allein lassen Mödling, 28. Oktober 2025 - Allerheiligen und Allerseelen sind Tage, an denen wir unseren Verstorbenen gedenken. Gleichzeitig führen sie uns die Zerbrechlichkeit des Lebens vor Augen und die Ängste, die viele Menschen mit schwerer Krankheit, Leiden und dem Verlust ihrer Würde verbinden. Nicht selten äußern Betroffene in solchen Situationen den Wunsch, nicht mehr weiterleben zu wollen. Der Landesverband Hospiz NÖ möchte auf dieses sensible Thema aufmerksam machen.
Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter,
„Hinter dem Wunsch sterben zu wollen, steckt fast immer das tiefe Bedürfnis nach Entlastung, Beziehung und Halt“, betont Petra Kozisnik, BSc, Geschäftsführerin Landessverband Hospiz NÖ. „Wenn wir Menschen zuhören, sie als Person beziehungsweise sie in ihrem Sein sehen und hören, ihnen einen Raum für ihre Sorgen und ihre Not geben, kann daraus neue Kraft entstehen“.
Schwere Erkrankungen und das Erleben von Abhängigkeit führen oft zu der Sorge, anderen zur Last zu fallen, die eigene Selbstbestimmung und auch an Wert zu verlieren. Die Angst vor unerträglichem körperlichem Schmerz, aber auch davor, nicht mehr als Mensch in seiner ganzen Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, belastet viele Betroffene zutiefst. Diese Sorgen sind häufig stärker als die eigentliche Angst vor dem Tod selbst. Hospiz- und Palliative Care setzt genau hier an: Sie lindert Leiden, stärkt die Autonomie und hilft, dass Menschen auch in schwierigen Phasen ihr Leben in Würde und jedenfalls wertgeschätzt gestalten können.
Räume für Vertrauen und Halt
Die Hospiz- und Palliativbewegung begleitet Menschen in körperlicher und seelischer Not - nicht nur am Lebensende, sondern auch in existenziellen Krisen. Es geht, darum, Menschen in ihrer Ganzheit wahrzunehmen: körperlich, seelisch, sozial und spirituell. „Wir erleben immer wieder, dass Menschen in ausweglos erscheinenden Situationen neue Perspektiven und oftmals auch Schönes finden können – wenn sie sich getragen und nicht allein gelassen fühlen“, so Petra Kozisnik. Hospiz und Palliative Care eröffnet solche Rume der Begleitung und zeigt Wege auf – weg von der reinen Frage nach dem Ende, hin zu einer Haltung des Lebens – trotz Not, trotz Angst, trotz Abhängigkeit und trotz Krise.
Ein gesellschaftlicher Auftrag
Begleitung in schweren Lebensphasen braucht viele Hände: Angehörige, Freunde, Nachbarschaft, professionelle Unterstützerinnen und Unterstützer sowie eine Gesellschaft, die hinschaut und hinspürt. Dazu gehören ein offener Umgang mit Krankheit und Krisen, Sorge füreinander als gesellschaftlicher Wert, der Abbau von Stigmata und der Ausbau von Unterstützungsangeboten. An Allerheiligen wird das Andenken an Verstorbene bewusst in den Mittelpunkt gestellt. Für Angehörige, insbesondere nach Suizid, kann dies ein besonders berührender und zugleich schmerzhafter Moment sein. Umso bedeutsamer ist es, Trauer in Gemeinschaft tragen zu dürfen und Unterstützung zu erleben.
Damit Sterbewünsche nicht in Suizid münden und Suizidprävention gelingt, ist ein Zusammenwirken von Gesellschaft, Politik und Gesundheitswesen erforderlich – von jedem Einzelnen, die mit den betroffenen Menschen verwoben sind. Dazu gehören ein offener Umgang mit dem Ausdruck von seelischer Not, mit psychischen Erkrankungen, der Abbau von Stigmata sowie der Ausbau niederschwelliger Unterstützungsangebote.
Der Landesverband Hospiz NÖ setzt sich dafür ein, dass Betroffene und ihre Familien frühzeitig Beratung und Begleitung erhalten. „Prävention bedeutet für uns, nicht erst in der Krise zu reagieren, sondern rechtzeitig und immerfort mit menschlicher Wärme und professioneller Unterstützung da zu sein““, unterstreicht Petra Kozisnik.
Hinweis auf Hilfsangebote
Wenn Sie selbst in einer schwierigen Lebenssituation sind oder sich um jemanden Sorgen machen, finden Sie hier Hilfe:
Vielfältige Angebote zur Unterstützung und Förderung im Alltag: www.hospiz-noe.at/entlastungsangebote/
Telefonseelsorge: Notruf 142 (rund um die Uhr)
Rat auf Draht: Notruf 147 (rund um die Uhr für Kinder und Jugendliche)
Suizidprävention online: www.suizid-praevention.at; www.bittelebe.at
Über den Landesverband Hospiz NÖ: Der Landesverband Hospiz NÖ wurde 2001 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Mödling gegründet. Als Dachorganisation ist der Landesverband Hospiz NÖ mit allen Hospiz- und Palliative Care Angeboten und Initiativen in Niederösterreich eng verbunden und fungiert als Botschafter für einen guten und würdevollen Umgang mit dem Leben und dem Sterben. Kernkompetenzen sind die kontinuierliche Qualitätsentwicklung in der niederösterreichischen Hospiz- und Palliativversorgung
sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Gesundheitsversorgung für Hospiz und Palliative Care.
Wesentlich ist es, sicherzustellen, dass alle Menschen – unabhängig von sozioökonomischem Hintergrund – Zugang zu qualitativ hochwertiger Hospiz- und Palliative Care bekommen.
Sterben betrifft uns alle. Sprechen wir darüber.
Weitere Informationen: www.hospiz-noe.at
Bei weiteren Fragen, stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung!
Beste Grüße
Eva Nahrgang
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Public Relations Atelier, Mag. Eva Nahrgang
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