• 06.05.2004, 09:48:22
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Greenpeace: Kein Gentech-Tierfutter für Knabbernossi-Schweine!

Greenpeace räumt Snack-Wurst aus Interspar-Regalen

Wien (OTS) - Seit heute Morgen protestieren 20
Greenpeace-Aktivisten in und vor einer Filiale der Supermarktkette
"Interspar" in Wien Mitte gegen die Verwendung von Gentechnik im
Tierfutter bei der Herstellung des bekannten Wurstprodukts
"Knabbernossi". Nachdem die Umweltschützer in der Filiale alle
"Knabbernossi" aus den Regalen geräumt hatten, protestieren sie am
Vormittag vor dem Eingang der Filiale mit einem vier Meter großen
"Gentech-Knabbernossi". Auf den Transparenten steht "Gentech raus aus
der Wurst". Greenpeace will heute darauf aufmerksam machen, dass die
österreichischen Konsumenten ohne ihr Wissen täglich Fleisch, Wurst,
Milch, Käse und Eier von Tieren kaufen, die mit gentechnisch
verändertem Tierfutter gemästet wurden. "Gerade bei Knabbernossi,
einem Produkt speziell für Kinder und Jugendliche, sollte kein
Gentech-Tierfutter verfüttert werden!", so Steffen Nichtenberger,
Greenpeace-Experte für Futtermittel.

Die Snack-Wurst "Knabbernossi" der Firma Maresi ist ein typisches
Produkt, bei dessen Herstellung Gentech-Futtermittel zum Einsatz
kommen. "Wir fordern die Firma Maresi auf, bei der Produktion von
'Knabbernossi' sofort auf Tierfutter ohne Gentech-Soja umzustellen",
protestiert Nichtenberger. "So lange Maresi das nicht umsetzt, werden
wir in ganz Österreich auf den Einsatz von Gentechnik bei der
Herstellung von Knabbernossi aufmerksam machen und den Konsumenten
empfehlen, vergleichbare Produkte ohne Gentechnik einzukaufen", so
Nichtenberger. Knabbernossi wird aus Schweinespeck und Rindfleisch
hergestellt.

Nach jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Verwendung von
gentechnisch veränderten Zutaten wie Soja im Tierfutter höchst
bedenklich. Bei Mäusen, die mit gentechnisch veränderter Soja
gefüttert wurden, sind vergrößerte Zellkerne festgestellt worden.
Nach der Verfütterung des Gentech-Mais MON 863 an Ratten wurden
gravierende gesundheitliche Auswirkungen festgestellt. Außerdem kann
die DNA der aufgenommenen Nahrung im Verdauungstrakt von Tieren
überleben und ist sogar in den Körperzellen nachweisbar. Man kann
auch nicht mit Sicherheit ausschließen, dass durch den Genuss von
Gentech-Lebensmitteln Allergien auftreten können.

Seit dem 18.April herrscht EU-weit eine neue
Gentechnik-Kennzeichnungspflicht. Lebensmittel und auch Futtermittel,
die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, müssen seitdem
entsprechend gekennzeichnet werden. Dennoch gibt es eine große Lücke
in der Kennzeichnung: Tierische Produkte - Fleisch, Wurst, Milch,
Eier und Käse, bei deren Herstellung Gentech-Futter verwendet wurde,
müssen nicht gekennzeichnet sein. Jährlich werden etwa 550.000 Tonnen
Soja zur Futtermittelherstellung nach Österreich importiert, die im
Durchschnitt zu zwei Drittel gentechnisch verseucht sind. "Über die
Hintertür der Futtermittel für Schweine oder Rinder landet die
Gentechnik auf den Tellern der Österreicher und eben auch in der
Knabbernossi", warnt Nichtenberger die Konsumenten von Tierprodukten.

Greenpeace hat über Hundert Fleisch- und Wurstproduzenten in ganz
Österreich zum Einsatz von gentechnisch veränderter Soja in der
Tierfütterung befragt. "Das Ergebnis ist erschreckend: Mit Ausnahme
von Bio-Produkten ist bei fast allen österreichischen Fleisch- und
Wurstprodukten Gentech-Tierfutter im Spiel", klärt Nichtenberger auf
und verweist auf eine ISMA-Umfrage, die vor kurzem von Greenpeace
präsentiert wurde. Danach wollen 88 Prozent der Österreicher keine
tierischen Produkte kaufen, wenn sie wüssten, dass die Tiere mit
gentechnisch verändertem Futter gemästet wurden. 95 Prozent von ihnen
würde sogar einen höheren Preis für Fleisch aus gentech-freier
Fütterung bezahlen. "Die Lebensmittelindustrie muss endlich handeln",
fordert Nichtenberger.

Weitere Hintergrundinformationen, Fallbeispiele und Downloads:
http://www.greenpeace.at/441.html.

OTS0054    2004-05-06/09:48

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