• 01.07.1999, 10:00:07
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  • OTS0055

Kfz-Versicherungssummen:Österreich zählt zu EU-Schlußlichtern -GRAFIK

ÖAMTC fordert gesetzliche Erhöhung zum Schutz der Verkehrsopfer

Wien (ÖAMTC-Presse) - Österreich ist nach wie vor eines der
schwächsten Länder bei den Mindestversicherungssummen in der
Kfz-Haftpflichtversicherung innerhalb der EU. Der ÖAMTC fordert nun
eine Erhöhung der gesetzlich garantierten Mindestversicherungssummen.

"Unfälle wie jener im Tauerntunnel haben sehr deutlich gezeigt,
wie wenig die derzeit garantierten S 15 Millionen pauschaler Schutz
pro Fahrzeug für Personen- und Sachschäden ist", so ÖAMTC-Chefjurist
Dr. Hugo Haupfleisch. Nach derzeitigen Schätzungen betragen allein
die Personen- und Fahrzeugschäden S 50 Millionen. Dazu kommen noch
die Reparaturkosten am Tunnel selbst von S 40 bis 50 Millionen.

Ist die Schadenssumme höher als die Deckung der Haftpflicht, kommt
der Unfallverursacher zum Handkuß. Er muß in einem solchen Fall damit
rechnen, daß er die Ersatzleistungen, für die er nicht versichert
ist, lebenslänglich aus der eigenen Tasche bezahlen muß. Ist der
Schädiger oder der Fahrzeugeigentümer vermögenslos, erhalten die
Verkehrsopfer unter Umständen nur einen Bruchteil ihres Schadens
ersetzt.

Der ÖAMTC hat nun in einem Brief die Regierung aufgefordert, für
eine Erhöhung der Mindestsummen zu sorgen. Eine schrittweise Erhöhung
der Pauschale auf mindestens 7 Millionen Euro (entspricht fast S 100
Millionen) würde auch Österreich auf den Standard der EU-Länder mit
vorbildlichem Versicherungsschutz bringen.

Unbegrenzte Personendeckung bereits in sieben EU-Ländern

Im europäischen Vergleich liegt die Mehrzahl der Länder deutlich
besser als Österreich: In Deutschland zahlt die Versicherung bei
Personenschäden S 105 Millionen, in Schweden werden sogar umgerechnet
S 454 Millionen garantiert. Finnland, Frankreich, Großbritannien,
Irland und Spanien haben unbeschränkte Personendeckung. In Luxemburg
und Belgien ist sogar zusätzlich auch der Sachschaden unbegrenzt
abgesichert.

Nur Griechenland, Italien, Portugal und die Niederlande liegen mit
Personen- und Sachschadendeckung noch hinter Österreich. Jeder
Tourist sollte daher vor Reisen in diese Länder eine eigene
Kaskoversicherung abschließen, um bei Großschäden vollen Ersatz zu
bekommen, auch wenn die "Gegenseite" zu 100 Prozent schuld am Unfall
ist.

Der ÖAMTC fordert die Versicherungswirtschaft auf, sich nicht
ständig mit Hinweis auf drohende dramatische Prämienerhöhungen am
Problem vorbeizuschwindeln: Wenn alle Versicherten das Risiko
gemeinsam tragen, sind die Mehrkosten bei der zum Glück nur geringen
Zahl von Großschäden im Bereich von ein paar Schilling, so der
ÖAMTC-Jurist abschließend.

Siehe auch AOM/Original Grafik-Service
www.ots.apa.at/file-service/4078.htm

Rückfragehinweis. ÖAMTC-Pressestelle/Barbara Chaloupek

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