• 17.01.2017, 12:05:34
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  • OTS0118

Treibjagd auf gefütterte Wildschweine: 11 Tierkinder kamen lebend aus erschossener Mutter

Wald nordöstlich von Luising mit österreichischem Jagdpächter: bei Treibjagd wird hochschwangere Wildschweinmutter erschossen, 11 Kinder aus Bauch geschnitten

Utl.: Wald nordöstlich von Luising mit österreichischem Jagdpächter:
bei Treibjagd wird hochschwangere Wildschweinmutter
erschossen, 11 Kinder aus Bauch geschnitten =

Wien (OTS) - Normalerweise paaren sich die Wildschweine in
Mitteleuropa von November bis Jänner und gebären ihre Kinder zwischen
März und Mai, um auf den Nahrungsengpass im Winter Rücksicht zu
nehmen. Doch bei den ständigen Fütterungen durch die Jägerschaft, die
leider mittlerweile üblich geworden sind, hat sich das alles
geändert. Die Fortpflanzung bei den Wildschweinen wurde völlig von
der Jahreszeit entkoppelt und kann sogar bis zu 3 Mal im Jahr
stattfinden. So gibt es auch Mitte Jänner hochschwangere Wildschweine
mit Geburtstermin 1 Woche später. Ohne Fütterungen gäbe es das nicht!

Nun hat wieder einmal in einem Wald nordöstlich von Luising mit
österreichischem Jagdpächter eine Treibjagd auf Wildschweine
stattgefunden. Bei Treibjagden mit zahlenden Jagdgästen wird auf
alles geschossen, was sich bewegt. In der Schnelle ist es ja nicht
möglich, den Zustand, das Alter oder auch das Geschlecht der Tiere
abzuschätzen. Die Wildschweine flüchten auch im vollen Galopp,
deshalb treffen nur 10 % (!) der Schüsse bei dieser Jagdform
unmittelbar tödlich. Nach dieser Treibjagd fanden besorgte
BürgerInnen die Reste einer erschossenen Wildschweinmutter. Der Bauch
war aufgeschlitzt und 11 junge Wildschweinbabies waren zum Vorschein
gekommen – lebendig! So grausam sind Treibjagden, insbesondere wenn
durch ständige Fütterungen die Populationen nicht nur hochgehalten
werden, sondern auch der Fortpflanzungszyklus so durcheinander
gebracht wird, dass man jederzeit mit hochschwangeren Tieren rechnen
muss.

VGT-Obmann Martin Balluch ist entsetzt: „Die Burgenländische
Landesrätin Verena Dunst möchte in den nächsten Wochen eine
Totalreform des Jagdgesetzes herausbringen. Dabei ist der
angekündigte Paradigmenwechsel leider nicht zu erkennen. In der
vorliegenden Formulierung sind Gatterjagden auf Zuchtwildschweine
genauso weiterhin erlaubt, wie die Möglichkeit offen steht,
Wildschweine ständig zu füttern. Angesichts dieser weiteren
Tiertragödie plädieren wir an Landesrätin Dunst, die Gatterjagd
zusammen mit den Fütterungen vollständig zu verbieten!“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGT

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