- 18.11.2016, 17:25:09
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Parlament: TOP im Nationalrat am 24. November
Budget 2017: Diskussion über Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Verkehr, Innovation und Technologie, Landesverteidigung und Finanzen
Utl.: Budget 2017: Diskussion über Wissenschaft und Forschung,
Wirtschaft, Verkehr, Innovation und Technologie,
Landesverteidigung
und Finanzen =
Wien (PK) - An diesem Plenartag wird über den Bundesvoranschlag 2017
endgültig abgestimmt. Davor stehen noch die Untergliederungen
Wissenschaft und Forschung sowie Wirtschaft auf dem Programm.
Diskutiert werden zudem die Themen Verkehr, Innovation und
Technologie sowie Landesverteidigung und Finanzen.
Wissenschaft und Forschung
Das Budget für Wissenschaft und Forschung steigt 2017 erneut, und
zwar um 84 Mio. €. Damit sollen nicht zuletzt auch Anreize zur
Stärkung von wissens- und technologieorientierten Start-Ups gegeben
und akademische Spin-Offs in Österreich finanziert werden.
Budgetiert sind insgesamt ca. 4,36 Mrd. €. Die vorgesehenen
Steigerungen des Budgets verteilen sich auf mehrere Bereiche. So sind
zusätzliche Auszahlungen für den Klinischen Mehraufwand vorgesehen,
etwa für Baumaßnahmen am AKH-Wien. 2017 werden hier zusätzlich 42,5
Mio. € ausgegeben, von 2016 bis 2020 werden es rund 220 Mio. € sein.
Für den Ausbau des Fachhochschulsektors gibt es 13 Mio. € zusätzlich.
Es erfolgt auch eine Erhöhung der Grundbudgets der Universitäten um 5
Mio. € und der sonstigen Transfers an sie um 20 Mio. €. Das Budget
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wird um 5 Mio. €
erhöht. Geht es nach Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner,
sind die Erhöhungen der Hochschulbudgets aber nur bei
Zugangsregelungen wirksam.
Wirtschaft
Das Wirtschaftsressort setzt 2017 auf die Förderung von Start-Ups und
sieht im Finanzierungsvorschlag insgesamt 341,5 Mio. € an
Einzahlungen vor, wobei den größten Teil davon die Einnahmen aus
operativer Verwaltungstätigkeit und Transfers mit 304,6 Mio. €
ausmachen. Für die Start-Up-Initiative der Regierung sollen
Budgetmittel von insgesamt 185 Mio. € eingesetzt werden, von denen
32,2 Mio. € bereits im Jahr 2017 zur Auszahlung gelangen, wie
Mitterlehner im Budgetausschuss prognostizierte.
Die Auszahlungen setzt der Entwurf mit 370,1 Mio. € an. Mit 159,4
Mio. € sind auch hier die Transferleistungen an die Wirtschaft der
größte Posten, die Zentralstelle sowie das Eich- und Vermessungswesen
schlagen sich mit jeweils rund 83 Mio. € zu Buche,
Investitionstätigkeit und Verwaltungsaufwand bei den historischen
Objekten schließlich werden mit 43,3 Mio. € angesetzt.
Verkehr, Innovation und Technologie inklusive Forschung
Ein beträchtlicher Teil der Bundesmittel für die angewandte Forschung
entfällt auf das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie. Diese Mittel haben in den letzten Jahren stark
zugenommen, sie wuchsen im Zeitraum 2012 bis 2017 jährlich
durchschnittlich um 4,9%, weit stärker als in den anderen Ressorts im
F&E-Bereich. Mit den Mitteln der Forschungsförderung soll das hohe
Niveau des Forschungs-, Technologie- und Innovationsstandorts
Österreich erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit und FTI-Intensität
österreichischer Unternehmen erhöht werden. Budgetäre Schwerpunkte
sind laut Bundesminister Jörg Leichtfried die Themen Intelligente
Mobilität, Energie und Nachhaltigkeit, Informations- und
Kommunikationstechnologie, Intelligente Produktion und Sicherheit
bzw. Schutz kritischer Infrastruktur, Luft- und Raumfahrt sowie
Förderung von Humanpotenzial. Besonderes Interesse gilt der
Elektromobilität.
Weitere Schwerpunkte setzt das Ressort im Bereich der Forschungs-
Infrastruktur, indem es die wichtigsten außeruniversitären und
wirtschaftsbezogenen Forschungseinrichtungen in Form von mehrjährigen
Vereinbarungen unterstützt, z.B. von Joanneum Research oder Salzburg
Research. Das Austrian Institute of Technology (AIT) ist der größte
Empfänger, 2017 wird diese Forschungseinrichtung insgesamt 50,7 Mio.
€ vom BMVIT erhalten. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist die
Steigerung der FTI-Intensität österreichischer Unternehmen. Dazu
sollen Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gefördert
werden. Grundsätzlich liegt Österreich mit seiner F&E-Quote
international an der Spitze, zuletzt lag sie bei 3,07% des BIP.
Besonderes Augenmerk wird der Förderung von Start-Ups gewidmet, das
Ressort trägt 2017 zu den Maßnahmen des Start-Up Pakets der Regierung
3,6 Mio. € bei. Insgesamt werden für das Start-Up Paket von der
Bundesregierung Budgetmittel von 185 Mio. € (davon 32,2 Mio. € im
Jahr 2017) und weitere 100 Mio. € an Garantien für die Startphase von
innovativen neuen Unternehmen eingesetzt werden. Auch der weitere
Breitbandausbau zählt zu den wichtigen Zielen des Ressorts, den der
Ressortchef aber auf Basis einer aktuellen Evaluierung effektiver
gestalten möchte.
Die Infrastrukturausgaben für die ÖBB nehmen von 2017 bis 2021 von
1,8 Mrd. € auf 2,7 Mrd. € zu. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
in Straßentunnels sind 2017 290 Mio. € budgetiert, von 2014 bis 2019
insgesamt 1,6 Mrd. €.
Landesverteidigung
Das Budget des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport
beträgt laut Bundesvoranschlag 2017 rund 2,3 Mrd. €. Es steigt damit
gegenüber dem Bundesvoranschlag 2016 um 246,4 Mio. € oder 11,9%.
Für das Bundesheer wurde mit "ÖBH 2018" ein
Sonderinvestitionsprogramm vereinbart, das insgesamt 350 Mio. € als
Sonderfinanzierung für die Jahre 2016 bis 2019 umfasst. Im Jahr 2017
sollen 96 Mio. € daraus investiert werden, für die Folgejahre ist im
Wesentlichen eine gleichmäßige Verteilung der verbleibenden Mittel
(254 Mio. €) geplant. Ab dem Jahr 2020 soll eine zweite Tranche an
Sonderinvestitionen im Ausmaß von 266 Mio. € vorgenommen werden,
womit insgesamt 616 Mio. € zusätzlich in das Bundesheer investiert
werden.
Die Beteiligung des Bundesheeres an der Bewältigung der Flucht- und
Migrationsbewegungen geht 2017 weiter. So sind 24 Mio. € für
Unterstützungsleistungen für das Bundesministerium für Inneres und 49
Mio. € für den Assistenzeinsatz budgetiert. Der Großteil des Anstiegs
im Budget des nächsten Jahres, insgesamt 223 Mio. €, umfasst damit
Mittel, die für die aktuellen Herausforderungen in sicherheits- und
migrationspolitischer Hinsicht bereitgestellt werden.
Das Budget des Bundesheeres ist 2017 stark auf Investitionen in die
Infrastruktur ausgerichtet. 52,9 Mio. € fließen dabei in technische
Anlagen, Werkzeuge und Fahrzeuge. Bis 2020 sollen laut Doskozil rund
500 Mio. € in die Infrastruktur des Heeres fließen.
Sport
Laut Budgetentwurf sind für den Bereich Sport im kommenden Jahr 142,3
Mio. € veranschlagt. Das entspricht zwar einer Erhöhung gegenüber
2016 von 9,3 Mio. €, das Plus ist aber ausschließlich mit der
nunmehrigen Eingliederung des Heeressportzentrums in diesen
Budgettopf zu begründen. Konkret sind für die Allgemeine
Sportförderung 38,7 Mio. €, für die Besondere Sportförderung 80 Mio.
€, für Sportgroßprojekte 4.000 € sowie für die
Bundessporteinrichtungen 6,5 Mio. € budgetiert.
Finanzen
Vor der Schlussabstimmung geht es im Plenum noch um das Budget des
Finanzressorts. Der größte Auszahlungsbetrag ist 2017 mit 9,23 Mrd. €
(2016: 9,01 Mrd. €) bei den Pensionen der BeamtInnen budgetiert.
Auszahlungen von 962,2 Mio. € sind beim Finanzausgleich (2016: 976
Mio. €) und 681,3 Mio. € bei der Umsetzung des Bankenpakets (2016:
771,7 Mio. €) budgetiert.
An Einzahlungen erwartet der Finanzminister im Jahr 2017 51,02 Mrd. €
aus öffentlichen Abgaben (2016: 49,38 Mrd. €), 2,26 Mrd. € aus
Pensionsbeiträgen der BeamtInnen (2016: 2,26 Mrd.), 1,42 Mrd. € aus
der Kassenverwaltung (2016: 1,41 Mrd. €), 979,1 Mio. € aus der
Verwaltung des Bundesvermögens (2016: 1,27 Mrd. €), 599,1 Mio. €
(2016: 517,5 Mio. €) aus dem Finanzausgleich und 54,9 Mio. € aus dem
Bankenpaket (2016: 635 Mio. €). Der neue Finanzausgleich ist im
Bundesvoranschlag 2017 noch nicht berücksichtigt.
Schlussabstimmung
Insgesamt sind 2017 Einnahmen von 73,16 Mrd. € und Ausgaben von 77,46
Mrd. € budgetiert. Das Maastricht-Defizit liegt bei 1,2%. Die
Schuldenquote ist mit 80,9% hoch, nach den Maastricht-Regeln sollte
sie bei 60% liegen, der Trend geht aber zurück. Die Höchstgrenze für
das strukturelle Defizit mit 0,35% wird mit budgetierten 0,5%
ebenfalls verfehlt, Schelling hatte dies in seiner Budgetrede als
wenig ambitioniert bezeichnet. (Schluss) jan/keg
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