• 06.10.2016, 12:15:03
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  • OTS0147

Rumänien verbietet Trophäenjagd auf Großraubtiere – VGT fragt: und Österreich?

Wieso gelingt in Osteuropa, was in Österreich undenkbar wäre: gesunde Raubtierpopulationen, waldangepasste Paarhuferanzahl, naturnahe Altwälder

Utl.: Wieso gelingt in Osteuropa, was in Österreich undenkbar wäre:
gesunde Raubtierpopulationen, waldangepasste Paarhuferanzahl,
naturnahe Altwälder =

Wien (OTS) - Wird in Österreich ein Luchs ausgesetzt, sogar in einem
Nationalpark, endet er rasch in der Kühltruhe von JägerInnen. Die
Bärenpopulation von etwa 30 Tieren im
niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurde innerhalb weniger
Jahre ausgelöscht. Und selbst der Landwirtschaftsminister propagiert
den Abschuss von Wölfen, die noch nicht einmal ins Land gekommen
sind. Österreich ist eines von nur 2 Ländern Europas, in dem es keine
Wölfe gibt. Und gleichzeitig ist Österreich das Land mit der
europaweit größten Wilddichte an Rothirschen und Rehen, die den Wald
zerstören. Österreich ist in der Hand einer Jägerschaft außer Rand
und Band, die keine Grenze in ihrer Gier nach Abschüssen und
Trophäen, und in ihrem Hass auf Raubtiere kennt.

Ganz anders Rumänien. Dort gibt es nicht nur erstaunlich viele
unberührte Urwälder mit artenreichen Baumbeständen, sondern auch
keine Futterstellen für Paarhufer und gleichzeitig eine natürlich
hohe Großraubtierdichte. Und Rumänien hat dennoch jetzt verlautbart,
dass die Trophäenjagd auf Wolf, Bär, Luchs und Wildkatze
grundsätzlich verboten wird. Und das, obwohl bisher jährlich 550
Bären, 600 Wölfe und 500 Luchse zum Preis von jeweils € 10.000
geschossen werden durften! In den Südkarpaten gibt es etwa 6000
Bären, 3000 Wölfe und 1500 Luchse. Flächenmäßig ist dieses Gebiet mit
dem Alpenbogen von Wien bis Osttirol vergleichbar. Und die Natur wird
nicht weniger genutzt als in Österreich, überall sind Almen, auf
denen im Sommer Tiere weiden, selbst Weideschweine gibt es, neben
Schafen, Kühen und Pferden.

VGT-Obmann Martin Balluch ist jedes Jahr mehrere Wochen in den
rumänischen Karpaten mit dem Zelt unterwegs: „Da sieht man, dass die
osteuropäischen Länder in mancher Hinsicht wesentlich weiter sind,
als wir. In Österreich herrscht die Jägerschaft mit derartiger
Brachialgewalt, dass jede Kritik erstickt wird, jeder Fortschritt
verhindert, jeder jagdliche Unsinn (Gatterjagd und Aussetzen von
Zuchtvögeln) erhalten bleibt und die Natur nirgends regenerieren kann
(Überpopulation von Paarhufern und Ausrottung der Großraubtiere, in
beiden ist Österreich Europameister). Österreich hat anteilsmäßig
deutlich mehr Natur als Deutschland, und dort leben bereits 46
Wolfsrudel, in Österreich wird dagegen jeder Durchzügler sofort
abgeschossen. Ein Paradigmenwechsel von der Jagd zum
Wildtiermanagement auf Basis von Ökologie und Tierschutz ist höchst
an der Zeit!“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGT

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