• 30.09.2016, 11:00:01
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Life Science Call 2016: WWTF vergibt rund 4,7 Millionen Euro Förderung für Präzisionsmedizin

Alle fünf geförderten Projekte mit direktem Bezug zur MedUni Wien

Utl.: Alle fünf geförderten Projekte mit direktem Bezug zur MedUni
Wien =

Wien (OTS) - Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und
Technologiefonds (WWTF) hat am Freitag im Rahmen eines
Pressegesprächs an der MedUni Wien die fünf erfolgreichen Projekte
des „Life Science Calls 2016“ für Präzisionsmedizin (personalisierte
Medizin) bekanntgegeben. Insgesamt wird eine Förderung von rund 4,7
Millionen Euro vergeben. An allen Projekten ist die Medizinische
Universität Wien maßgeblich beteiligt.

„Präzisionsmedizin in Kombination mit modernen
High-Throughput-Technologien öffnet die Türen zur nächsten Generation
der Medizin, in der die einzelnen Patienten im Vordergrund stehen.
Die große Anzahl an exzellenten Anträgen zeigt, wie stark dieser
Trend in Wien vertreten ist. Daher hat der WWTF die Mittel für diesen
Call gewidmet um den Standort Wien in der Präzisionsmedizin zu
fördern, insbesondere die interdisziplinäre Forschung und die
Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wiener Institutionen“, so
Michael Stampfer, Geschäftsführer des WWTF. „Die mit ca. 4,7
Millionen Euro vom WWTF geförderten Projekte haben das Ziel, durch
die Identifizierung der individuellen Merkmale der Patienten, mittels
genetischer Untersuchungen und anderen High-Throughput-Methoden (sog.
‚-omics‘), gezielt Therapien und Diagnosen zu erforschen und
verbessern.“

„Dass alle fünf prämierten Projekte einen direkten Bezug zur MedUni
Wien haben bzw. direkt bei uns laufen, ist ein herausragender Erfolg
und zeigt, dass die Medizinische Universität Wien insbesondere bei
der Präzisionsmedizin, die der wichtigste Trend der Medizin im 21.
Jahrhundert ist, eine führende Rolle einnimmt. Dem entsprechen wir an
der MedUni Wien auch mit dem neuen Zentrum für Präzisionsmedizin am
MedUni Campus AKH, dessen Baubeginn für 2018 geplant ist und das
gewährleistet, dass Ergebnisse der Grundlagenforschung so rasch wie
möglich den Patienten und Patientinnen in einer personalisierten
Therapie zu Gute kommt“, sagt Michaela Fritz, Vizerektorin für
Forschung und Innovation der MedUni Wien.

Die fünf geförderten Projekte im Detail:

„Prolongation of kidney transplant survival through risk
stratification of omics-wide incompatibilities using systems biology
- a personalized medicine approach.“
Rainer Oberbauer, Leiter der klinischen Abteilung für Nephrologie und
Dialyse (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien).
Projektbeschreibung: Erforschung personalisierter, genetischer
Faktoren beim Spender und Empfänger, die das Risiko, das
Nieren-Transplantat zu verlieren, vorhersagen können.

„Therapeutic targeting of EGFR in colorectal cancer as a novel
approach to predict and enhance tumor antigenicity and response to
checkpoint inhibitors.“ Maria Sibilia, Leiterin des Instituts für
Krebsforschung der MedUni Wien.
Projektbeschreibung: Untersuchung von komplexen Interaktionen
zwischen Tumorzellen und ihrer Umgebung zur Entwicklung von neuen
immunotherapeutischen Zielen bei Darmkrebs.

“PHARMACOSCOPY: Breaking resistance of refractory blood cancers
through ex vivo automated image-based analysis of drug action.”
Giulio Superti-Furga, CEMM, Forschungszentrum für Molekulare Medizin
der Akademie der Wissenschaften, Professor für “Medical Systems
Biology” an der MedUni Wien.
Projektbeschreibung: Präzisionsmedizin für behandlungsresistente
Blutkrebs-PatientInnen mittels eines automatisierten, auf
Konfokal-Mikroskopie basierenden Verfahrens, um die Effektivität von
Medikamenten vorherzusagen.

“Systems precision medicine of inborn errors of the immune system
(PrecisePID)”. Kaan Boztug, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für
Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen; CeMM-Forschungszentrum;
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien.
Projektbeschreibung: Identifizierung und Entschlüsselung von
molekularen Ursachen und gezielten Angriffspunkten bzw. Therapien in
seltenen monogenetischen Immunerkrankungen mittels einer Kombination
moderner „Omics“-Methoden.

„Deciphering genomic aberrations in rare skin cancers to find
mechanism-based treatment strategies.” Anna Obenauf, IMP
(Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie), in Kooperation mit
der MedUni Wien.
Projektbeschreibung: Entwicklung von zielgerichteten Krebstherapien
durch die Erforschung von genetischen Veränderungen in seltenen
Hautkrebsarten.

Über den Life Science Call „Präzisionsmedizin“

Der WWTF-Life Science Call wurde zum insgesamt 9. Mal durchgeführt,
erstmals zum Spezialbereich „Präzisionsmedizin“. Die
Präzisionsmedizin und die Genomforschung gelten als die Zukunft der
Medizin und sind der bisher wichtigste Trend der Medizin im 21.
Jahrhundert. Der Fokus der Projekte liegt auf der verbesserten
Verbindung der Life Sciences mit anderen Naturwissenschaften, die
Forschungsergebnisse sollten jeweils mittelfristig der Verbesserung
der Gesundheit bzw. des menschlichen Wohlergehens dienen. Eine
internationale Fachjury hat sich nun aus 64 Anträgen einstimmig auf
die fünf Sieger-Projekte geeinigt.

Der Call richtete sich an Wiener universitäre und außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen sowie WissenschafterInnen und klinische
ForscherInnen, die ein mehrjähriges Projekt (2-4 Jahre) mit einem
Schwerpunkt auf personalisierter Medizin, basierend auf
'Omics'-Technologien und PatientInnenkohorten planen, und inkludierte
auch ForscherInnen, die mit diesem Projekt nach Wien kommen möchten.

Medizinische Universität Wien – Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500
MitarbeiterInnen,
27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12
medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten
Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten
Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.

Kurzprofil WWTF & Life Sciences

Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF)
ist der einzige größere privat-gemeinnützige Forschungsförderer in
Österreich. Unsere Aufgabe ist die Finanzierung von Spitzenprojekten
in der wissenschaftlichen Forschung und das Hereinholen
höchsttalentierter junger ForscherInnen an den Standort Wien. Der
WWTF fördert dort, wo Wien bereits große Stärken aufweist und
konzentriert seine Mittel auf die Felder Life Sciences, Informations-
und Kommunikationstechnologien, Angewandte Mathematik sowie
Kognitionsforschung.

Mit einem Jahresbudget von ca. 12 Mio. €, das überwiegend von einer
Privatstiftung bereitgestellt wird, können wir mit einem sehr
strengen internationalen Auswahlverfahren herausragende ForscherInnen
und Projekte fördern. Dabei werden pro Call eine große Zahl
FachgutachterInnen eingesetzt und die Entscheidung wird durch eine
rein international besetzte Jury getroffen. Die Konkurrenz ist dabei
sehr stark, d.h. nur etwa jeder zehnte Antrag in WWTF-Calls kann von
der Jury auch tatsächlich zur Förderung empfohlen werden.

Die Life Sciences sind eine der zentralen Stärken der Wiener
Forschungslandschaft; mit ein Grund für den WWTF dieses Thema
langfristig zu verfolgen. Seit 2003 hat der WWTF ca. 55 Mio.€ in
dieses Schwerpunktthema investiert. Mit dem eben abgeschlossenen Call
in den Life Sciences zu „Precision Medicine“ werden nun vor allem
Projekte gefördert, welche die Interaktion von Labor und Klinik
vorantreiben sollen.

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