- 05.07.2016, 14:13:41
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Plass/Grüne Wirtschaft: Reformvorschlag für Gewerbeordnung stellt auch Wirtschaftskammerstrukturen grundlegend in Frage
Keine Zukunft für zünftlerische und föderalistische Kammer-Fachgruppen! Keine Zukunft für zünftlerische und föderalistische Kammer-Fachgruppen!
Utl.: Keine Zukunft für zünftlerische und föderalistische
Kammer-Fachgruppen! Keine Zukunft für zünftlerische und
föderalistische Kammer-Fachgruppen! =
Wien (OTS) - „Der von Wirtschaftsminister Mitterlehner vorgelegte
Reformvorschlag zur Gewerbeordnung ist überraschend mutig und
richtungsweisend. Jetzt muss auch die Wirtschaftskammer ihre
altbackenen und zünftlerischen Strukturen ganz grundlegend in Frage
stellen“, kommentiert Volker Plass, Bundessprecher der Grünen
Wirtschaft.
Neben einer offenbar geplanten Entrümpelung der vollkommen veralteten
Liste reglementierter Gewerbe, die die Grüne Wirtschaft seit langem
fordert, ist auch geplant, zukünftig einen einheitlichen
Gewerbeschein für alle freien Gewerbe einzuführen. Es soll also der
Behörde im Detail gar nicht mehr bekanntgegeben werden, welche und
wie viele der freien Gewerbe man auszuüben beabsichtig.
„Das wäre tatsächlich eine Revolution, da sich speziell bei jungen,
innovativen Unternehmen Geschäftsfelder erst mit der Zeit entwickeln
und mitunter verändern. Damit wäre aber auch die längst überholte
Fachgruppen-Struktur der Wirtschaftskammer obsolet“, meint Plass:
„Denn nach heutiger Logik müsste die Wirtschaftskammer zukünftig
jedem Unternehmen hinterher spionieren, um dessen richtige und
eventuell sogar mehrfache Zuordnung in ihre vollkommen überholte
Fachgruppen-Struktur zu erzwingen. Da wäre es innovativer, die Gunst
der Stunde zu nützen und auch gleich den eigenen Betrieb zu
reformieren!“
Die Wirtschaftskammer-Mitgliedschaft könnte in Zukunft ebenfalls aus
einer im Prinzip universellen Mitgliedschaft bestehen. Ob ein
Unternehmen dann noch eine branchenspezifische Interessenvertretung
benötigt und finanzieren möchte, könnte man diesem freistellen. So
wäre die Wirtschaftskammer gezwungen, auf moderne Marktbedingungen
mit modernen und wirklich nützlichen Angeboten – etwa der
Interessenvertretung entsprechend zeitgemäßer Marktcluster – zu
reagieren.
„Dies würde jedoch in der Kammer so vieles auf den Kopf stellen –
unter anderem auch das gesamte Wahlrecht –, dass zu befürchten ist,
dass der ÖVP-Wirtschaftsbund sehr bald eine Mauer aufstellen wird.
Präsident Christoph Leitl ist jedenfalls aufgerufen, relativ rasch
klarzustellen, dass er die Reformbemühungen Mitterlehners aktiv
unterstützen wird“, so Plass.
Entscheidende Veränderungen könnten sich auch bei den
Kollektivverträgen ergeben, meint Plass: „Die Frage, welcher Betrieb
zukünftig bei der Einführung eines freien Universalgewerbes welchem
Kollektivvertrag unterliegt, könnte noch Anlass zu heftigen
Diskussionen geben. Das wäre ein Anlass, auch endlich die Liste der
hunderten Kollektivverträge zu durchforsten und so wie im Handel eher
in Richtung von Generalkollektivverträgen zu gehen“, so Plass
abschließend.
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