• 01.07.2016, 13:06:49
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Ausbildungspflicht bis 18: Österreich stellt wiederholt Kinderrechte in Frage

Das Don Bosco Flüchtlingswerk mahnt die Regierung, die Ausbildung minderjähriger Flüchtlinge nicht zu vergessen.

Utl.: Das Don Bosco Flüchtlingswerk mahnt die Regierung, die
Ausbildung minderjähriger Flüchtlinge nicht zu vergessen. =

Wien (OTS) - Die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre steht kurz vor dem
endgültigen Beschuss. Erfolgt nicht noch kurzfristig ein Umdenken,
werden minderjährige Flüchtlinge von der Bildungspflicht explizit
ausgeschlossen sein. „Ausbildung ist das wichtigste Werkzeug gegen
Armut und Radikalisierung“, sagt Eva Kern, Geschäftsführerin des Don
Bosco Flüchtlingswerkes, das von den Salesianern Don Boscos, den Don
Bosco Schwestern und Jugend Eine Welt getragen wird. „Das Recht auf
Bildung wird mündigen Kinderflüchtlingen, d.h. ab 14 Jahren, bis dato
strukturell verwehrt. Sie jetzt von der Bildungspflicht
auszuschließen, ist kurzsichtig und ein Armutszeugnis für Österreich.
Es ist der Beginn eines Kreislaufes, der dazu führt, dass Menschen
mit Fluchthintergrund nur schwer der Armut entrinnen können.“

Missachtung der Kinderrechte

Halten sich Erziehungsberechtigte österreichischer Jugendlicher
künftig nicht daran, ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen,
kann es zu Sanktionen kommen. „Wer sanktioniert jedoch die
österreichische Bundesregierung, die minderjährigen Flüchtlingen die
Ausbildung vorenthält, obwohl das Recht auf Bildung seit 25 Jahren in
der Kinderrechtskonvention verankert ist“, fragt Kern und fordert:
„Es ist an der Zeit, allen Kindern, unabhängig von Status, Herkunft
und Religion die gleichen Rechte einzuräumen. Dazu gehört auch das
Recht auf Bildung und Ausbildung. Unabhängig davon, ob die jungen
Menschen später in ihr Ursprungsland zurückkehren oder nicht.“

Zukunftschancen geben, nicht nehmen

Rund 6.400 geflüchtete Kinder und Jugendliche benötigen derzeit
Bildung- bzw. Ausbildungsmaßnahmen. „Asylverfahren können bis zu 3
Jahre dauern. Anstatt den jungen Menschen in dieser Zeit Bildung zu
ermöglichen, wird ihnen wertvolle Lebenszeit gestohlen“, empört sich
Kern. „Lässt man junge Flüchtlinge mit österreichischen Jugendlichen
lernen, lernen sie nicht nur miteinander, sondern auch solidarisch
aneinander. Das wäre dann zugleich auch gelingende Integration.“
Fakten zu den Kinderrechts-Verletzungen auf
http://www.keinehalbenkinder.at/

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