• 14.06.2016, 11:11:54
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Preiner: Milchdialog soll nachhaltige Milchproduktion in Österreich bringen

Wien (OTS/SK) - Die dramatische Situation am Milchmarkt und mögliche
Lösungsansätze für die österreichischen BäuerInnen standen im Zentrum
der Diskussion beim heutigen Milchdialog im Parlament. „Die
subventionierte Überproduktion an konventionell erzeugter Milch muss
zurückgefahren werden, denn zuviel Milch bedeutet sinkende Preise und
langfristig immer weniger Einkommen für unsere MilchbäuerInnen. Wir
brauchen Mut zur Veränderung – aber keine Turbokühe mit bis zu 10.000
kg Milchleistung pro Jahr“, so SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner am
Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Preiner zitiert aktuelle Zahlen, wonach eine Milchkuh 1960 pro Jahr
2.500 kg Milch lieferte und im Jahr 2015 bereits über 6.500 kg pro
Kuh/pro Jahr – und das, obwohl es heute um mehr als die Hälfte
weniger Kühe gibt als 1960. „Trotz dieser Zahlen können unsere
MilchbäuerInnen am Weltmarkt mit industrieähnlicher Massenproduktion
im konventionellen Milchbereich nicht mithalten. Wir müssen einen
neuen Weg einschlagen: Weg von der Masse - wir brauchen den raschen
Ausbau der Bio-Landwirtschaft und ein Umdenken in der Förderstruktur,
z.B. einen Kraftfuttermittelausgleich in der Rinderhaltung. Vor allem
aber sollte verstärkt auf Bio- und Heumilchprodukte gesetzt werden –
denn die Nachfrage danach steigt. Ganz wesentlich sind auch ein Fokus
auf regionale Produkte und regionaler Vermarktung; das sorgt für
Lebensmittel in hoher Qualität zu leistbaren Preisen für die
KonsumentInnen und für faire Einkommen der BäuerInnen“, fordert der
SPÖ-Agrarsprecher.

Die Zahlen sprechen hier eine klare Sprache: Im Bio- und
Heumilchbereich werden in Österreich gegenwärtig Produktionspreise
bis zu 50 Cent pro Kilogramm Milch an die LandwirtInnen bezahlt,
während die Preise für konventionelle Milch bei knapp über 30 Cent
pro Kilogramm liegen. Anzudenken wäre laut Preiner auch, dass die
MilchbäuerInnen und Molkereien ein Bonus-Malus-System vereinbaren. So
könnte z.B. für jeden Prozentpunkt, um den die abgelieferte
Milchmenge im Vergleich zum Vorjahresmonat gesenkt oder gesteigert
wird, die Molkerei einen Zuschlag oder Abschlag verrechnen. „Auch
muss der Arbeitseinsatz in Hinkunft bei der Fördermittelverteilung
stärker in den Fokus genommen werden – denn gerade die
Milchproduktion erfordert Stall- und Melkarbeit an 365 Tagen im
Jahr“, so Preiner.

„Mit diesem Maßnahmenbündel solle in Zukunft eine nachhaltige
Milchproduktion in Österreich initiiert werden, die den
MilchbäuerInnen ein faires Einkommen aus ihrer Arbeit sicherstellt,
die artgerechte Haltung der Tiere ermöglicht und den KonsumentInnen
hochwertige Produkte zu fairen Preisen ermöglicht“, so Preiner
abschließend. (Schluss) sc/rm/mp

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