- 13.07.2015, 09:05:45
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Neue Operationstechnik erhält Nierenfunktion nach Tumorentfernung
Wien (OTS) - Nierenkarzinome zählen zu den häufigsten Krebsarten. Um
die vielfältigen Funktionen der Niere zu bewahren, wird möglichst
nicht das ganze Organ, sondern nur ein Teil entfernt. Eine
Operationsmethode, welche die Nierenfunktion langfristig erhält,
wurde nun erstmals erfolgreich an der Universitätsklinik für Urologie
der MedUni Wien und des AKH Wien eingesetzt.
Verwendet wird dabei ein chirurgisches Ultraschallgerät, das bereits
bisher bei Leberkarzinomen zur Anwendung kam. Im Rahmen einer soeben
in der Top-Publikation "World Journal of Urology" veröffentlichten
Pilotstudie wurde diese Methode nun an der Universitätsklinik für
Urologie erstmals auch bei der chirurgischen Therapie von komplexen
Nierentumoren erfolgreich eingesetzt.
Die PatientInnen profitieren durch die neue Technik doppelt: Während
der Operation reduziert sich das Risiko von Blutungen und von
Komplikationen. Langfristig bleibt die Nierenfunktion erhalten und es
treten keine Langzeitfolgen einer Nierenschwäche auf.
Bisher wurde bei der Entfernung von Nierentumoren die sogenannte
"Kalte Ischämie" verwendet. Dabei werden die Blutgefäße der Niere
abgeklemmt und die Niere gekühlt. Dies ist deshalb nötig, da die
Niere bei Eingriffen sehr stark blutet - immerhin befinden sich beim
Menschen rund 15 bis 20 Prozent des gesamten Blutes in den beiden
Nieren. Die "Kalte Ischämie" hat allerdings einen gravierenden
Nachteil: Durch das Abklemmen werden die Nierengefäße geschädigt,
wodurch sich langfristig das Risiko einer Nierenschwäche deutlich
erhöht.
Lösung für großes chirurgisches Problem
Nicht so beim Eingriff mit dem Ultraschallgerät CUSA (Cavitron
Ultrasonic Surgical Aspirator), wie Studienleiter Shahrokh Shariat,
Leiter der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien und des
AKH Wien, erklärt: "Mit dem Ultraschallgerät CUSA wird die Niere auch
während des operativen Eingriffs durchblutet. Wie unsere Studie
zeigt, bleibt durch die neue Operationstechnik die Nierenfunktion
vollständig erhalten, während wir dennoch die gleichen onkologischen
und chirurgischen Resultate wie beim Klemmen des Organs erzielen.
Damit konnten wir ein großes chirurgisches Problem der letzten beiden
Jahrzehnte lösen."
Wichtige Nierenfunktionen bleiben erhalten
Aufgetaucht war das Problem des Klemmens und der damit verbundenen
Langfristschäden erst durch die Fortschritte der Bildgebung mittels
Ultraschall und Computertomographie. Dadurch werden heute rund 80
Prozent der Nierentumore so früh entdeckt, dass eine nierenerhaltende
Therapie ohne komplette Entfernung des Organs möglich ist. Die
Erhaltung möglichst beider Nieren ist deshalb wichtig, weil die Niere
eine Vielzahl wichtiger Funktionen erfüllt, welche im Alter und durch
nierenschädigende Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck
eingeschränkt werden.
World Journal of Urology
Weibl P, Shariat SF, Klatt T. Partial nephrectomy driven by cavitron
ultrasonic surgical aspirator under zero ischemia: a pilot study.
World J Urol. 2015 May 3. Epub.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25935329
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