• 21.05.2015, 14:51:59
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Nationalrat macht sich für den Uhudler stark

Einstimmiger Appell der Abgeordneten für dauerhaften Erhalt der Rebsorte

Utl.: Einstimmiger Appell der Abgeordneten für dauerhaften Erhalt
der Rebsorte =

Wien (PK) - Wenn es um den Uhudler geht, sind sich alle Parteien
einig: Diese gerade für das Südburgenland typische Rebsorte, die
derzeit nur bis zum Jahr 2030 legalisiert ist, muss dauerhaft
erhalten bleiben. Ausgehend von einem Antrag der Regierungsparteien
appellierte der Nationalrat an Landwirtschaftsminister Rupprechter,
sich auf EU-Ebene für die Zulassung des Uhudlers und der
entsprechenden Anbauflächen auch über den Zeitpunkt der Befristung
hinaus einzusetzen, wobei alle Fraktionen auf die Bedeutung dieser
Weinspezialität gerade für Wirtschaft und Tourismus hinwiesen. Nicht
durchsetzen konnten sich allerdings die Grünen mit einer Initiative,
die auch den regionalen Aspekt abdeckt und eine entsprechende
Abstimmung der Vorgangsweise mit dem Land Burgenland einmahnt. In der
Minderheit blieb auch ein Antrag der FPÖ, in dem eine Übertragung der
Kompetenz in Sachen Sortenzulassung an Brüssel strikt abgelehnt wird.

Kultgetränk Uhudler als identitätsstiftendes Markenzeichen und
Zugpferd für eine ganze Region

Die heutige Entschließung betreffe mehr als bloß ein paar Flaschen
Wein, es gehe um die Zukunft einer strukturschwachen Region, deren
Zugpferd der Uhudler ist, unterstrich ÖVP-Abgeordneter Nikolaus
Belakowitsch die Tragweite der Initiative. Der Uhudler sei nicht nur
Kultgetränk, sondern ein Markenzeichen für das Südburgenland,
pflichtete ihm SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner bei. Dies bestätigte
auch Andrea Gessl-Ranftl (S), die den Uhudler als Teil der
südburgenländischen Identität würdigte. Ihre Fraktionskollegin
Marianne Gusenbauer-Jäger unterstrich zudem die Bedeutung dieser
Rebsorte anhand von konkreten Zahlen: So lockt der Uhudler jährlich
120.000 Gäste in die Region, 340 Weinbetriebe leben von der
Sortenspezialität. Cornelia Ecker von den Sozialdemokraten nahm
ihrerseits das Thema Uhudler zum Anlass, auf die Pestizid-Problematik
aufmerksam zu machen, und forderte ein Verbot des
Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter versicherte, er werde sich
in Brüssel für eine Absicherung des Uhudlers über das Jahr 2030
hinaus einsetzen. Eine dauerhafte Lösung versprach sich der
Ressortchef dabei vor allem von einer Verankerung des Uhudlers als
Obstwein im Weingesetz.

Grüne für abgestimmte Vorgangsweise mit dem Burgenland

Als Uhudler-Fan outete sich auch Grünen-Umweltsprecherin Christiane
Brunner. Die burgenländische Abgeordnete erinnerte an die Reblaus-
Resistenz der Uhudler-Traube und hob den ökologischen Wert der
Rebsorte hervor. Der Uhudler sei mittlerweile identitätsstiftend für
die Region und verkörpere die Stärken des Südburgenlands - Naturnähe,
Gastfreundschaft, aber auch Widerstandskraft. Zur Absicherung des
Uhudlers brauche es aber eine entsprechende Abstimmung auf der
regionalen Ebene, war für Brunner klar. Sie bedauerte deshalb, dass
es nicht möglich war, den Antrag der Grünen mit der Initiative der
Regierungsparteien zu einer gemeinsamen Entschließung
zusammenzuführen. Wolfgang Pirklhuber wiederum ortete als
Landwirtschafts-Sprecher der Grünen Handlungsbedarf im Weingesetz,
und zwar insbesondere in Bezug auf die Förderung von pilzresistenten
Sorten.

FPÖ: Entscheidung über Sortenzulassung muss in Österreich verbleiben

Der Uhudler sei ein Werbeträger für die Region und müsse wie andere
regionale Sorten erhalten werden, bekräftigten Ruppert Doppler und
Josef A. Riemer seitens der FPÖ. Die Entscheidung über den
Sortenanbau dürfe aber nicht von einer Bürokratie in über tausend
Kilometern Entfernung getroffen werden, wandte ihr Fraktionskollege
Johannes Hübner ein. Er unterstützte zwar sowohl den Antrag der
Regierungsparteien als auch jenen der Grünen, pochte in einer
eigenen, bei der Abstimmung allerdings abgelehnten Initiative aber
auf ein nachhaltigeres Auftreten in Brüssel. So dürfe die
Zuständigkeit in Fragen der Zulassung von Rebsorten nicht an die
Europäische Union delegiert werden. Die Bundesregierung sollte daher
den EU-Behörden gegenüber klarstellen, dass Österreich eine
Verweigerung der Zulassungsverlängerung als willkürlichen, die
Kompetenzen der EU überschreitenden Akt ansehen und nicht hinnehmen
werde.

Zustimmung, aber auch Kritik bei Team Stronach und NEOS

Rouven Ertlschweiger (T) begrüßte ebenfalls die gemeinsame
Initiative, gab aber zu bedenken, die Regierungsparteien seien erst
vor dem Hintergrund der kommenden Landtagswahlen im Burgenland bereit
gewesen, sich für den Uhudler einzusetzen. Leopold Steinbichler (T)
warf überdies einen kritischen Blick auf die Arbeitsweise des
Landwirtschaftsausschusses und stellte empört fest, wichtige Anträge
etwa zu den Themen Milch und Herkunftsbezeichnung von Fleisch würden
immer wieder vertagt. Für eine mutigere Agrarpolitik plädierte NEOS-
Landwirtschaftssprecher Josef Schellhorn, der der Regierung empfahl,
sich nicht immer auf die EU auszureden. (Fortsetzung Nationalrat) hof

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