- 23.04.2015, 11:00:01
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Neuer Leitfaden zur Berichterstattung über Gewalt an Frauen
Österreichische Medien berichten oft unsensibel über Gewalt an Frauen. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) und der Presserat präsentierten gemeinsam neuen Leitfaden.
Utl.: Österreichische Medien berichten oft unsensibel über Gewalt an
Frauen. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
und der Presserat präsentierten gemeinsam neuen Leitfaden. =
Wien (OTS) - Vom 8. März, dem Internationalen Frauentag, bis Mitte
April 2015 führte der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
(AÖF) eine Medienbeobachtung mit dem Fokus auf die Darstellung von
Frauen in österreichischen Printmedien durch. Das Ergebnis ist
ernüchternd: Täglich ist in den österreichischen Printmedien
mindestens ein Beitrag zu finden, der Frauen auf diskriminierende
Weise darstellt. Vorurteile über das "schwache Geschlecht" finden
sich darunter ebenso wie sexistische Darstellungen in Bild- und
Textform. Besonders gravierende Folgen ziehen unsensible Berichte
über Gewalttaten an Frauen nach sich: Die Betroffenen erleben dadurch
erneut Gewalt.
Neuer Leitfaden "Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein
gewaltfreies Leben"
Vor diesem Hintergrund wurde heute Vormittag der neue Leitfaden
"Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben"
bei einem Pressefrühstück vorgestellt, den der Verein AÖF im Rahmen
der Kampagne zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern
"GewaltFREI LEBEN" erstellte. Einer der Kooperationspartner ist der
Presserat. Der Leitfaden informiert über Ursachen, Hintergründe und
Folgen von Gewalt an Frauen und Kindern und beschreibt, worauf es bei
einer verantwortungsvollen Berichterstattung zum Schutz der
Betroffenen ankommt.
Wichtige Rolle der Medien bei Gewaltprävention
Gerade Medien können mit differenzierten und sensiblen Berichten über
Gewalt an Frauen wesentlich zur Gewaltprävention beitragen. Berichte
über Gewalttaten sollen sachlich informieren und
Unterstützungsangebote aufzeigen, die die Betroffenen ermutigen, sich
die benötigte Hilfe zu holen. Bei Interviews mit Betroffenen von
Gewalt sind Respekt und Zurückhaltung geboten. Das Infragestellen von
Schuld und Verantwortung, besonders häufig bei sexueller Gewalt,
verstärkt hingegen das Leid der Betroffenen und lässt in der
Öffentlichkeit ein falsches Bild entstehen.
Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF, appellierte bei
der Präsentation an die Medien: "Journalistinnen und Journalisten
können mithelfen, ein Klima zu schaffen, in dem Gewalt an Frauen und
Kindern nicht akzeptiert wird. Unser Leitfaden ist ein Ratgeber für
die Medienschaffenden, richtet sich aber auch an Betroffene, die mit
Medien und der Öffentlichkeit in Berührung kommen."
Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Presserats, wies bei der
Vorstellung des Leitfadens darauf hin, dass auch der Presserat
Betroffene von Gewalt unterstützt: "Der Presserat steht Betroffenen
kostenlos zur Verfügung. Medienberichte, die die Intimsphäre oder die
Menschenwürde verletzen, werden von uns nicht toleriert."
Die Kampagne GewaltFREI LEBEN
GewaltFREI LEBEN ist eine zweijährige österreichweite Kampagne zur
Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern. Sie ist eine Maßnahme
des Nationalen Aktionsplans (NAP) zum Schutz von Frauen vor Gewalt
des Bundesministeriums für Bildung und Frauen (BMBF).
Die Kampagne wird vom BMBF gesteuert und vom Verein AÖF koordiniert.
Die Finanzierung erfolgt durch die Europäische Kommission und das
BMBF. Im Rahmen von GewaltFREI LEBEN werden zahlreiche Projekte
verwirklicht, die für das Thema Gewalt an Frauen und Kindern
sensibilisieren und wertvolle Präventionsarbeit leisten. Dazu zählt
auch die intensivierte Zusammenarbeit mit MedienvertreterInnen, wofür
der Leitfaden als Anregung und Handreichung für eine
verantwortungsvolle Berichterstattung erarbeitet wurde.
Nähere Informationen zur Kampagne "GewaltFREI LEBEN" finden Sie unter
www.gewaltfreileben.at. Den Leitfaden können Sie unter "Material"
downloaden.
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