• 17.03.2015, 21:09:51
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Klug: Bund förderte bei Ski-WM 2013 ausschließlich Infrastruktur

Erste Ergebnisse von "Strategie 2018" werden am 10. Juni präsentiert

Utl.: Erste Ergebnisse von "Strategie 2018" werden am 10. Juni
präsentiert =

Wien (PK) - Der Bund habe sich bei der Alpinen Ski-WM 2013 in
Schladming ausschließlich an den Kosten zur Errichtung der
Infrastruktur, nicht aber an den Kosten der Durchführung der
Großsportveranstaltung beteiligt, sagte heute Sportminister Gerald
Klug im Sportausschuss des Nationalrats. Breiten Raum in der Debatte
nahm außerdem die vom Sportministerium initiierte "Strategie 2018"
ein. Diese soll unter Einbindung aller "maßgeblichen Player", wie
Länder, Gemeinden und Verbände, das sportliche Umfeld für AhtletInnen
verbessern. Dabei handle es sich nicht nur um Überschriften, wie der
Sportminister erklärte. Die ersten diesbezüglichen Ergebnisse über
konkrete Projekte werden den Bundes-Fachverbänden in einer Enquete am
10. Juni präsentiert.

Vertagt wurden alle Oppositionsanträge, die auf der Tagesordnung des
Sportausschusses standen. Ein Bericht über aktuelle EU-Vorhaben im
Zuständigkeitsbereich des Sportministers wurde gegen die Stimmen der
FPÖ zur Kenntnis genommen.

Ski-WM 2013 in Schladming: Vom Bund flossen rund 66, 8 Mio. € in
Infrastrukturmaßnahmen

Was die medialen Vorwürfe hinsichtlich der Finanzierung der Alpinen
Ski-WM 2013 in Schladming betrifft, habe sich der Bund nur an den
Kosten zur Errichtung der Infrastruktur beteiligt, wie Klug
klarstellte. Diese belaufen sich laut dem Sportminister auf rund 66,8
Mio. €. Für die Durchführung der Sportgroßveranstaltung seien keine
Bundesmittel geflossen, versicherte der Minister. Der entsprechende
Rechnungshofbericht werde über die Fördermittel der Bauvorhaben rund
um die Ski-WM Auskunft geben, entgegnete Klug den Abgeordneten Dieter
Brosz (G) und Ulrike Weigerstorfer (T), die das Thema im
Sportausschuss aufs Tapet gebracht hatten. Brosz kritisierte
insbesondere die Intransparenz, was den Gewinn nach der WM für den
Österreichischen Skiverband in Hinblick auf getätigte Förderungen
durch den Bund betrifft. Es gehe nicht an, dass zig Millionen Euro
Gewinn übrig geblieben sind und gleichzeitig Investitionen von der
öffentlichen Hand getätigt werden, so Brosz. Von Weigerstorfer auf
die Nachhaltigkeit der geförderten Infrastruktur in Schladming
angesprochen, berichtete der Minister, dass nun etwa das
Medienzentrum als Kongresszentrum genutzt werde.

Grundsätzlich sei die WM in Schladming ein großer Erfolg, die Werbung
für das Sportland Österreich einmalig gewesen, sagte der
Sportminister.

Klug: Kräfte müssen stärker gebündelt werden

Zentrale Herausforderungen im Bereich Sport seien eine strategische
Koordinierung sowie eine Bündelung der vorhandenen Kräfte, außerdem
seien Förderungen geplanter, effizienter und zielgerichteter
einzusetzen, sagte Klug mit Verweis auf die vor kurzem präsentierte
"Strategie 2018". In dieser sollen unter Einbindung von Ländern,
Gemeinden, Fachverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen
konkrete Vorschläge zur Verbesserung des sportlichen Umfelds für
AthletInnen ausgearbeitet werden. Das ganze verlaufe in einer "Kultur
der gegenseitigen Wertschätzung", führte Klug aus, zudem sei die
"Strategie 2018" für eine nachhaltige Entwicklung ausgelegt. Die
ersten Projekte, die sich um die Themen Nachwuchsförderung, das
Berufsfeld Sport, effiziente wissenschaftliche Betreuung sowie
Sportstätteninfrastruktur drehen, werden den Verbänden am 10. Juni
präsentiert. "Erstmals arbeiten möglichst alle Akteure zur
Verbesserung mit", adressierte Klug etwa in Richtung Hermann Krist
(S) und Johannes Rauch (V).

Herbert Kickl von der FPÖ erhob den Vorwurf, mit mehrmals
wiederholten Schlagworten wie "Strategie" oder "Koordination" im
Sportbereich nur konkrete Inhalte überdecken zu wollen. Klug meinte,
dass es sich bei der "Strategie 2018" nicht nur um bloße
Überschriften handle, involviert seien alle "maßgeblichen Player".

Zwei sport- sowie gesellschaftspolitische Anliegen seien zudem die
Gleichstellung von Frauen und Männern im Bereich des Sports sowie die
Integration von religiösen Glaubensgemeinschaften und sozial
benachteiligten Gruppen, führte Klug aus. In Punkto Frauen im Sport
sei man von einer optimalen Situation noch weit entfernt, meinte
Klug, demnach will das Sportministerium in Zusammenarbeit mit den
Verbänden Anreize geben, um Frauen den Einstieg in den Sport zu
erleichtern. Auch bei der Besetzung von Funktionen auf
Vorstandsebene, zur Zeit nur 16 % Frauen, gebe es gravierenden
Aufholbedarf, bestätigte er den Hinweis von Nurten Yilmaz (S), wonach
Frauen im Sport stark unterrepräsentiert seien.

Klug: Tägliche Turnstunde an Gesamtschulen erster Schritt

Über die erst kürzlich beschlossene tägliche Turnstunde an
Ganztagsschulen ab Herbst sprach Klug von einem wichtigen ersten
Schritt, wäre es aber nach ihm gegangen, hätte dieser noch viel
weitreichender ausfallen können. Es sei zudem positiv, dass die
tägliche Turnstunde als gesetzliches Bildungsziel definiert wurde,
trotzdem stelle sie ihn noch nicht ganz zufrieden, führte der
Sportminister gegenüber Julian Schmid (G) aus. Im Sinne der
Nachhaltigkeit sei es wichtig, Kinder früh für den Sport zu
begeistern, mit der täglichen Turnstunde an Ganztagsschulen erreiche
man nun 20 % von jenen, die in dieser Zielgruppe erfasst seien.

FPÖ kritisiert "Politik- und Funktionärssumpf" im Österreichischen
Schwimmverband

Scharf kritisiert von Seiten der FPÖ wurden einmal mehr die Vorgänge
rund um den Österreichische Schwimmverband. Anlass dazu gab mitunter
die Fördergeldvergabe für die Errichtung einer Traglufthalle im
Wiener Stadionbad. Die Fördergelder würden nicht bei den
SportlerInnen ankommen, die Leistungen dementsprechend abfallen, man
müsse rasch überprüfen, wohin diese Gelder geflossen seien, forderte
Christian Höbart (F). Geht es nach ihm, müsse "dieser Politik- und
Funktionärssumpf endlich trocken gelegt werden". Klug zufolge wurde
eine Sonderprüfung angeordnet, um die Frage zu klären, ob dem Bund
Schaden entstanden ist. Das Ergebnis liege noch nicht vor, berichtete
er den Abgeordneten der FPÖ und Gerald Loacker von den NEOS.

Die FPÖ, insbesondere Sportsprecherin Petra Steger, pochte in
Richtung Klug außerdem darauf, die angekündigte Einschränkung von
Ereigniswetten auch endlich umzusetzen.

Karate-WM im Oktober 2016 in Linz

Von 25. Oktober bis 30. Oktober 2016 findet in der Linzer Tips-Arena
die 23. Karate Weltmeisterschaft in Linz statt. Zirka 2500
SportlerInnen und BetreuerInnen aus rund 135 Nationen wie Chile,
Kanada oder Kolumbien werden in 16 Disziplinen gegeneinander
antreten, berichtete Hans Werner Streicher als Vertreter des
Organisationskomitees außerdem im Sportausschuss. Für die Karate-WM
wurde ein breites Konzept entwickelt, "das weit über den Sport
hinausgeht", wie Streicher meinte. So steht jeder der fünf
Austragungstage unter dem Motto einer Wertehaltung des Karate-Do. Bei
der WM werden auch die österreichischen SportlerInnen um
Medaillenränge mitkämpfen, zudem werde Österreich als Sportland im
weltweiten Rampenlicht stehen, prognostizierte Streicher.

Klug für Re-Dimensionierung von sportlichen Großereignissen

Auf der Tagesordnung des Ausschusses stand auch ein Bericht von
Sportminister Klug über aktuelle EU-Vorhaben in seinem
Zuständigkeitsbereich (III-149 d.B), der schließlich gegen die
Stimmen der FPÖ zur Kenntnis genommen wurde. Er informiert unter
anderem darüber, dass sich die Europäische Kommission in den nächsten
Jahren schwerpunktmäßig den Themen "Sport und Gesellschaft",
"Wirtschaftliche Dimensionen des Sports" und "Integrität des Sports"
widmen will, wobei Österreich aufgrund seines bisherigen Engagements
in dieser Frage den Vorsitz in der EU-Expertengruppe "Economic
dimension of sport" für die kommenden drei Jahre erhalten hat.

Unter dem Motto #BeActive wird im September 2015 die erste
"Europäische Woche des Sports" stattfinden. Dazu soll schon im Mai
eine Kampagne starten, wie Klug im Ausschuss berichtete. Ziel ist es,
die EuropäerInnen zu mehr Bewegung zu animieren.

Was die immer wieder aufkeimende öffentliche Diskussion über die
Vergabe von Sport-Großveranstaltungen betrifft, sprach sich Klug
dezidiert dafür aus, Fragen der Menschenrechte, der Demokratie und
des Umweltschutzes künftig stärker zu berücksichtigen. Zudem hält er
es für notwendig, sportliche Großereignisse wie die Olympischen
Spiele "wieder in realistische Dimensionen zurückzuführen". Das Thema
werde intensiv unter den EU-SportministerInnen diskutiert, sagte er.

Erfreut äußerte sich Klug darüber, dass über das Erasmus-Programm nun
auch Sportprojekte gefördert werden. Von den bislang 38 Projekten,
die seitens der EU eine Förderzusage erhalten haben, sind ihm zufolge
auch drei österreichische. Dabei geht es um ein Projekt zur
Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, den Kampf gegen
Spielmanipulation und Wettbetrug im Eishockey und die Frage von good
governance.

Von Seiten der Abgeordneten hob Dieter Brosz (G) die Notwendigkeit
hervor, bei der Vergabe von Sport-Großveranstaltungen nicht nur den
Fokus auf Menschenrechtsstandards, sondern auch auf das Thema
Korruption zu richten. Gernot Darmann (F) maß der Transparenz bei
geförderten EU-Projekten eine wichtige Bedeutung zu. Seine
Fraktionskollegin Petra Steger (F) sprach das Thema Vereinbarung von
Ausbildung und Sport an und mahnte mehr "Awareness" an den
Universitäten und anderen Ausbildungsstätten ein. SportlerInnen
hätten wegen der Teilnahme an Wettbewerben oft nicht die Möglichkeit,
Prüfungstermine wahrzunehmen, skizzierte sie. Abgeordneter Gerald
Loacker (N) erkundigte sich nach Positivbeispielen für "duale
Karrieremodelle". Norbert Sieber (V) plädierte dafür, im Rahmen der
"Europäischen Woche des Sports" nicht nur in Wien, sondern auch in
den Bundesländern Veranstaltungen abzuhalten.

Rücklagen-Auflösung, Jugendsponsoring, Sport-Ombudsstelle:
Oppositionsanträge vertagt

Vom Sportausschuss mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP vertagt wurden
zwei Initiativen der FPÖ, die auf eine Verwendung von Rücklagen für
Mehrkosten bei Sportgroßveranstaltungen und die Möglichkeit
steuerlicher Absetzbarkeit von Sport-Sponsoring für JungsportlerInnen
abzielen.

Konkret tritt FPÖ-Abgeordnete Petra Steger dafür ein, Rücklagen des
Sportministeriums für die Bezahlung unerwarteter Mehrkosten bei
sportlichen Großveranstaltungen zur Verfügung zu stellen, wenn es
einem betroffenen Verband nicht möglich ist, das Geld selbst
aufzubringen (972/A(E)). Wie sie berichtete, konnte etwa das
österreichische Football-Nationalteam aus finanziellen Gründen nicht
an der American Football WM 2015 teilnehmen, nachdem der
Austragungsort von Schweden in die USA verlegt wurde, obwohl die
Mannschaft qualifiziert gewesen wäre.

Dem hielt SPÖ-Abgeordneter Wolfgang Knes entgegen, dass der
österreichische American-Football-Verband im Hinblick auf die
Durchführung der nächsten Europameisterschaften in Kärnten von sich
aus auf die Teilnahme an der WM verzichtet habe. Beim
Sportministerium habe es jedenfalls keine Anfrage auf Übernahme der
Kosten gegeben. Im Übrigen habe das Sportministerium keinen Zugriff
auf seine Rücklagen, sondern nur der Finanzminister, sagte er.

Auch Sportminister Klug äußerte sich kritisch zum Antrag. Es gebe
einen Vorstandsbeschluss des Football-Verbands, wonach das
österreichische Team nicht an der WM teilnehmen werde, unterstrich
er. "Zu mir sind sie nicht gekommen." Sollte tatsächlich einmal ein
ähnlich gelagerter Fall, wie von Steger geschildert, an ihn
herangetragen werden, werde man sicher eine Lösung finden, ist Klug
überzeugt. Ein "Persilschein" für eine Rücklagenauflösung wäre ihm
zufolge aber nicht sinnvoll.

Unterstützt wurde der Antrag von den Grünen. Es müsse die Möglichkeit
geben, kurzfristig zu agieren, wenn sich ein Team unerwarteter Weise
für eine internationale Meisterschaft qualifiziere, erklärte Brosz.
Steger bekräftigte, dass das Football-Team gerne zur WM gefahren
wäre. Man habe aber von einem offiziellen Förderansuchen Abstand
genommen, nachdem es Zeichen gegeben habe, dass ein solches
abschlägig beschieden würde.

Bereits zum zweiten Mal vertagt wurde der FPÖ-Entschließungsantrag
auf steuerliche Absetzbarkeit von Sponsoring von JungsportlerInnen (
519/A(E)). Antragsstellerin Petra Steger argumentiert, dass besonders
jungen SportlerInnen in der Regel bis kurz vor dem Sprung zur
Profikarriere kein Werbewert zugesprochen wird, weshalb Leistungen
eines Sponsors überwiegend als freiwillige Zuwendungen zur Gänze
nicht abzugsfähig seien. Die Folge aus ihrer Sicht: eine besonders
hohe Drop-Out-Rat bei Nachwuchstalenten. Das Anliegen müsse vorrangig
im Finanzausschuss und nicht im Sportausschuss beraten werden, hielt
Abgeordneter Norbert Sieber (V) dazu fest.

Ebenfalls zum zweiten Mal vertagten die Koalitionsparteien einen
Antrag der Grünen, in dem sich Abgeordneter Dieter Brosz für die
Einrichtung einer weisungsfreien Sportombudsstelle (454/A(E))
ausspricht. Damit SportlerInnen im Fall von Missständen in Verbänden,
Meinungsverschiedenheiten und Ungerechtigkeiten nicht auf sich
alleine gestellt bleiben, sollte für Betroffene eine Ansprechstelle
zur Verfügung stehen, fordert er.

SPÖ-Abgeordneter Hannes Weninger machte geltend, dass es im
Sportministerium eine Ombudsstelle gebe, die Hilfe, Information und
Beratung bei Konflikten und Problemen rund um die Sportausübung und
die Sportförderung biete. Sie sei Ansprechstelle für SportlerInnen,
TrainerInnen und FunktionärInnen und setze sich auch mit Beschwerden
über Missstände bei der Verwendung von Fördermitteln auseinander.
Auch bei Konflikten in Verbänden oder zwischen Verbänden leiste man
Hilfestellung. (Schluss) keg/gs

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA

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