• 12.06.2014, 10:04:56
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1. Wildbienenerlebnisweg Österreichs "Unsere Wildbienen" eröffnet am Bisamberg!

700 Wildbienenarten gibt es in Österreich - und die Hälfte davon findet man gleich vor den Toren von Wien, am Bisamberg!

Utl.: 700 Wildbienenarten gibt es in Österreich - und die Hälfte
davon findet man gleich vor den Toren von Wien, am Bisamberg! =

Wien/Langenzersdorf (OTS) - Das heute gestartete
Wildbienenschutzprojekt in Langenzersdorf bringt die für uns Menschen
so wichtigen Tiere Familien, Schulklassen und Wanderern näher: mit
Schautafeln, Quiz, App, Schafen, einer ersten übergroßen
Wildbienen-Skulptur u.v.m.. Gleichzeitig die Vielfalt erforschen,
entdecken und erhalten ist hier das Motto!

Mag. Martina Sordian vom Umweltforschungsinstitut der
österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 erzählt: "Wir
leisten mit dem Projekt einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen und
möchten Mitmenschen für den aktiven Natur- und Tierschutz begeistern!
Damit fördern wir gleichzeitig auch die Pflanzenvielfalt." Denn für
Wild- und Kulturpflanzen ist eine individuen- und artenreiche
Wildbienenfauna lebenswichtig! Ohne Bienen fehlt nämlich die
Bestäubung der Pflanzen - und damit auch ein wichtiger Part in der
Vermehrung der Pflanzen.

Mit 350 Wildbienen ist der Bisamberg Hotspot Österreichs
"Die Wildbienenfauna am Bisamberg ist mit rund 350 Arten extrem
vielfältig und gehört damit zu den Wildbienen-Hotspots Österreichs.
Wir freuen uns deshalb, dass wir den ersten Wildbienenerlebnisweg
Österreichs in der Gemeinde Langenzersdorf eröffnen können!" erklärt
Mag. Andreas Arbesser, Bürgermeister von Langenzersdorf, stolz. Für
die Wildbienen ist zum Einen das dort vorherrschende pannonisch
geprägte Klima sehr positiv, zum Anderen die Vielfalt an
unterschiedlichen Lebensräumen: Trockenrasen, lichte Waldränder,
Sandstellen und so genannte Säume und Hohlwege geben äußerst seltenen
Wildbienenarten den für sie so wichtigen Raum zum Leben.

Der Wildbienenerlebnisweg am Bisamberg mit Schafen und Nisthilfen
Der Wildbienenerlebnisweg startet vor dem Gasthaus Gamshöhe (Gamshöhe
1, 2102 Bisamberg) bei der übergroßen Wildbienen-Holzskulptur,
gestaltet vom Künstler Armin Spitzer. An mehreren Stationen können
Interessierte auf insgesamt 6 Informationstafeln mehr über das Leben
und die Gewohnheiten der Wildbienen erfahren, genauso wie über die
besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum. In die eine Richtung führt
der Weg in Richtung Elisabethhöhe und Spielplatz, in der
entgegengesetzten Richtung zu einem Schafweideplatz (letzterer ist ab
Ende Juni ganz fertig gestellt). Perfekt also für Familien und
Schulklassen!

Citizen Science Projekt: Jeder kann beim Forschungsprojekt mitmachen
und mit der App "Unsere Wildbienen" ein Foto schießen!
Mit einer Smartphone App ist der Wildbienenerlebnisweg außerdem ab
nächster Woche auch interaktiv - jeder kann dann beim
Forschungs-Projekt rund um die so wichtigen Tiere mitmachen!
"Fotografiert man mit der App die Pflegefläche bei der dafür
vorgesehenen Tafel, kann jeder mithelfen, die laufenden Veränderungen
zu dokumentieren. Das Projekt hat nämlich auch einen
wissenschaftlichen Hintergrund - es soll untersucht werden, wie sich
die Schafbeweidung im Detail auf die Pflanzen- und Wildbienenvielfalt
auswirkt", erklärt Mag. Esther Ockermüller, Biologin und
Wildbienenexpertin. Die Aufforderung richtet sich besonders an junge
Menschen, Schulklassen und Familien.

Außerdem ermöglicht die App, entlang des Erlebniswegs Fotos (und
künftig auch Videos) von nistenden Wildbienen zu betrachten, an einem
Quiz teilzunehmen und viele zusätzliche Informationen zu den
Wildbienen zu erhalten - das funktioniert über QR-Codes auf den
Informationstafeln.

Schafherde als Rasenmäher fördert die Biodiversität - und Nisthilfen
die Fortpflanzung der Bienen
Außerdem ist eine Schafweide geplant: Im Gegensatz zu einer
mechanischen "Mahd" grasen Schafe die Blühflächen langsam ab, dadurch
stehen während der gesamten Vegetationsperiode vielfältige Blüten für
die Wildbienen zur Verfügung. Das hat eine Wechselwirkung und setzt
einen positiven Kreislauf in Gang: ein vielfältigeres Blütenangebot
bewirkt eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Wildbienenarten
vor Ort und in Folge auch eine größere Vielfalt an verschiedenen
Pflanzenarten. Das wiederum zieht wiederum noch mehr Bienen an.

Die sogenannte "extensive Beweidung" der Schafe erhöht auch das
Angebot an Nistmöglichkeiten. Durch Tritt und Sohlen modellieren
Weidetiere kleine Schlammpfützen, in denen sich bei Regen Wasser
sammelt. Dort können Wildbienen Lehm zum Bau ihrer Nester sammeln. In
trockeneren Bereichen entstehen hingegen offene Bodenstellen und
Abbruchkanten, wo Wildbienen nisten können. Außerdem werden auf der
Pflegefläche zusätzliche Nisthilfen errichtet, welche von Wildbienen
besiedelt werden. Dadurch haben die BesucherInnen die Möglichkeit,
die Wildbienen in ihrem Brutverhalten direkt zu beobachten.

Führungen für Schulklassen, Familien und Gruppen
Führungen für Schulklassen, Familien und Gruppen sind auf Anfrage
gerne möglich - Buchungen sind bei der Biologin und
Wildbienen-Expertin Mag. Esther Ockermüller unter der E-Mail-Adresse
[email protected] oder der Telefonnummer 0676 95 28 713 sehr
gerne möglich.

Erweiterung mit Skulpturen 2015
Und auch schon eine Erweiterung ist in Planung: weitere Skulpturen
werden 2015 aufgestellt werden, die die oft sehr kleinen Wildbienen
noch sichtbarer machen und die BesucherInnen durch den Wanderweg
weisen.

Auch andere Gemeinden bereits an Wildbienen-Erlebniswegen
interessiert
Das Vorbild am Bisamberg hat auch schon Interesse bei anderen
Gemeinden geweckt: Das heißt es werden wahrscheinlich in
Niederösterreich - und auch in anderen Bundesländern - bald noch
weitere Wildbienen-Erlebniswege entstehen! Dr. Herbert Greisberger,
Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ: "Im Rahmen einer
neuen Initiative haben Unternehmen die Möglichkeit, sich freiwillig
für die Biodiversität in Niederösterreich einzusetzen und so zum
Erhalt von Arten und Lebensräumen beizutragen. Erste erfolgreiche
Beispiele gibt es bereits, wie die heutige Eröffnung des ersten
Wildbienen-Erlebniswegs in Österreich zeigt."

Der Wildbienen-Erlebnisweg konnte dank zahlreichen Unterstützern,
u.a. dank dem Land Niederösterreich, Abteilung Naturschutz, der
Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, Pfizer Corporation
Austria GmbH, der Gemeinde Langenzersdorf oder der Stadt Wien, MA49,
entstehen.

Pressebilder ab ca. 12 Uhr unter www.flickr.com/photos/global2000

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