- 16.05.2014, 09:30:32
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Presserat mahnt zu Zurückhaltung bei Berichterstattung über Suizide
Wien (OTS) - Anlässlich des Suizids eines 19-jährigen Mannes in
Wien-Mariahilf am 26.4.2014 weist der Senat 1 des Presserats die
Medien zum wiederholten Male auf Punkt 12 des Ehrenkodex für die
österreichische Presse hin, wonach bei Berichten über Suizide große
Zurückhaltung geboten ist.
Sicherlich ist ein Suizid als Ursache für eine Explosion, durch die
14 Nachbarn verletzt worden sind und erheblicher Sachschaden
entstanden ist, von entsprechendem Informationswert für die
Allgemeinheit.
Dennoch sind nach Meinung des Senats im Zuge der Berichterstattung
über diesen Suizid medienethische Grenzen überschritten worden.
In mehreren Medien wurden private Fotos des Suizidopfers gezeigt, die
offenbar von "Facebook" stammen. Der Betroffene wurde u.a. beim
Tanzen und mit seinem Haustier abgebildet. In einigen Medien wurden
zudem verschiedene Details über die privaten Lebensumstände des
Verstorbenen geschildert.
Die Veröffentlichung privater Details im Zusammenhang mit der Ursache
für den Suizid greift nicht nur in die Intimsphäre ein, sondern birgt
auch die Gefahr der Nachahmung vor allem für Personen, die sich
ebenfalls in einer Krisensituation befinden.
SENAT 1 DES ÖSTERREICHISCHEN PRESSERATS
Der Presserat ist ein Verein, der sich für verantwortungsvollen
Journalismus einsetzt und dem die wichtigsten Journalisten- und
Verlegerverbände Österreichs angehören. Die Mitglieder der beiden
Senate des Presserats sind weisungsfrei und unabhängig.
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