- 24.01.2014, 13:59:31
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Parlamentsbibliothek arbeitet problematische Bestände auf
Restituierung von Büchern langwierig, historisches Erbe NS-Literatur wird untersucht
Utl.: Restituierung von Büchern langwierig, historisches Erbe
NS-Literatur wird untersucht =
Wien (PK) - Die Bibliothek des Parlaments beschäftigt sich seit
etlichen Jahren mit seinem historischen Erbe. Während des NS-Regimes
wurde das Gebäude u. a. als "Gauhaus" der NSDAP genutzt und entzogene
Bücher und NS-affine Literatur der historischen Bibliothek
hinzugefügt.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat im Jahr 2009 ein Projekt
zur Provenienzforschung unter Heranziehung eines externen Experten in
der Parlamentsbibliothek durchführen lassen. Aufgrund lückenhafter
Quellen musste der Bestand der Bibliothek, der insgesamt 340.000
Bücher umfasst, zunächst auf mögliche problematische Bestände
eingegrenzt werden. Rund 15.000 Bücher wurden als solche
identifiziert.
Die Forschungsarbeiten dauerten aufgrund des hohen Aufwands - die
Bücher mussten einzeln untersucht werden - bis zum Juni 2012. Dabei
stellte sich heraus, dass es einen Bestand an eindeutig entzogenen
Büchern gibt. Diese 37 Bände werden nach der Empfehlung des
Kunstrückgabebeirats in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des
Nationalfonds nach Möglichkeit an die früheren Eigentümer bzw. deren
Erben zurückgestellt. Die Umsetzung dieses Schritts wurde
eingeleitet, stellt sich aber als komplex und langwierig heraus,
sodass bisher kein Buch tatsächlich zurückgestellt werden konnte.
Bei einem weiteren Bestand von 1429 Signaturen kann nicht gänzlich
ausgeschlossen werden, dass diese Bücher entzogen wurden. Die
Forschung hat jedoch ergeben, dass die Bücher nicht durch aktive
Maßnahmen der damaligen Bibliothek in den Bestand kamen, sondern
durch die im "Gauhaus" angesiedelten Abteilungen. Der Nationalfonds
hat daher in diesem Fall vorgeschlagen, einen Link zur Bücherliste
der Bibliothek auf der Website des Fonds anzubieten. Sollten dadurch
weitere Eigentümer der Bücher identifiziert werden können, werden
diese in allen möglichen Fällen zurückgestellt.
Bei dem Forschungsprojekt wurde auch ein weiterer Bücherbestand
identifiziert, nämlich NS-affine Literatur. Als Sofortmaßnahme wurde
zu diesem Bestand ein Entlehnverbot ausgesprochen. Darüber hinaus
wurde dieses Forschungsergebnis von der Präsidentin des Nationalrats
herangezogen, um mit einem weiteren Forschungsauftrag die Geschichte
des Parlaments als "Gauhaus" aufzuarbeiten. Bertram Perz vom Institut
für Zeitgeschichte der Universität Wien wird in einer Pilotstudie
zunächst die Quellenlage beleuchten. Die Ergebnisse werden ungefähr
in einem Jahr vorliegen. (Schluss) red
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