- 21.10.2013, 14:43:44
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ÖGB-Oberhauser: Wienerinnen arbeiten ab 22. Oktober gratis
Wien ist beim Schließen der Einkommensschere aber deutlich erfolgreicher als die anderen Bundesländer
Utl.: Wien ist beim Schließen der Einkommensschere aber deutlich
erfolgreicher als die anderen Bundesländer =
Wien (OTS/ÖGB) - "Frauen bekommen für ihre Arbeit immer noch deutlich
weniger Geld als Männer. In erster Linie ist die Wirtschaft gefragt,
wenn es darum geht, die Einkommensschere zu schließen, und die
Bundespolitik, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Dass aber
auch die Regionalpolitik großen Einfluss auf faire Lohnbedingungen
hat, sieht man an der Tatsache, dass große Unterschiede zwischen den
einzelnen Bundesländern bestehen", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und
-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. In Wien müssen die Frauen "erst"
ab 22. Oktober gratis arbeiten, während der Equal Pay Day für ganz
Österreich bereits am 8. Oktober erreicht war.++++
"Im Schnitt verdienen Vollzeit arbeitende Frauen in Österreich 2013
um 23,2 Prozent weniger als Männer. Ab 8. Oktober haben Männer
bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen noch bis Jahresende
arbeiten müssen", so Oberhauser: "In Wien ist der
Einkommensunterschied mit 19,2 Prozent im Bundesländervergleich am
geringsten, daher findet der Wiener Equal Pay Day erst zwei Wochen
später statt."
Einkommensschere schon bei den Lehrlingen weit offen
Oberhauser: "Die Wienerinnen stehen besser da als die Frauen in den
anderen Bundesländern, aber das ist bei weitem nicht genug. Wir sind
erst zufrieden, wenn der Equal Pay Day auf den 31. Dezember fällt.
Die Ungleichbezahlung von Frauen und Männern beginnt übrigens schon
beim Berufseinstieg." Während immerhin 38 Prozent der Männer in der
ersten unselbständigen Erwerbstätigkeit nach der Lehre mehr als 1.800
Euro brutto verdienen, sind es bei den Frauen gerade einmal neun
Prozent.
Die Anrechnung von Vordienstzeiten, die Einstufung sowie
Zulagensysteme erweisen sich für Frauen als zusätzliche
Einkommensfallen. Das schlägt sich nicht nur im geringeren Einkommen
während der Erwerbsarbeit nieder, sondern auch in der Pension und
erhöht das Risiko von Altersarmut. Oberhauser: "Lohn- und
Gehaltsgerechtigkeit ist eine Voraussetzung, um die
Einkommensentwicklung der Frauen an jene der Männer anzugleichen.
Neben umfassenden Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene
braucht es gesellschaftliche Veränderungen - vom Aufbrechen
veralteter Rollenbildern bis zur Arbeitsbewertung. Diskriminierungen
müssen betrieblich aufgezeigt, öffentlich thematisiert und
sanktioniert werden. Jeder Euro, der Frauen weniger bezahlt wird, hat
individuelle und gesamtwirtschaftliche Konsequenz."
Die ÖGB-Frauen fordern:
+ Kollektivvertraglicher Mindestlohn bzw. -gehalt von 1.500 Euro.
+ Verpflichtung zur Einkommensangabe in allen Stelleninseraten.
+ Weiterentwicklung der Einkommensberichte.
+ Verankerung von Frauenförderung als erzwingbare
Betriebsvereinbarung.
+ Nachweisliche betriebliche Frauenförderung als Voraussetzung für
die Vergabe bestimmter Unternehmenssubventionen und öffentlicher
Aufträge.
+ Mehr Frauen in Führungspositionen in Unternehmen und Institutionen
mit dem Ziel, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch im
Management zu repräsentieren.
+ Anrechnung der Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche
(analog Präsenz- und Zivildienst).
+ Höhere Gehälter der Beschäftigten in frauendominierten Branchen,
insbesondere im Dienstleistungssektor, im Bereich Gesundheit und
Pflege, im Sozialbereich, sowie in allen Bereichen der Bildung.
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