- 06.08.2013, 09:52:42
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2012 - ein gutes Jahr für Bundesmuseen und Bundestheater
Kulturbericht gibt Aufschluss über Entwicklung der Bundeskulturinstitutionen
Utl.: Kulturbericht gibt Aufschluss über Entwicklung der
Bundeskulturinstitutionen =
Wien (PK) - Einen erfreulichen Verlauf des Vorjahres konstatiert
Kulturministerin Claudia Schmied für die Bundeskulturinstitutionen im
Kulturbericht 2012 (III-431 d.B.), der nun dem Nationalrat vorliegt.
Die Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB)
wurden von rund 4,6 Mio. Menschen besucht, was eine Steigerung von 14
% gegenüber dem Jahr davor bedeutet. Sie verzeichneten damit das
besucherstärkste Jahr seit ihrer Ausgliederung, heißt es im Bericht.
So überschritt in diesem Jahr neben dem Kunsthistorischen Museum
erstmals auch die Österreichische Galerie Belvedere die
Millionenmarke bei der Zahl der BesucherInnen.
Der freie Eintritt für Kinder und Jugendliche in Bundesmuseen und ÖNB
ging in sein drittes Jahr und entwickelte sich weiter erfolgreich,
950.000 BesucherInnen dieser Altersgruppe waren zu verzeichnen, ein
Anstieg von 10 % gegenüber 2011. An den vielfältigen
Vermittlungsprogrammen nahmen zudem 434.633 junge Menschen teil.
Weiterentwicklungen der Museumslandschaft gab es 2012 durch die
Eingliederung des Pathologisch Anatomischen Bundesmuseums in das
Naturhistorische Museum (NHM) und den Abschluss der Generalsanierung
der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums (KHM) nach einer
zehnjährigen Schließzeit.
Auch die Bundestheater konnten eine durchaus erfreuliche
Besucherbilanz verzeichnen. 1,3 Mio. Menschen besuchten 2012
Burgtheater, Wiener Staatsoper und die Volksoper Wien. Außerdem wurde
ein Maßnahmenkatalog der Bundestheater-Holding umgesetzt und dessen
Optimierungsziele erreicht oder sogar übertroffen. Auch im Bereich
Denkmalschutz gab es wichtige Weichenstellungen, wie auch für das
Öffentliche Büchereiwesen. Der 2011 beschlossene Bücherei-
Entwicklungsplan wurde 2012 durch die Erarbeitung eines "Masterplans"
zur flächendeckenden Versorgung mit Literatur und Medien für alle
ÖsterreicherInnen weiter vorangetrieben.
Entwicklung des Kulturbudgets 2012
Die Gesamtausgaben des BMUKK Kulturbereich 2012 beliefen sich auf
351,48 Mio. € und lagen damit nur knapp unter dem Ausgaben von 2011
(351,74 Mio. €). Museumsaufgaben machten diesmal im Unterschied zum
Jahr davor mit 149,77 Mio. € (2011: 164,7 Mio. €) nur mehr den
zweitgrößten Ausgabenbereich aus. In der Summe sind die Bereiche
Bundesmuseen, ÖNB, Museumsquartier, Leopold Museum, Museumsvorhaben
und -förderungen sowie Restitutionsbelange inbegriffen.
An erster Stelle der Aufgabenbereiche des Kulturbudgets standen 2012
die Bundestheater, für die im Berichtsjahr 160,51 Mio. €, das sind
45,67 % aufgewandt wurden(2011: 145,94 Mio. € oder 41,49 %). Der
erhöhte Betrag ergab sich aus der Bereinigung der Zahlungsströme,
beginnend mit dem neuen Haushaltsrecht, weshalb hier Vorlaufzahlungen
für 2013 in der Höhe von 13 Mio. € enthalten sind.
Das Budget für Bundesdenkmalamt und Denkmalschutz wurde gegenüber dem
Jahr davor erhöht und belief sich auf 32,08 Mio. € bzw. 9,13 % des
Kulturbudgets (2011: 31,08 Mio. €). Der Rest verteilt sich auf
Büchereiwesen und Volkskultur mit 2,49 Mio. € (2011: 2,55 Mio. €),
Hofmusikkapelle 1,41 Mio. € (2011: 1,38 Mio. €), Kulturnetzwerk 0,25
Mio. € (2011: 0,23 Mio. €), Kulturinformation 0,16 Mio. € (2011: 0,61
Mio. €) und auf die Wien Aktion mit 4,81 Mio. € (2011: 5,25 Mio. €).
Die Basisabgeltung für die Bundesmuseen und die Österreichische
Nationalbibliothek betrug 107,65 Mio. und damit mehr als 2011
(105,011 Mio. €). Das Kunsthistorische Museum zusammen mit dem Museum
für Völkerkunde und dem Österreichischem Theatermuseum erhielt mit
23,78 Mio. € denselben Betrag wie im Jahr davor, ebenso die die ÖNB
mit etwas mehr als 23 Mio. € und das Technische Museum 11,55 Mio. €.
Auch die Beträge für die anderen Museen blieben gleich, die Erhöhung
entfällt auf 2 Mio. mehr für die Österreichische Galerie Belvedere
und etwa 0,6 Mio. € zusätzlich für das NHM.
Bundesmuseen und Österreichische Nationalbibliothek
Auch im Berichtsjahr 2012 wurde die Überarbeitung der
organisatorischen Regelwerke der Bundesmuseen und der ÖNB zur
Etablierung einer effektiven Public Governance fortgesetzt. Mit dem
Erlass überarbeiteter und neu strukturierter Geschäftsordnungen der
Geschäftsführungen wurden klare und transparente Regeln für die
Aufsichtsgremien dieser Institutionen geschaffen.
Auch 2012 wurde eine Reihe von wichtigen baulichen Maßnahmen in den
Museen gesetzt. Der Bundesvoranschlag des Jahres 2012 sah für das
Investitionsprogramm der Bundesmuseen 10,8 Mio. € vor. Davon wurden
im Berichtsjahr 9,13 Mio. € angewiesen, wobei 5,5 Mio. € auf die
Generalsanierung der Kunstkammer des KHM entfielen. Auch Albertina,
Belvedere, das Österreichische Museum für angewandte
Kunst/Gegenwartskunst (MAK) und das Museum Moderne Kunst Stiftung
Ludwig (mumok) investierten in die Sicherung der Sammlungen durch
Sicherheitstechnik. Das MAK unternahm zudem große Anstrengungen zur
Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.
Bundestheater verzeichnen guten Besuch
Der Bundestheater-Konzern besteht aus fünf Gesellschaften mit
beschränkter Haftung: Bundestheater-Holding GmbH sowie Burgtheater
GmbH, Wiener Staatsoper GmbH, Volksoper Wien GmbH und Theaterservice
GmbH, wobei letztere keine öffentlichen Mittel erhält.
Die Basisabgeltung Bundestheater betrug 160,5 Mio. € (gegenüber 144,4
Mio. € im Jahr davor). Davon gingen im Berichtsjahr 2012 an die
Bundestheater Holding 5,6 Mio. € (2011: 3,4 Mio. €), 55,2 Mio. €
(2011: 46,7 Mio. €) an die Burgtheater GmbH, 57,9 Mio. € (2011: 56,4
Mio. €) an die Wiener Staatsoper GmbH, 41,8 Mio. € (2011: 37,9 Mio.
€) an die Volksoper Wien GmbH.
Die Spielsaison 2011/12 verlief für die Bundestheater erfreulich.
Staatsoper und Volksoper verzeichneten zwar einen leichten
BesucherInnenrückgang, das Burgtheater hingegen einen leichten
Zuwachs der Besuchszahlen. Wurden 2010/11 insgesamt 1.288.333
BesucherInnen der Bundestheater verzeichnet, waren es in der vom
Bericht erfassten Spielzeit 1.333,722, eine Steigerung von 3,5 %. Den
stärkste Zuwachs war beim Burgtheater zu verzeichnen.
Der auf Basis der Ergebnisse der 2011 abgeschlossenen Evaluierung
der Bundestheater durch die Bundestheater-Holding erstellte Katalog
von Anpassungs- und Verbesserungsmaßnahmen wurde 2012 in Angriff
genommen. Die Evaluierung hatte ein Optimierungspotenzial über fünf
Jahre, bis zum Ende der Saison 2014/15, von 12,4 Mio. € erhoben.
Denkmalschutz und Bundesdenkmalamt
Im Bereich Denkmalschutz wurden 2012 insgesamt 1.258 Projekte
gefördert, wobei von etwas mehr als 14 Mio. € auf Profanbauten 7,71
Mio. und auf Sakralbauten 6,36 Mio. € entfielen. Das Bundesdenkmalamt
(BDA) bemüht sich intensiv um die Erarbeitung der wissenschaftlichen
Erforschung und die Dokumentation des Denkmalbestandes in Österreich,
welche die Grundlagen seiner Tätigkeit bilden, und gibt dazu eine
Reihe von Fachpublikationen heraus. Das BDA betreibt auch eine
intensive Öffentlichkeitsarbeit und führte verschiedene Projekte
durch, um vor allem auch in der Kulturvermittlung über die Schulen
Bewusstsein für die Themen Denkmäler und Denkmalpflege zu schaffen.
Museumsquartier
Der Bund hat gegenüber dem MuseumsQuartier Wien (MQ) eine
Kostenersatzpflicht. Es ist dabei festzustellen, dass sich das
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auch im Berichtsjahr,
wie in den beiden Jahre zuvor, nochmals verbessert hat. Es ergab sich
ein Minus von 1,72 Mio. €, 2011/12 hatte das Minus noch 2,3 Mio. €
betragen. Das MQ wurde 2012 von 4 Mio. Menschen besucht, ihre Zahl
ist gegenüber 2011 (3,8 Mio.) damit neuerlich angestiegen. Ein
leichter Rückgang von rund 37.000 war gegenüber 2011 in Summe bei
BesucherInnen in den Institution festzustellen, wobei einige
Einrichtungen, wie das Leopold Museum, jedoch 2012 einen
Besucherrekord verzeichneten. Nach Angabe der Institutionen
verzeichneten sie insgesamt 1,3 Mio. BesucherInnen.
Stiftungen
Zu den Stiftungen gehören die Leopold Museum Privatstiftung, die
Österreichische Friedrich und Lilian Kiesler Privatstiftung und die
Österreichische Ludwig Stiftung für Kunst und Wissenschaft. Der Stand
des Stiftungsvermögens des Leopoldmuseums lag mit 1. März 2012 mit
159,95 Mio. € auf dieselbe Höhe wie im Jahr davor, das gleiche galt
für die Subventionen des BMUKK 2011/12 von 2,726 Mio. €. Die Kiesler
Stiftung verfügte über ein operatives Budget von 210.000 €, von dem
ein Drittel vom BMUKK (45.000 € aus der Kultur- und 25.000 € aus der
Kunstsektion) kam, die anderen Teile steuerten das BMWF und die
Kulturabteilung der Stadt Wien bei. Die Ludwig Stiftung hatte mit
Stichtag 31. 12. 2012 ein Stiftungskapital von 28,92 Mio. € (2011:
27,83 Mio. €).
Weitere Kulturangelegenheiten, Internationales, Restitution
Unter das Kapitel "Weitere Kulturangelegenheiten" fallen Themen wie
Wiener Hofmusikkapelle, öffentliches Büchereiwesen, Volkskultur und
Kulturgüterschutz. Nachdem eine 2011 eingesetzte Arbeitsgruppe zur
Umsetzung eines Bücherei-Entwicklungsplans Strukturen des
Öffentlichen Bibliothekswesen analysierte und seine Aufgaben
konkretisierte, wurden die Ergebnisse 2012 in einen Masterplan zur
flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Literatur und
Information erstellt, der Anfang 2013 präsentiert wurde.
Der Bericht gibt auch Auskunft über Internationale
Kulturangelegenheiten und zum Stand der Restitutionsangelegenheiten
betreffend bedenkliche Erwerbungen während der NS-Zeit. Der
Kunstrückgabebeirat ist 2012 wieder zu fünf Sitzungen
zusammengetreten und hat in 16 Fällen Empfehlungen beschlossen. Der
Bericht stellt abschließend den Stand der Recherchen im Bereich der
Provenienzforschung in den Bundesmuseen und Sammlungen dar und führt
aus, dass diese überall systematisch vorangetrieben wurde. Recherchen
wurden in der Albertina, dem Belvedere, im KHM, dem Museum für
Völkerkunde, im Österreichischen Theatermuseum, im MAK, mumok, NHM
und Technischem Museum Wien durchgeführt. (Schluss) sox
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