- 19.06.2013, 19:17:44
- /
- OTS0307 OTW0307
Neue Herausforderungen für die Tourismusbranche
Tourismusausschuss: Betrieben soll nach Hochwasserkatastrophe speziell geholfen werden
Utl.: Tourismusausschuss: Betrieben soll nach Hochwasserkatastrophe
speziell geholfen werden =
Wien (PK) - Tourismusbetriebe, die von den jüngsten Naturkatastrophen
betroffen oder sogar gefährdet sind, sollen spezielle Unterstützung
erhalten. Das sieht ein Entschließungsantrag aller sechs
Parlamentsparteien vor, der im heutigen Tourismusausschuss einstimmig
angenommen wurde. Bundesminister Reinhold Mitterlehner betonte in
diesem Zusammenhang, in Abstimmung mit den anderen involvierten
Förderstellen werde unter anderem eine zinsfreie Finanzierung mit
ERP-Krediten zur Verfügung gestellt.
Ebenfalls einstimmig passierte ein Allparteienantrag den Ausschuss,
wonach ein Gesamtkonzept für den Tourismus im ländlichen Raum
erstellt werden soll.
Am Beginn der Tagesordnung standen aber eine Aktuelle Aussprache
sowie der Tourismusbericht 2012 am Programm. Dabei konnten die
Ausschussmitglieder mit der Präsidentin der Österreichischen
Hoteliervereinigung Michaela Reitterer und dem Vorsitzenden der vida
Bundesfachgruppe Tourismus Rudolf Komaromy über aktuelle Probleme der
Tourismusbetriebe und ihrer Angestellten diskutieren. Reitterer wies
auf die steuerlichen Belastungen der Betriebe und die schwierige
Investitionslage hin. Beide Experten widmeten sich darüber hinaus den
Problemen der Beschäftigten und griffen dabei insbesondere die Frage
der Lehrlinge heraus, wobei sie betonten, trotz unterschiedlicher
Vorstellungen intensive Gespräche zu führen, um die Lehrberufe in der
Hotellerie attraktiver zu gestalten.
Bundesminister Reinhold Mitterlehner konnte eine außerordentlich
positive Bilanz der Tourismusbranche aus dem Vorjahr ziehen, räumte
aber ein, dass nach einer gut abgelaufenen Wintersaison 2012/13 der
Sommertourismus aufgrund der schlechten Wetterlage und der
Hochwasserkatastrophe sehr langsam angelaufen sei. Aus diesem Grund
werde nicht nur den betroffenen Betrieben in den Katastrophengebieten
rasch geholfen, man werde auch gezielte Werbemaßnahmen in den
kommenden Wochen starten.
Die Herausforderungen in Bezug auf die elektronischen
Buchungsmöglichkeiten waren ebenfalls zentrales Thema der Diskussion,
zumal sich die Notwendigkeit ergibt, eine eigene österreichische
Buchungsplattform zu entwickeln. Universitätsprofessor Hannes
Werthner präsentierte dazu eine Studie über mögliche Optionen und
hielt fest, dass es sich hier weniger um eine technische, sondern
vielmehr um eine tourismuspolitische und strategische Frage handelt.
ÖHT: Betrieben nicht permanent in die Kasse greifen
In ihrer Präsentation machte Präsidentin Michaela Reitterer die
Abgeordneten darauf aufmerksam, dass die Erfolge des Tourismus kaum
bei den Betrieben landeten und zeichnete nicht allzu rosige
Aussichten für das Jahr 2013, da laut Umfragen heuer nur 6% der
Hoteliers Neuinvestitionen tätigen wollen. Das sei für eine
Volkswirtschaft bedenklich, sagte sie und kritisierte in diesem
Zusammenhang nicht nur die angedachte Erhöhung der Mehrwertsteuer auf
Regienächtigungen, sondern auch Vorschläge zur Substanzbesteuerung.
Die Eigenkapitalausstattung der Betriebe sei schlecht, eine höhere
Mehrwertsteuer könne man keinesfalls auf die Gäste überwälzen, führte
sie aus. Zudem würde eine zusätzliche Steuer auf Betriebsvermögen zu
einer existenzgefährdenden Steuerbelastung führen, da die
österreichische Hotellerie meist privat geführt wird. Sie warnte
davor, den Betrieben permanent in die Kasse zu greifen, denn das
senke auch die Investitionsbereitschaft.
Lehre in Tourismusbranche attraktiver gestalten
Reitterer zeigte sich überzeugt davon, dass auch das Image der
Branche geändert werden müsse. Einen wichtigen Ansatzpunkt sah sie
dabei in der Lehrausbildung, wobei sie eine modulare Lehre mit
Ausbildungsschwerpunkten vorschlug. Vor allem hielt sie es für
notwendig, einen eigenen Lehrberuf für RezeptionistInnen zu schaffen.
Dem widersprach Rudolf Komaromy von der Gewerkschaft heftig, da er
meinte, die Lehre zum Hotel- und Gastgewerbeassistenten biete eine
breite Ausbildung, und dabei sollte auch ein Hauptteil der Arbeit von
RezeptionistInnen sowie dem Einkauf gelten. Außerdem müsse man genau
überlegen, wie ein solches Berufsbild ausschauen soll. Komaromy trat
auch für eine Ausdehnung der Berufsschulzeit in seiner Branche sowie
für die Aufnahme einer zweiten Fremdsprache in den Lehrplan ein.
Kritisch beleuchtete er weiters die Tatsache, dass sehr viele nur
tageweise Beschäftigte in dem Bereich tätig sind und die Hotellerie
für die ArbeitnehmerInnen lediglich eine "Durchgangsbranche"
darstelle. Es sei schwierig, qualifizierte Personen in der Branche zu
halten, die Fluktuation sei groß, fügte er hinzu. Man habe sowohl
eine hohe Arbeitslosigkeit wegen der Saisonarbeit, als auch eine hohe
Beschäftigungsquote zu verzeichnen.
Trotz der Meinungsverschiedenheiten mit Präsidentin Reitterer,
sicherten beide zu, die Gespräche fortführen zu wollen und alles zu
unternehmen, damit sich wieder mehr junge Menschen für die Hotellerie
interessieren sind und dort auch bleiben.
Österreichische Buchungsplattform geplant
Einem ganz anderen Thema widmete sich dann Professor Hannes Werthner
von der technischen Universität Wien, der das Projekt zu einer
österreichischen Buchungsplattform vorstellte. Bereits im Vorfeld
hatte Michaela Reitterer eingeräumt, dass sich die österreichische
Hotellerie in die Hände internationaler Buchungsplattformen gelegt
habe und man nun von diesen abhängig sei. Deshalb gebe es
Bestrebungen, eine innerstaatliche Plattform zu schaffen. Als
wesentlich erachtete es Werthner, dass man auf der Destinationsebene
stärker kooperiert, und zwar über die unterschiedlichsten Anbieter
hinweg. Die Zusammenarbeit müsse auch mit anderen, nicht-
touristischen Bereichen einer Destination erfolgen.
Bei seinem Projekt habe man im Auge gehabt, Interessierten eine Suche
nach bestimmten Motiven und Reisetypen zu ermöglichen und weniger
eine auf Preisen und Key-Words basierte Suche anzubieten.
Internationalen Buchungsplattformen könne man nur dann ausweichen,
indem man ein Destinationsbündel anbietet, erläuterte Werthner, im
Vordergrund sollte dabei das Bedürfnis der Suchenden nach
Urlaubserlebnissen und weniger nach einem bestimmten Hotelzimmer
stehen. Eine solche Plattform sollte nach Meinung des Experten
privatwirtschaftlich geführt werden.
Werthner unterstrich eindringlich die Bedeutung des elektronischen
Vertriebs im Bereich des Tourismus und plädierte dafür, dass sich
Österreich durch ein E-touristisches Know-how positioniert. Eine
derartige Entwicklung sei nie abgeschlossen, sondern stelle eine
ständige Herausforderung dar, sagte er, es müsse daher eine
permanente Innovationskultur etabliert werden. Als unerlässlich hält
er die Zusammenarbeit von Forschung, Förderungseinrichtungen und
touristischen Organisationen.
An der Diskussion beteiligten sich die Abgeordneten Johann Hell (S),
Erwin Preiner (S), Franz Hörl (V), Johann Rädler (V), Heinz-Peter
Hackl (F), Maximilian Linder (F), Gabriela Moser (G), Ernest Windholz
(B) und Stefan Markowitz (T).
Tourismus wesentliche Stütze der österreichischen Konjunktur
Dass die Tourismusbetriebe mit ihrem vielfältigen Angebot eine
wesentliche Stütze der österreichischen Wirtschaft darstellen,
beweist einmal mehr der Tourismusbericht für das Jahr 2012, den
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner präsentierte und der
schließlich einstimmig zur Kenntnis genommen wurde.
Trotz dieser guten Entwicklung sah der Minister noch ein Potential
nach oben, schränkte aber gleichzeitig ein, dass der positive Trend
im Jahr 2013 nicht nahtlos fortgesetzt werden konnte. Nach einer
guten Wintersaison habe das schlechte Wetter und die
Hochwasserkatastrophe den Sommertourismus nur langsam anlaufen
lassen.
Im Vorjahr konnte trotz schwächelnder Wirtschaft wieder ein
Rekordergebnis erzielt werden. Die rund 28.000 heimischen Hoteliers
und GastronomInnen mit ihren Beschäftigten beherbergten und
verköstigten mehr als 36 Millionen Gäste, das waren um 4,4% mehr als
2011, und erzielten mit 131 Millionen Übernachtungen einen neuen
Spitzenwert. 191.606 unselbstständig Beschäftigte waren im
Jahresdurchschnitt 2012 in der Tourismusbranche tätig, um 3,8% mehr
als 2011. Ihr Anteil an der inländischen Wertschöpfung machte 7,4%
aus.
Vor allem boomte der Städtetourismus weiter, der auch von der
wachsenden Neigung der Gäste profitierte, kürzer, aber häufiger
Urlaub zu machen. Die Touristen reisten vermehrt auch in der
Nebensaison an und rechtfertigten die zuletzt starken Investitionen
in die Qualität der Betriebe sowie in Kultur-, Wander- und
Gesundheitsangebote. Als erfolgreich erwies sich auch die
Internationalisierungsoffensive der Österreich Werbung und der
Marketingorganisationen der Bundesländer - die Zahl der Gäste aus
Mittel- und Osteuropa nahm stark zu, aus Asien kamen erstmals mehr
als eine Million BesucherInnen nach Österreich.
Österreich hielt 2012 seinen Marktanteil am internationalen
Tourismus. Saisonal entwickelten sich die Nächtigungen in der
Sommersaison 2012 mit einem Plus von 2,6% weniger günstig als die
Wintersaison 2011/2012 (+3,6%). Die starke Wintersportorientierung
nimmt seit 1995 zwar tendenziell ab, international gilt Österreich
aber immer noch in hohem Maße als ein Wintersportland.
Was die Beschäftigten betrifft, so arbeiten vor allem viele Frauen
und junge Menschen im Tourismus. Im Jahresdurchschnitt waren 2012
191.606 unselbstständig Beschäftigte in der Tourismusbranche tätig,
um 3,8% mehr als 2011. Die Arbeitslosenquote lag 2012 im Tourismus
mit 15,2% weit über der Gesamtquote von 7%. Knapp ein Drittel der
Arbeitslosen hatten aber eine Einstellzusage für eine
Arbeitsaufnahme.
In der Diskussion nahm der Wirtschaftsminister zu zahlreichen Fragen
der Abgeordneten Stellung. So informierte er etwa Abgeordnete
Gabriela Moser (G), dass die Ungleichbehandlung zwischen Produktions-
und Dienstleistungsbetrieben bei der Energieabgabenrückvergütung vom
Verfassungsgericht als verfassungskonform angesehen wird. Es gebe
daher keinerlei Bestrebungen seines Ressorts, diese Konstellation zu
ändern, stellte er fest.
Zur Unterstützung des Radtourismus liefen eine Reihe von
Kooperationen mit den ÖBB. So seien Rail-Jet-Garnituren gekauft und
umgebaut worden, sodass man seit dem Frühjahr 2013 darin auch
Fahrräder unterbringen könne. Ferner würden entsprechende Schulungen
des Bahnpersonals durchgeführt und auch die Integration der ÖBB in
das Gästecard-System initiiert. Die Kapazitäten für den
Fahrradtourismus konnten somit um 18% erhöht werden, erläuterte der
Minister.
Auf die Kritik Mosers hinsichtlich der Kürzung der Fördermittel für
Alpinvereine reagierte Mitterlehner mit dem Hinweis, dass im Zuge der
Budgetkonsolidierung in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen
werden mussten. Man habe sich aber mit Übergangsregelungen bemüht,
den Vereinen entgegenzukommen und für Sonderprojekte insgesamt
300.000 € zusätzlich als Ausgleich zur Verfügung gestellt. Außerdem
sei in den letzten Jahren enorm viel in die Infrastruktur investiert
worden, betonte Mitterlehner.
Man setze auch vielfach Initiativen zur Ankurbelung der
Inlandsnachfrage, aber auch um dem tendenziellen Rückgang des
Wintertourismus zu begegnen, bemerkte er gegenüber den Abgeordneten
Johann Hell (S) und Stefan Markowitz (T). In Reaktion auf die
Wortmeldung des Abgeordneten Ernest Windholz (B) bemerkte der
Minister, Investitionen seien stimmungsabhängig. Sein Ressort befasse
sich aber intensiv mit diesem Thema und das bedeute Kleinarbeit.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) sah sich veranlasst,
prinzipiell festzustellen, dass die Beschäftigten in der
Tourismusbranche generell nicht weniger verdienen als in anderen
Bereichen. Das Problem stelle sich nur deshalb, weil man immer das
Jahresgehalt heranziehe, im Tourismus eine geregelt Arbeitszeit wie
in der Industrie aber nicht möglich sei. Kleinere Betriebe seien mit
den gleichen Auflagen konfrontiert wie größere, hätten aber nicht die
entsprechende Auslastung. Selbst in der Tourismusbranche tätig,
glaubte Obernosterer nicht, dass die Zufriedenheit der
MitarbeiterInnen dort schlechter ist, dennoch sei man gefordert, um
weitere Verbesserungen zu erzielen. Was das in der vorherigen
Diskussion angesprochene Investitionsklima betrifft, so machte
Obernosterer darauf aufmerksam, dass im Vorjahr viele Investitionen
vorweggenommen worden seien.
Hilfe für den Tourismus nach dem Hochwasser
Einstimmig wurde sodann eine von den Abgeordneten Gerhard Huber (B),
Hubert Kuzdas (S), Franz Hörl (V), Roman Haider (F), Gabriela Moser
(G), Stefan Markowitz (T) und Gabriel Obernosterer (V) eingebrachte
Entschließung angenommen, in der Wirtschaftsminister Mitterlehner und
alle zuständigen Bundes- Landes- und Gemeindestellen zur Hilfe und
zur Unterstützung von beeinträchtigten oder gefährdeten
Tourismusbetrieben aufgefordert werden. Im Juni sei ein
Nächtigungsminus von 20% zu befürchten, argumentieren sie und weisen
darauf hin, dass die Auswirkungen der jüngsten Naturkatastrophen und
Elementarereignisse - Hochwasser, Murenabgänge und Hangrutschungen -
viele kleine und mittlere Betriebe im Tourismus besonders getroffen
haben.
Seitens der Abgeordneten Ernest Windholz (B) und Roman Haider (F)
wurde darauf hingewiesen, dass die Tourismusbetriebe andere
Bedürfnisse haben und daher für diese nach den Naturkatastrophen
gezielte Maßnahmen notwendig seien. Abgeordneter Franz Hörl (V)
konnte berichten, dass nach dem Hangsturz auf die Felbertauernstraße
seit Montag eine Ersatzstraße zur Verfügung steht und zollte dafür
insbesondere auch dem unbürokratischen Vorgehen der grünen
Landesrätin in Tirol Anerkennung. Er ersuchte auch den
Wirtschaftsminister, dass die Österreich Werbung die Osttirol Werbung
in dieser schwierigen Phase für die Region unterstützt.
Bundesminister Mitterlehner konnte den Abgeordneten berichten, dass
sein Ressort bereits ein Hilfskonzept erarbeitet hat, das besonders
auf die speziellen Bedürfnisse der Tourismusbetriebe ausgerichtet
ist. So werde für die Beseitigung von Schäden im Katastrophengebiet
eine zinsfreie Finanzierung mit ERP-Krediten in der Höhe von 10.000 €
bis maximal 7.500.000 € zur Verfügung gestellt. Die Laufzeit betrage
sechs Jahre, davon drei Jahre tilgungsfrei mit einem Zinssatz von 0%.
Die ERP-Kreditanträge müssen bis spätestens 31. Dezember 2013 bei der
ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank) einlangen, die
Ausnützung des ERP-Kredits müsse bis 30. Juni 2014 erfolgen. Für
Investitionen, die im Zuge der Schadensbeseitigung getätigt werden,
aber darüber hinaus gehen, gelten die Förderbedingungen der
einschlägigen Richtlinien, betonte Mitterlehner. Sollte es zu
Liquiditätsengpässen kommen, die eine ordentliche Bedienung
bestehender ERP- und TOP-Tourismuskredite unmöglich macht, kann die
ÖHT mit Stundungen und Tilgungsaussetzungen behilflich sein.
Ein Tourismuskonzept für den ländlichen Raum
Ebenfalls einstimmig passierte den Ausschuss ein Sechs-Parteien-
Entschließungsantrag, in dem die Abgeordneten Hubert Kuzdas (S),
Gabriel Obernosterer (V), Roman Haider (F), Gabriela Moser (G),
Gerhard Huber (B), Stefan Markowitz (T) und Franz Hörl (V) verlangen,
dem Thema Tourismus im ländlichen Raum besonderen Stellenwert
einzuräumen. Vor allem sollen in benachteiligten ländlichen Regionen
zukunftsfähige Kooperationen von Landwirtschafts- und
Tourismusbetrieben berücksichtigt und Förderungsmöglichkeiten geprüft
werden.
Anträge der Grünen vertagt
Am Ende des Ausschusses standen drei Anträge der Grünen zur Debatte,
die jedoch jeweils mit den Stimmen der beiden Koalitionsparteien
vertagt wurden.
Zunächst fordert Abgeordnete Gabriela Moser (G) in einem
Entschließungsantrag eine Erhöhung der Mittel für die Österreich
Werbung um 10 Mio. € jährlich, wobei auch eine entsprechende
Wertsicherung gewährleistet werden soll. Abgeordneter Gabriel
Obernosterer (V) begründete die Vertagung mit dem Hinweis, dass eine
Erhöhung im Zuge der Budgetkonsolidierung nicht möglich sei, der
Minister aber immer wieder bewiesen habe, Mittel aufzustocken, wenn
es erforderlich ist.
Ein weiterer Entschließungsantrag der Abgeordneten Gabriela Moser (G)
nimmt auf die Empfehlungen des 9. Umweltkontrollberichts Bezug und
verlangt deren Umsetzung. Darin enthalten sind unter anderem die
Weiterentwicklung und Evaluierung der Kriterien für eine nachhaltige
Entwicklung des Tourismus, die Bindung von Tourismusförderungen an
Nachhaltigkeitskriterien, umweltfreundliche Mobilitätsformen und
Rahmenkonzepte für die Zukunft von Wintersportregionen unter dem
Szenario des Klimawandels und sozio-ökonomischer Veränderungen.
Abgeordneter Johann Rädler (V) wies in diesem Zusammenhang darauf
hin, dass bereits der neue Umweltkontrollbericht vorliegt.
Zum Thema Beschäftigungsbedingungen im Tourismus hat Abgeordnete
Birgit Schatz (G) einen Entschließungsantrag unter dem Titel
"Fluchtbranche Tourismus" vorgelegt. Demnach sollen die Gründe
wissenschaftlich erhoben werden, warum Beschäftigte die Branche
verlassen und AbsolventInnen von Tourismusfach(hoch)schulen erst gar
nicht in die Branche einsteigen.
Man habe größtes Interesse, die MitarbeiterInnen in der Branche zu
halten, schließlich seien sie das höchste Gut der Betriebe,
unterstrich Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V). Eine weitere
Studie hielt er aber nicht für erforderlich, da zahlreiche andere
vorlägen, die von den Sozialpartnern erstellt wurden. Die Gründe für
die hohe Fluktuation liegen nach Meinung Obernosterers nicht nur in
den Arbeitsbedingungen, sondern haben vielfältige, oft familiäre
Ursachen. (Schluss Tourismusausschuss) jan
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA






