- 19.06.2013, 11:11:39
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ÖGB-Bundeskongress: Weltweite und europäische Solidarität nötig
Internationale Gäste mit Grußworten
Utl.: Internationale Gäste mit Grußworten =
Wien (OTS/ÖGB) - Wellington Chibebe vom Internationalen
Gewerkschaftsbund und der griechische Gewerkschaftspräsident Giannis
Panagopoulos richteten heute Grußbotschaften und Appelle zu
Solidarität an die Delegierten des 18. ÖGB-Bundeskongresses. Chibebe
ersuchte um Unterstützung der IGB-Kampagne für eine faire Fußball-WM
in Katar, Panagopoulos berichtete über die aktuelle Lage in
Griechenland.
"In den vergangenen Jahren hat die Welt angesichts der globalen
Finanzkrise einen massiven Wandel durchgemacht", sagte Wellington
Chibebe, stellvertretender Generalsekretär des Internationalen
Gewerkschaftsbundes (IGB). "Fast niemand ist von den Auswirkungen
dieser Krise verschont geblieben, außer einer sehr kleinen Elite der
Reichsten und Mächtigsten, deren bereits zuvor enormer Reichtum noch
wesentlich größer geworden ist." Gleichzeitig seien inzwischen
weltweit 210 Millionen Menschen arbeitslos, die informelle Wirtschaft
wachse, in der keine Regeln gelten, und die Menschen würden
verzweifelt versuchen, ihre Familien zu ernähren. "Das Kongressmotto
█Unsere Mission: Gerechtigkeit█ ist in der aktuellen Situation
äußerst angemessen, nicht nur in Österreich, sondern weltweit."
Chibebe berichtete von einer weltweiten Kampagne anlässlich der
Fußball-WM in Katar: "Keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte ist
eine Kampagne für den Respekt der Arbeitnehmerrechte in Katar, wo
Bauarbeitern ein Euro pro Tag gezahlt wird, die unter erschreckenden
Bedingungen arbeiten, in von Ratten behausten Arbeitslagern leben und
häufig sogar sterben, weil die Arbeitsbedingungen einfach zu hart und
zu gefährlich sind." Der IGB hat die FIFA aufgefordert, die
Abstimmung über den Austragungsort der WM in Katar zu wiederholen,
falls das Land seine Arbeitsgesetze nicht in Einklang mit
internationalen Normen bringe.
"Die Demokratie in Griechenland ist in Gefahr", sagte Giannis
Panagopoulos, Präsident des Griechischen Gewerkschaftsverbandes GSEE.
"Griechenland wird saniert, aber die Menschen verarmen. Das
griechische Volk blutet unter dem Vorwand der Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit. Die Schuldenkrise hat sich zu einer humanitären
Krise gewandelt: 27 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos, die
Jugendarbeitslosigkeit beträgt 64 Prozent. 30 Prozent der Bevölkerung
lebt unter der Armutsgrenze und der soziale Zusammenhalt ist
zusammengebrochen. Ohne Wachstum wird es für Griechenland keinen
Ausweg aus der Krise geben", berichtet Panagopoulos. Panagopoulus
bedankt sich auch beim ÖGB für die moralische und finanzielle
Unterstützung des Projekts "Klinik der Solidarität".
Klinik der Solidarität
Die Ambulanz wurde im Herbst 2011 von ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen
und TherapeutInnen gegründet und diente ursprünglich der ambulanten
medizinischen Versorgung von Flüchtlingen. Sie befindet sich in den
Räumlichkeiten des Gewerkschaftsdachverbandes GSEE und wird
selbstverwaltet von den ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und
TherapeutInnen geführt, die ausschließlich ehrenamtlich arbeiten. Im
Zuge der sozialen Krise in Griechenland begannen, neben Flüchtlingen,
immer mehr GriechInnen aufgrund von fehlendem Versicherungsschutz und
massiven Einsparungen im Gesundheitssystem die Einrichtung zu nutzen.
Heute nehmen täglich 80 bis 100 PatientInnen die breite Palette an
Leistungen der Ambulanz (Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Neurologie,
Orthopädie, Kinder- und Jugendheil-kunde, Psychiatrie und
Psychotherapie) in Anspruch.
www.klinik-der-solidaritaet.at
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