• 14.06.2013, 10:15:09
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GLOBAL 2000 an Berlakovich: Unkrautmittel darf nicht auf Brotgetreide gespritzt werden

Einschränkungen für den privaten Erwerb von Glyphosat greifen zu kurz

Utl.: Einschränkungen für den privaten Erwerb von Glyphosat greifen
zu kurz =

Wien (OTS) - Die Ankündigung von Landwirtschaftsminister Berlakovich,
als Reaktion auf die von GLOBAL 2000 gestern präsentierte Studie über
die Glyphosat-Belastungen im menschlichen Körper den Verkauf dieses
Unkrautvernichtungsmittels an Private einschränken zu wollen, wird
seitens GLOBAL 2000 grundsätzlich begrüßt. Dennoch ist darauf
hinzuweisen, dass diese Maßnahme die österreichischen KonsumentInnen
nicht vor der Aufnahme des hormonell wirksamen Pestizids über die
Nahrung, insbesondere über Brot und Backwaren, schützen kann. Helmut
Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, erklärt: "Für unsere
Glyphosat-Studie wurden ausschließlich Testpersonen ausgewählt, die
dieses Unkrautvernichtungsmittel nach eigenen Angaben weder beruflich
noch privat verwendet haben. Dass dennoch insgesamt die Hälfte der
Untersuchten das Unkrautvernichtungsmittel in ihrem Körper hatten,
kann also nicht auf den privaten Gebrauch zurückgeführt werden."

Als primäre Ursache vermuten das Umweltnetzwerk Friends of the Earth
und GLOBAL 2000 die Zunahme von sogenannten "Sikkations- bw.
Totspritzungen" von Getreide: "Diese vom Landwirtschaftsministerium
als 'Ernteerleichterung' zugelassene Pestizidanwendung sieht in der
Praxis so aus, dass die Landwirte ihre Getreidefelder rund eine Woche
vor der Ernte mit dem Unkrautvernichtsungsmittel Glyphosat
totspritzen. Ein möglicherweise ungleicher Reifegrad der Körner wird
dadurch ausgeglichen und der Erntevorgang insgesamt erleichtert. In
Kauf genommen wird, dass das hormonell wirksame und mit Missbildungen
und Fruchtbarkeitststörungen in Zusammenhang gebrachte Pestizid in
unsere wichtigsten Grundnahrungsmittel und unseren Körper gelangt",
kritisiert Burtscher.

Gestrige Aussagen seitens der Landwirtschaftskammer, wonach der
Einsatz von Glyphosat zur Trocknung von Getreide "die Ausnahme" sei
und "höchsten vereinzelt" vorkomme, stehen in Widerspruch zu den
Informationen, die GLOBAL 2000 von Fachleuten und LandwirtInnen
mitgeteilt worden sind. Obwohl die EU vorgibt, dass nicht nur die
Inverkehrbringungsmengen von Pestizidwirkstoffen statistisch erfasst
werden sollen, sondern auch deren Anwendungsmengen für die
unterschiedlichen Kulturen, fehlen in Österreich entsprechende
Erhebungen durch das Landwirtschaftsministerium. "Die Frage nach dem
Umfang von Totspritzungen bei Brotgetreide durch Glyphosat ist von
großem Interesse für die KonsumentInnensicherheit. Ihre Beantwortung
darf doch bitte nicht in der Deutungshoheit derjenigen liegen, die
diese Produkte und Praktiken zulassen bzw. selbst anwenden, sondern
muss auf transparenten Datenerhebungen basieren", fordert Burtscher.

"Getreide ist ein Lebensmittel. Sollte Landwirtschaftsminister
Berlakovich weiterhin zulassen, dass dieses Lebensmittel vor der
Ernte mit Unkrautvernichtungsmitteln abgetötet wird, um den
Erntevorgang zu erleichtern, was zu Glyphosat-Belastungen von Brot,
Backwaren und anderen Getreideprodukten führen kann, dann sind wir
sehr gespannt, wie er das den Bürgerinnen und Bürgern erklärt",
betont der Umweltchemiker von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 bekräftigt die Forderung nach einem sofortigen Verbot von
Glyposat-Anwendungen auf Lebensmittel und Futtermittel. Ebenso
unterstützt GLOBAL 2000 den von Wolfgang Pirklhuber (Grüne) und
Gerhard Huber (BZÖ) geforderten und im Parlamentarischen
Unterausschuss "Pflanzenschutz" behandelten generellen
Zulassungsstopp für Glyphosat.

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