• 25.05.2013, 21:00:33
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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Fairlierer statt Polit-Erneuerer", von Mario Zenhäusern, Ausgabe vom 26. Mai 2013

Die Partei, die Tirols arrivierte Politiker das Fürchten lehren wollte, ist selbst zum Fürchten. Ein Neustart ist notwendig.

Utl.: Die Partei, die Tirols arrivierte Politiker das Fürchten
lehren wollte, ist selbst zum Fürchten. Ein Neustart ist
notwendig. =

Innsbruck (OTS) - Die Fairness ist bei "Vorwärts Tirol" in
Machtkämpfen und Intrigen aufgegangen. Jetzt kämpft die Partei ums
Überleben.

Gerade einmal sechs Minuten! Nicht die Viertelstunde, die ihm zur
Verfügung gestanden wäre, sondern eben nur sechs Minuten brauchte
Hans Lindenberger, um bei der Konstituierung des Landtags zu
erklären, wie er sich die künftige Arbeit vorstelle. Hängengeblieben
ist, dass er sich da und dort querlegen wolle. Sonst nichts.
Dieser Auftritt spiegelt den erbärmlichen Zustand von "Vorwärts
Tirol" wider. Jener Partei, die das festgefahrene Tiroler
Polit-Firmament durcheinanderwirbeln wollte. Davon ist wenig übrig
geblieben. Lindenberger und Co. sind zwar die zweitstärkste
Oppositionsgruppierung, von innerer Stärke und Geschlossenheit -
Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Erneuerungsprozess -
aber ist nichts zu sehen. Im Gegenteil: Interne Intrigen, Drohungen
und offen ausgetragene Machtkämpfe ergeben ein desaströses Bild.
Von der viel gepriesenen Fairness ist schon lange nichts mehr zu
spüren. Die "Vorwärts"-Stürmer haben sich, um in ihrer
Wahlkampfsprache zu bleiben, fairdribbelt. Auch beim prominenten
Damen-Duo an der Spitze ist der Lack ab: Anna Hosp bleibt die
Rückkehr in den Landtag trotz massiven Drucks verwehrt, das Ansehen
von Christine Oppitz-Plörer bekommt Risse, die der Innsbrucker
Bürgermeisterin weh tun.
Die Zukunft von "Vorwärts Tirol" hängt davon ab, ob sich die zwei
verfeindeten Lager zumindest auf einen Kompromiss einigen und so
einen Neustart ermöglichen. Einen Neustart, der aus dem
Landtags-Quartett eine echte Oppositionspartei formt. Gelingt das
nicht, werden sich irgendwann wohl Juristen mit den offenen
Rechnungen beschäftigen, die jetzt hin- und hergeschickt werden. Das
käme dem Ende von "Vorwärts" gleich. Auf der Strecke blieben die
Wähler, die Hoffnungen in die Truppe gesetzt haben.

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