- 17.05.2013, 11:21:19
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Skandal in der WKO: Arbeitgeber bekommen Maulkorb
Bundesinnung Holz- und Kunststoffverarbeitendes Gewerbe verhängt Mitgliedsbetrieben Meinungsverbot anlässlich einer Gewerkschaftsumfrage
Utl.: Bundesinnung Holz- und Kunststoffverarbeitendes Gewerbe
verhängt Mitgliedsbetrieben Meinungsverbot anlässlich einer
Gewerkschaftsumfrage =
Wien (OTS/ÖGB) - Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) befindet sich im
Lohnkampf mit den Arbeitgebern des Holz- und Kunststoffverarbeitenden
Gewerbes. Die Chefverhandler auf Arbeitgeberseite sind nicht bereit,
auch Ist-Löhne - also die tatsächlichen Löhne - kollektivvertraglich
zu erhöhen. Seit 1. Mai besteht ein vertragsloser Zustand. Somit ist
dem Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor geöffnet. ++++
Unerwartet traf die Arbeitgeberseite eine von der GBH gestartete
Umfrage unter 3.046 Betrieben. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR
Josef Muchitsch: "Ziel unserer Umfrage ist es, herauszufinden, wie
die Stimmung unter den Arbeitgebern wirklich ist und wie diese zu
einer längst fälligen vertraglich geregelten Ist-Lohn-Erhöhung
stehen. Vor dem Ergebnis fürchten sich die Chefverhandler auf
Arbeitgeberseite anscheinend. In einem Schreiben fordern sie nun ihre
Mitgliedsbetriebe auf, nicht an unserer Umfrage teilzunehmen. Dieser
Maulkorberlass ist ein Skandal. Ich appelliere an die
Meinungsfreiheit der Arbeitgeber und bitte diese weiterhin um rege
und ehrliche Teilnahme. Den Teilnehmern an der Umfrage sei an dieser
Stelle nochmals versichert, dass wir die Daten absolut anonym
behandeln. Uns geht es um ein Gesamtstimmungsbild innerhalb der
Branche".
GBH-Umfrage findet regen Zuspruch unter den Arbeitgebern und
wird fortgesetzt
Bereits am ersten Tag bekam die GBH immerhin 104 Rückantworten von
den Arbeitgebern. Die erste Hochrechnung ergibt ein überraschendes
Ergebnis. Immerhin 59,57 Prozent sprechen sich dabei für eine
kollektivvertragliche Ist-Lohnerhöhung aus und stimmen somit gegen
ihre Chefverhandler. Auf die Fragestellung: Glauben Sie, dass junge
Menschen das Handwerk des Tischlers oder des Kunststoffverarbeiters
erlernen wollen, wenn kein gültiger Kollektivvertrag vorhanden ist,
antworten 42,55 Prozent mit Ja. Eine verstärkte
sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit wünschen sich
erfreulicherweise 89,36 Prozent der Arbeitgeber.
Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Die
Protestaktionen der Gewerkschaft gehen weiter. Am 4. Juni werden die
Gewerkschaftsgremien über weitere Protestaktionen entscheiden. Diese
werden jedoch nicht mehr so human und rücksichtsvoll für die
Arbeitgeber gestaltet werden wie die bisherigen.
Muchitsch zeigt sich kampfbereit: "Wenn den Dienstgebern die gelbe
Karte nicht reicht, werden wir ihnen auch gerne die rote Karte
zeigen. Von Einschüchterungsaktionen werden weder wir uns noch jene
Dienstgeber sich beeindrucken lassen, die ihren Tischlern und
Kunststoffverarbeitern gerne eine faire Lohnerhöhung zukommen lassen
würden."
Service: Anonymisiertes Schreiben der WKO an ihre Mitgliedsbetriebe,
Fragebogen der Gewerkschaft Bau-Holz inkl. Hochrechnung
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