• 16.05.2013, 12:16:19
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Metaller-KV: Gewerkschaft PRO-GE fordert Bewegung bei Arbeitszeit

Einführung eines neuen Arbeitszeit-Modells nur mit einheitlichem KV möglich. IFES-Befragung: Beschäftigte wollen zeitlichen Ausgleich bei belastender Arbeit

Utl.: Einführung eines neuen Arbeitszeit-Modells nur mit
einheitlichem KV möglich. IFES-Befragung: Beschäftigte wollen
zeitlichen Ausgleich bei belastender Arbeit =

Wien (OTS/ÖGB) - Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp signalisieren
unter bestimmten Voraussetzungen Bewegung bei der Arbeitszeit. Im
Rahmen eines Pressegesprächs präsentierten heute in Wien die beiden
Gewerkschaften einen weitreichenden Lösungsvorschlag zur
Arbeitszeitregelung der ArbeiterInnen in der Metallindustrie. Das
Modell sieht neben erweiterten Spielräumen für betriebliche
Arbeitszeitgestaltung einen Ausgleich für besonders belastende Arbeit
vor. Grundvoraussetzung ist die Aufrechterhaltung des erfolgreichen
einheitlichen Kollektivvertrags Metallindustrie und Bergbau. "Das
weitreichende Modell kann nur dann umgesetzt werden, wenn alle
Fachverbände im Herbst am Verhandlungstisch Platz nehmen. Dieses
Verhandlungsangebot gilt für die gesamte Metallindustrie und nicht
für einzelne Arbeitgeberverbände", sagen Rainer Wimmer,
Bundesvorsitzender der PRO-GE, und Karl Proyer, stv.
Bundesgeschäftsführer der GPA-djp.++++

"Unser Vorschlag besteht aus zwei Teilen: Ausdehnung der
Durchrechnungszeiträume und Zeitguthaben sowie ein neuer zusätzlicher
Zeitzuschlag für die Beschäftigten mit besonders belastenden
Tätigkeiten. Das Modell kann ein wichtiger Beitrag zur Standort- und
Beschäftigungssicherung werden. Es liegt aber ausschließlich an den
Fachverbänden, Eigeninteressen und Streitigkeiten zurückzustellen und
an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zurückzukehren. Sonst gibt es
nichts", betonen Wimmer und Proyer.

Basis des neuen Verhandlungsvorschlags ist die bereits bestehende
"Bandbreiten"-Regelung im Kollektivvertrag. Mit dem Modell können
bereits derzeit bis zu 80 (unter bestimmten Umständen 120)
Überstunden auf einem Zeitkonto angespart werden, mit 25 Prozent
Zeitzuschlag. Werden sie bis zum Jahresende nicht verbraucht, können
40 Stunden ins nächste Jahr übertragen werden, der Rest des
Zeitguthabens muss als Überstunde mit 50 Prozent Zuschlag ausbezahlt
werden.

Vorstellbar ist für die Gewerkschaft unter anderem eine Ausdehnung
der Durchrechnungszeiträume auf 2 x 24 Monate und die Erhöhung des
maximalen Zeitguthabens auf rund zwei Monate Arbeitszeit. "Diese
'Bandbreite neu' bringt mehr Erleichterungen für Betriebe mit
erheblichen Auslastungsschwankungen.

Völlig neu ist die Einführung eines zusätzlichen Zeitzuschlags für
Beschäftigte mit besonders belastender Arbeit (etwa für Nachtarbeit,
Akkordarbeit, Montagearbeit sowie Arbeiten, die unter Schmutz,
Erschwernis, Gefahr fallen). Diese zusätzliche Zeit soll den
Beschäftigten zur Verfügung stehen, um kürzer arbeiten zu können.
"Die bestehenden Zuschläge bleiben bei diesem fortschrittlichen
System weiter erhalten. Hinzu kommt dieser weitere Zeitzuschlag für
belastende Tätigkeiten. Das heißt, die Gesundheit der Beschäftigten
wird mit diesem Modell gefördert", erklärt Wimmer.

Auch die Beschäftigten und BetriebsrätInnen sehen hier
Handlungsbedarf. Das Institut für empirische Sozialforschung (IFES)
führte eine Befragung der Beschäftigten in Produktionsbetrieben
durch. Mehr als 300 Betriebe und 10.000 Beschäftigte wurden mittels
Fragebogen befragt. Der Rücklauf betrug 62 Prozent. Für rund 80
Prozent der Beschäftigten sind Arbeitszeiten ein wichtiges Thema. Vor
allem werden unter anderem gerade die steigenden Belastungen ins
Treffen geführt: Die Befragten geben an, oft unter großem Zeitdruck
arbeiten zu müssen. Hinzu kommen etwa körperlich und psychisch
anstrengende Tätigkeiten, unregelmäßige und überlange Arbeitszeiten
oder die anhaltende Gesundheitsgefährdung durch die berufliche
Tätigkeit. Die überwiegende Mehrheit der Befragten sieht daher
Arbeitszeit-Verbesserungen bei belastender Arbeit als vordringlich.
Rund drei Viertel der Befragten halten einen zeitlichen Ausgleich für
besonders belastende Arbeitsbedingungen für wichtig.

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