- 15.05.2013, 13:30:48
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ÖGB zu Spindelegger: Sechste Urlaubswoche nach 25 Jahren für alle
Kosten würden gerade einmal um 0,6 Prozent steigen
Utl.: Kosten würden gerade einmal um 0,6 Prozent steigen =
Wien (OTS/ÖGB) - "Der ÖGB fordert nicht sechs Wochen Urlaub für alle,
wir wollen, dass die sechste Urlaubswoche für Menschen, die schon
sehr lange gearbeitet haben, leichter erreichbar ist", sagt
ÖGB-Präsident Erich Foglar zu diesbezüglichen Aussagen von Michael
Spindelegger. "Und man soll doch bitte nicht so tun, als wäre das
neu, die sechste Urlaubswoche gibt es seit 30 Jahren. Von 1,7
Millionen Beschäftigten, die bereits über 25 Jahre lang arbeiten,
profitieren aber nur ca. 500.000 von der sechsten Urlaubswoche, weil
sie durchgehend im selben Betrieb arbeiten. Wir wollen, dass mehr
Menschen nach 25 Arbeitsjahren Anspruch darauf haben. Eine generelle
sechste Urlaubswoche für alle haben wir nie gefordert."
"Die Wirtschaft fordert gerne Modernität und Flexibilität von den
Beschäftigten, 800.000 Jobwechsel gibt es im Jahr, die Zahl der
Zeitarbeiter steigt Jahr für Jahr, und die Folge ist, dass immer
weniger Menschen auf 25 Jahre durchgehender Beschäftigung in einem
Betrieb kommen", so Foglar. "Diese Mobilität darf doch nicht dadurch
bestraft werden, dass immer weniger ArbeitnehmerInnen Anspruch auf
die sechste Urlaubswoche haben. Und dass eine ganze Berufsgruppe wie
die rund 70.000 ZeitarbeiterInnen praktisch nie in den Genuss der
sechsten Urlaubswoche kommen ist inakzeptabel."
Zur Aussage des Vizekanzlers, die ÖGB-Forderung wäre "Harakiri" für
die Betriebe, meint Foglar: "Das Gegenteil ist der Fall: Wenn wir das
faktische Pensionsantrittsalter anheben wollen, dann wird es mehr
konkrete Schritte brauchen, darunter auch längere Erholungsphasen,
gerade für ältere Beschäftigte." Außerdem sei der Anspruch auf die
sechste Urlaubswoche im öffentlichen Dienst bereits vor zwei Jahren
neu geregelt worden, ab dem 43. Lebensjahr bestünde er nun schon:
"Als Mitglied der Bundesregierung hat der Vizekanzler damals keine
Bedenken geäußert. Das Gerede vom Harakiri für die Wirtschaft
entlarvt sich daher als die typische Klientelpolitik im beginnenden
Wahlkampf, mit wirtschaftlichen Fakten hat das wenig zu tun."
Laut Berechnungen aus dem Sozialministerium würden die Kosten für die
Unternehmen um 0,6 Prozent steigen, wenn die 1,2 Millionen Menschen,
die bereits 25 Jahre arbeiten, eine sechste Urlaubswoche erhalten.
"Und was in der Rechnung gar nicht berücksichtigt ist, sind
Einsparungen für die Betriebe und das Sozialsystem, wenn Kosten für
Krankenstände oder Kuraufenthalte entfallen."
SERVICE:
Die ÖGB-Kongressforderung zu diesem Thema im Wortlaut: "Die sechste
Urlaubswoche muss für alle ArbeitnehmerInnen leichter erreichbar
sein. Der zunehmend geforderten Mobilität von ArbeitnehmerInnen am
Arbeitsmarkt muss durch gerechte Bestimmungen entsprochen werden."
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