- 13.05.2013, 09:27:33
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'Im Zweifel für die Bienen': Bewährungsprobe für ÖVP-Kurswechsel am 15.Mai
GLOBAL 2000: Neonicotinoide Saatgutbeizen müssen ausnahmslos verboten werden
Utl.: GLOBAL 2000: Neonicotinoide Saatgutbeizen müssen ausnahmslos
verboten werden =
Wien (OTS) - Am kommenden Mittwoch, den 15. Mai, wird sich zeigen,
wie ernst es die ÖVP-Abgeordneten im Landwirtschaftsausschuss mit der
von Parteiobmann Spindelegger ausgegebenen Losung 'Im Zweifeln sind
wir für die Bienen' tatsächlich nehmen. Denn dann stehen Anträge zu
Neonicotinoid-Verboten zur Abstimmung, die über die von der
EU-Kommission bereits verkündeten, und von Landwirtschaftsminister
Berlakovich nachträglich 'unterstüzten' Teilverbote hinausgehen.
Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000 und Experte im
parlamentarischen Unterausschuss Pflanzenschutz erläutert: "Die von
der EU-Kommission angekündigten Verbote sind zweifellos ein wichtiger
Schritt zum Schutz der Bienen, dennoch greifen sie zu kurz. Deshalb
war die Zustimmung Deutschlands zu den EU-Teilverboten an die
Bedingung geknüpft, dass die Mitgliedsstaaten weitergehende Maßnahmen
zum Bienenschutz ergreifen dürfen."
Deutschland hatte bekanntlich 2009 nicht nur die
Neonicotinoid-Beizung von Mais sondern auch jene von Wintergetreide
'aufgrund der damit verbundenen Risiken für Bienen' verboten. Doch
anders als in Deutschland dürfen in Österreich weiterhin auf rund
350.000 Hektar Ackerfläche bienengiftige Neonicotinoide mit der
Aussaat von Wintergetreide ausgebracht werden. Denn Winterweizen,
Wintergerste und Winterroggen gehören zu jenen Kulturen, die - wie
die deutsche Landwirtschaftsministerin Aigner zurecht kritisiert
hatte - von den EU-Teilverboten nicht erfasst werden. "Angesichts des
fortschreitenden Bienensterbens wäre es keinesfalls zu akzeptieren,
wenn auf einem Viertel der österreichischen Ackerfläche weiterhin
Jahr für Jahr bienengiftige Neonicotinoide ausgebracht werden dürfen,
die sich im Boden anreichern, von den nachwachsenden Pflanzen
aufgenommen, und über Pollen und Nektar an Bienen, Wildbienen und
Schmetterlinge weitergegeben werden. Wir werden uns daher genau
anschauen, ob die von ÖVP-Obmann Spindelegger ausgerufene Losung 'Im
Zweifel für die Bienen' im kommenden Landwirtschaftsausschuss ihre
Bewährungsprobe besteht, oder ob die ÖVP erneut gegen die Bienen und
für die Pestizide stimmen wird", erklärt Burtscher. "In letzterem
Fall wäre die SPÖ gefordert, über ihren Koalitionsschatten zu
springen und gemeinsam mit den Oppositionsparteien diese
bienengiftigen Mittel zu verbieten."
Die heutige, von der SPÖ initiierte parlamentarische Enquete unter
dem Motto 'Bienen schützen, Pestizide verbieten' signalisiert, dass
die SPÖ die Notwendigkeit des Handelns erkannt hat und macht
Hoffnung, dass sie nötigenfalls auch den Mut haben wird, den
Fortbestand der bestäubenden Insekten über den Fortbestand der
rot-schwarzen Koalition zu stellen.
Pressemitteilung des deutschen Landwirtschaftsministeriums:
www.bmelv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2013/086-Bienen.html
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