• 08.05.2013, 14:33:02
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ÖGJ : Lehrlinge besser ausbilden, Betriebe stärker kontrollieren

AK-Studie zeigt, wie notwendig Qualitätssicherung wäre

Utl.: Utl.: AK-Studie zeigt, wie notwendig Qualitätssicherung wäre =

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass sich die
Lehrlinge eine Ausbildung wünschen, die dem gesamten Berufsbild
entspricht. Derzeit bildet jeder Betrieb aus, wie er möchte - die
einen vorbildlich, die anderen nur in Wurstsemmeln holen", kritisiert
Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend
(ÖGJ). Das Problem: Die duale Berufsausbildung ist der einzige
Bereich im gesamten Bildungssystem, wo es nicht die geringste Spur
von Qualitätssicherung gibt. "Wir dürfen nicht länger warten:
Qualitätssicherung sofort", fordert Ernszt die Kopplung der
Lehrstellenförderung an die Qualitätssicherung.++++

"Bildungsfundamente" rasch umsetzen

Auf einige wichtige Schritte haben sich die Sozialpartner im
"Bildungsfundamente"-Papier geeinigt, zum Beispiel das Unternehmen,
die länger als zehn Jahre keine Lehrlinge ausgebildet haben,
neuerlich überprüft werden, sowie das Lehrlinge über die
Ausbildungsqualität befragt werden müssen. Denn in manchen Betrieben
müssen Lehrlinge Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben, anstatt fachliche
Kompetenz aufzubauen. Beispielsweise Elektriker-Lehrlinge, die die
meiste Zeit Kabelschächte stemmen und Kabel ziehen. "Die kommen zur
Lehrabschlussprüfung - und stehen zum Beispiel vor einer
Fräsmaschine, die sie während der Ausbildung nie zu Gesicht bekommen
haben", erzählt Ernszt aus der Praxis.

Lehrstellenförderung an Qualität koppeln

Mit dem ÖGJ-Konzept für eine Fachkräftemilliarde will Ernszt nicht
nur die Finanzierung der dualen Berufsausbildung neu organisieren und
die 80 Prozent Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen
zurückholen, sondern auch die Qualitätssicherung auf neue Beine
stellen. Die Lehrstellenförderung muss an qualitativ hochwertige
Ausbildung gekoppelt werden. Mögliche Kriterien für
Qualitätsförderung:

+ Teilprüfung
+ Elektronische Ausbildungsdokumentation nach standardisierten
Vorgaben
+ Unabhängiges Qualitätsaudit ("Peer Review")
+ Fragebogen an die Lehrlinge eines Betriebes über die
Ausbildungssituation mit Diskussion der Ergebnisse mit den
Firmenverantwortlichen. Die Erstellung und Auswertung erfolgt durch
den ÖGB und die Arbeiterkammer
+ Weiterbildung der AusbilderInnen
+ 100 Prozent Antrittsquote zur Lehrabschlussprüfung
+ Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung

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