• 07.05.2013, 15:58:21
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vida: Betriebsversammlungen im gesamten Eisenbahnsektor beschlossen

Hebenstreit zu Arbeitszeitkonflikt mit der Wirtschaftskammer: "Lassen uns Gesundheit, Arbeitsplätze und Sicherheit nicht einfach abkaufen"

Utl.: Hebenstreit zu Arbeitszeitkonflikt mit der Wirtschaftskammer:
"Lassen uns Gesundheit, Arbeitsplätze und Sicherheit nicht
einfach abkaufen" =

Wien (OTS/ÖGB) - 400 BetriebsrätInnen aus dem Eisenbahnsektor haben
heute in Wien bei einer Konferenz einstimmig österreichweite
Betriebsversammlungen bei allen Eisenbahnverkehrsunternehmen
beschlossen. Am 15. Mai 2013 sollen entsprechend den Bestimmungen des
Arbeitsverfassungsgesetzes alle Eisenbahnbeschäftigten über den
aktuellen Arbeitszeitkonflikt mit dem Fachverband Schiene in der
Wirtschaftskammer informiert werden. Stein des Anstoßes sei, dass die
Wirtschaftskammer Verhandlungen mit der Gewerkschaft vida über eine
Verkürzung der Wochenarbeitszeit verweigere. Die
Betriebsversammlungen sollen grundsätzlich informellen Charakter
haben - Verzögerungen im Bahnbetrieb seien aber nicht auszuschließen,
sagt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der
Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida.++++

Im aktuellen Gehalts- und Kollektivvertragsabkommen für die
Eisenbahnbeschäftigten seien mit der Wirtschaftskammer Verhandlungen
über eine Entlastung der MitarbeiterInnen im Eisenbahnbereich unter
anderem durch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38,5
Stunden bei vollem Lohnausgleich ab 1. Juli 2013 paktiert. Dennoch
verweigere der Sozialpartner seit Monaten konkrete Verhandlungen, so
der Hintergrund der heutigen Beschlüsse der
BetriebsrätInnenkonferenz.

"Für uns stellt das einen glatten Bruch des aktuellen Gehalts- und
KV-Abkommens dar", so Hebenstreit. "Wir werden uns weder unsere
Arbeitsplätze noch unsere Gesundheit geschweige denn die Sicherheit
unserer Fahrgäste abkaufen lassen. Wenn die Beschäftigten in Zukunft
länger bis zur Pension arbeiten müssen, dann müssen sie das auch
gesund und sicher tun können. Vor allem ältere ArbeitnehmerInnen
müssen deshalb entlastet werden", sagt der Gewerkschafter.

In den Eisenbahnberufen seien die MitarbeiterInnen in
Dienstschichten, die bei Bedarf auf bis zu 15 Stunden pro Tag
ausgedehnt werden können, besonders hohen psychischen und physischen
Belastungen ausgesetzt. Arbeitszeitverkürzung sei deshalb neben
verstärkter betrieblicher Gesundheitsförderung eine wesentliche
Maßnahme, um altersgerechtes Arbeiten auch tatsächlich umsetzen zu
können, betont Hebenstreit.

"Wir fordern die Wirtschaftskammer auf, an den Verhandlungstisch zu
kommen. Mit ihrer starren Haltung verhindert sie auch eine vom
Branchenführer unterstützte Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung für
32.000 ÖBB-Beschäftigte", so der Gewerkschafter. "Wir verlangen eine
Verankerung der 38,5-Stundenwoche im Arbeitszeitkollektivvertrag für
die gesamte Branche mit ihren rund 34.700 Beschäftigten in
Eisenbahnberufen. Es macht keinen Unterschied, ob man bei den ÖBB
oder bei einem anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schicht- und
Nachtdienst arbeitet: In allen Betrieben werden kräfteraubende und
lange Dienste im Verschub oder im Baudienst geleistet ", bekräftigt
Hebenstreit.

Werde, wie sich das die Wirtschaftskammer vorstelle, die
Arbeitszeitverkürzung nur bei den ÖBB umgesetzt, könnte es zu
Wettbewerbsverzerrungen unter den Eisenbahnverkehrsunternehmen
kommen: "Angesichts der zunehmende Härten im liberalisierten
europäischen Eisenbahnmarkt kann man die Verhandlungsverweigerung der
Wirtschaftskammer nur als unverständlich und unverantwortlich
gegenüber den Beschäftigten und den Unternehmen in der Branche
bezeichnen", so der Gewerkschafter.

Denn auch die anhaltende Konjunkturkrise mache nicht vor dem
Güterverkehr auf der Schiene halt. Dieser habe europaweit mit
rückläufigen Tonnagen zu kämpfen. "Die Arbeitszeitverkürzung würde
Jobs sichern und über 1.000 Arbeitsplätze im österreichischen
Eisenbahnbereich sichern bzw. neu schaffen. Wenn dem Wachstum Grenzen
gesetzt sind, dann ist es höchste Zeit, eine Neuverteilung von Arbeit
durch Arbeitszeitverkürzung in Angriff zu nehmen. Es gibt hier nicht
nur bei den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern, sondern in der
gesamten Verkehrsbranche noch viel aufzuholen", will Hebenstreit die
Ausdehnung seiner Forderung nach einer 38,5-Stunden-Woche auf den
gesamten Verkehrssektor nicht ausschließen.

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