• 02.05.2013, 10:55:40
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Tischler: GBH will weiter verhandeln - bis dahin weiter Protestaktionen

Vertragsloser Zustand für 45.000 Tischler und Kunststoffverarbeiter seit 1. Mai

Utl.: Vertragsloser Zustand für 45.000 Tischler und
Kunststoffverarbeiter seit 1. Mai =

Wien (OTS/ÖGB) - Nachdem die Kollektivvertragsverhandlungen für die
Holz- und Kunststoffverarbeitenden Gewerbe abgebrochen wurden - die
Arbeitgeber waren zu keinerlei Ist-Lohnerhöhung bereit - herrscht
seit gestern ein vertragsloser Zustand. Der Unmut der Betroffenen ist
groß, die Gewerkschaft Bau-Holz fordert die Wiederaufnahme der
Verhandlungen, bis dahin werden die bundesweiten Protestaktionen
fortgeführt. ++++

Der Verhandlungsleiter auf Arbeitnehmerseite, GBH-Bundesvorsitzender
Josef Muchitsch, ist verärgert: "Im derzeitigen vertragslosen Zustand
werden sowohl die Mindest- als auch die tatsächlichen Ist-Löhne in
diesen Branchen nicht vertraglich erhöht. Es obliegt der Willkür der
Arbeitgeber, ob sie die Löhne ihrer Beschäftigten erhöhen oder nicht.
Das kann es ja wohl im 21. Jahrhundert in einem
sozialpartnerschaftlich sonst vorbildlichen Land nicht sein, dass
heutzutage Beschäftigte, die ausgezeichnete Arbeit leisten, so zu
Bittstellern werden! Frei nach dem Motto. 'Lieber Arbeitnehmer, dein
Tischlermeister macht's persönlich' Noch schlimmer ist es für neu
eintretende ArbeitnehmerInnen: Hier bezahlt der Arbeitgeber nur das,
was er gedenkt zu bezahlen, als Mindestlohn gilt dann nur mehr der
'ortsübliche' Lohn, der einen enormen Interpretationsspielraum offen
lässt. Deshalb befürchten wir, dass es zu 'Änderungskündigungen'
kommen kann."

Ein vertragsloser Zustand bedeutet damit auch, dass Lohn- und
Sozialdumping Tür und Tor geöffnet sind und dass es zu
Wettbewerbsverzerrungen kommen wird. Muchitsch: "Die Vorgangsweise
der Arbeitgeberseite ist somit ein 'Schuss ins eigene Knie'. Auch der
von den Tischlern viel bejammerte Facharbeitermangel wird sich trotz
teurer Imagekampagnen nicht lösen lassen, wenn man einen
vertragslosen Zustand in Kauf nimmt, mit dem junge Leute Gefahr
laufen, jederzeit ohne Begründung den Lohn gekürzt zu bekommen."

Die Gewerkschaft Bau-Holz appelliert daher an die Arbeitgeber, die
Kollektivvertragsverhandlungen wieder aufzunehmen. Muchitsch: "Wir
haben den Arbeitgebern bereits mehrere Verhandlungstermine
übermittelt und laden sie ein, die Verhandlungen wieder aufzunehmen
und eine Regelung sowohl bei den Mindest- als auch bei den
tatsächlichen Ist-Löhnen zu erreichen, die unserer österreichischen
Sozialpartnerschaft würdig ist."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB

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