• 29.04.2013, 09:12:50
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ÖGB: AUVA-Prävention wirkt - Auch 2012 wieder weniger Arbeitsunfälle

Prävention im Betrieb deutlich ausbauen - Schwerpunkt arbeitsbedingte physische und psychische Gesundheitsgefährdungen

Utl.: Prävention im Betrieb deutlich ausbauen - Schwerpunkt
arbeitsbedingte physische und psychische
Gesundheitsgefährdungen =

Wien (OTS/ÖGB) - "Im Jahr 2010 gab es in Österreich erstmals unter
100.000 Arbeitsunfälle, und dank verbesserter Sicherheitsstandards
und umfangreicher Präventionsmaßnahmen durch die AUVA gingen die
Arbeitsunfälle 2012 auf 96.240 zurück", sagte ÖGB-Vizepräsidentin
Sabine Oberhauser bei der Eröffnung der Leistungsschau der AUVA zur
Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen im
ÖGB-Catamaran in Wien. "Prävention wirkt - bei den Budgets der AUVA
zu kürzen, wäre also der vollkommen falsche Weg. Die Prävention muss
deutlich ausgebaut und verstärkt werden, besonders im Betrieb, um
Schädigungen durch Arbeit von vornherein zu vermeiden", so
Oberhauser.++++

ÖGB fordert: Prävention arbeitsbedingter
Gesundheitsgefährdungen als AUVA-Pflicht

Anpassen müsse sich die AUVA an die veränderte Arbeitswelt: "Die
Psyche der ArbeitnehmerInnen wird bei weitem stärker belastet als
früher. Die künftigen Herausforderungen liegen daher nicht nur in der
Unfallvermeidung - die Prävention muss sehr viel weiter gefasst
werden, und zwar in Richtung arbeitsbedingte physische und psychische
Gesundheitsgefährdungen", sagte Oberhauser. Der ÖGB fordert daher,
dass die Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen eine
gesetzlich definierte Pflichtaufgabe der AUVA wird, zusätzlich zur
Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. "Im
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz müssen Arbeits- und
OrganisationspsychologInnen als gleichberechtigte Präventivfachkräfte
fixiert werden - zusätzlich zu den ArbeitsmedizinerInnen und
Sicherheitsfachkräften", so Oberhauser.

Sechs körperliche Belastungen verursachen 23 Prozent der
Krankenstände

Allein sechs körperliche Arbeitsbelastungen (schwere körperliche
Arbeit, Einwirkung von Vibrationen, Arbeit mit gefährlichen
Arbeitsstoffen, Gefahr von Arbeitsunfällen, erzwungene
Körperhaltungen bei der Arbeit, Belastungen durch das Tragen von
persönlicher Schutzausrüstung) sind für rund 23 Prozent der
Krankenstände verantwortlich. Dies führt zu Kosten im Ausmaß von 2,8
Milliarden Euro für Entgeltfortzahlung und Krankengeld, entfallene
Wertschöpfung für Betriebe und Krankenbehandlungskosten. Dazu kommen
die Kosten von 3,3 Milliarden Euro aufgrund von krankmachenden
psychischen Arbeitsbelastungen wie Stress und Arbeiten unter
Zeitdruck. Dies ergaben Studien des WIFO im Auftrag der AK Wien, die
2009 und 2011 durchgeführt wurden.

Leistungsschau der AUVA im ÖGB-Catamaran

Was in den Unternehmen getan werden kann, haben
BelegschaftsvertreterInnen am Montag bei einer "Leistungsschau der
AUVA zur Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen" in
der Wiener ÖGB-Zentrale Catamaran erfahren. Mit akustischen Kameras
konnten sie Lärmquellen orten, Sonnen- und Arbeitsbrillen wurden auf
ihren UV-Schutz untersucht, unnötige Belastungen der Wirbelsäule
durch falsches Heben und Tragen konnte für jede und jeden Einzelnen
durch Visualisierung sichtbar gemacht werden und mittels
"Rauschbrillen" konnten sie sich ein Bild von alkoholbedingt
veränderter Wahrnehmung machen. In Vorträgen informierten
AUVA-ExpertInnen, zum Beispiel über die vom ÖGB seit längerem
verlangte und seit heuer auch vorgeschriebenen Evaluierung von
Arbeitsplätzen in Hinblick auf psychische Belastungen.

28. April - Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen

Die Leistungsschau fand anlässlich des Internationalen Gedenktags für
die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (28. April)
statt. An diesem Tag, dem International Commemoration Day, wird die
Aufmerksamkeit auch auf jene Menschen gelenkt, die unwürdige,
gefährliche und ungesunde Arbeitsbedingungen vorfinden.

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