• 27.04.2013, 11:42:10
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Foglar: ÖGB greift ÖGJ-Forderung nach Fachkräftemilliarde auf

ÖGB-Jugendkongress - AK-Kaske: Nach Fachkräften zu rufen, aber selbst keine auszubilden, ist unanständig

Utl.: ÖGB-Jugendkongress - AK-Kaske: Nach Fachkräften zu rufen, aber
selbst keine auszubilden, ist unanständig =

Wien (OTS/ÖGB) - "Nur wer sich einbringt, kann auch etwas verändern",
sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar in seiner Eröffnungsrede beim 33.
Bundesjugendkongress des ÖGB. "Mitmischen in der Arbeitswelt, das ist
die Aufgabe der jungen GewerkschafterInnen, und das ist der ÖGJ sehr
erfolgreich gelungen." Als Beispiel für das "Mitmischen" nannte der
ÖGB-Präsident die von der ÖGJ entwickelte Fachkräftemilliarde: "Eure
Idee wurde zu einer Forderung des gesamten ÖGB und ist im Leitantrag
zum ÖGB-Bundeskongress enthalten, weil ihr damit ein ganz wichtiges
Thema aufgegriffen habt: die gute berufliche Zukunft der Jugend."
Denn Österreichs Lehrlingsausbildung gelte in Europa als
Musterbeispiel, so Foglar, dennoch gebe es auch Schattenseiten:
"Betriebliche Lehrstellen gehen zurück, Jugendliche in
überbetrieblichen Lehrwerkstätten werden mehr, und die Wirtschaft
klagt dann über hausgemachten Fachkräftemangel." Hier setze die
Fachkräftemilliarde an.

Gute Ausbildung und ein guter Arbeitseinstieg seien, so Foglar,
besonders wichtig für junge Menschen. "Ein erfolgreicher
Bildungsabschluss und ein erfolgreicher Arbeitsstart sind die besten
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeitsleben. Daher muss auch
bei der Qualität der Lehrlingsausbildung einiges verbessert werden,
damit die Jugendlichen auch wirklich das lernen, was sie lernen
sollen."

Neben Fragen der Ausbildung und des Berufseinstieges für jungen
Menschen hob Foglar auch die klare Haltung der ÖGJ gegen jede Art von
Rechtsextremismus, Antisemitismus, Wiederbetätigung und
Diskriminierung hervor: "Die Aktionen der Gewerkschaftsjugend - von
Kampagnen gegen Rassismus über Seminare bis zur jährlichen Teilnahme
vieler junger GewerkschafterInnen an der Befreiungsfeier im
ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen - sind Garant für das
Fortbestehen dieser Haltung." Gerade in krisenhaften Zeiten sei
dieses Engagement besonders wichtig, denn die Gefahr sei groß, dass
man da den falschen Propheten folge.

Kaske: Qualitäts-Check für alle Betriebe, die Lehrlinge ausbilden

AK-Präsident Rudi Kaske kritisierte ebenfalls die fehlenden
Lehrstellen: "Nach Fachkräften zu rufen, aber selbst keine
auszubilden, das ist unanständig. Hier muss von der Wirtschaft mehr
getan werden." Zugleich gibt es auch bei der Qualität der Ausbildung
in vielen Betrieben Verbesserungsbedarf. Kaske kritisierte die
fehlende Qualitätskontrolle: "Salopp gesagt: dass ein Betrieb einmal
die Ausbildungsberechtigung bekommt und sie dann für die nächsten
hundert Jahre ohne Überprüfung der Qualität behält, das ist kein
Zukunftskonzept. Hier gehört angesetzt, hier gehört etwas getan. "

Auch die Daten und Fakten zeigen klar, dass es an der Ausbildung in
den Betrieben hapert. Denn österreichweit schließen 98 Prozent der
Jugendlichen die Berufsschule mit Erfolg ab. Aber beinahe jeder
fünfte Lehrling fällt dann bei der Lehrabschlussprüfung durch, bei
der es um das praktische Know-how geht.

"Wir brauchen einen Qualitäts-Check bei der Lehrausbildung", forderte
Kaske - und Sanktionen für Betriebe, die schlecht ausbilden. Die
Wirtschaft muss mehr für die Ausbildung tun, anstatt immer wieder zu
erklären, dass die BewerberInnen für Lehrstellen ungeeignet seien.
"Die Jugendlichen sind nicht zu dumm, wie vielfach unterstellt wird.
Ich fordere mit aller Deutlichkeit ein Ende der Diffamierung der
Jugendlichen", sagte Kaske.

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