- 24.04.2013, 09:00:33
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West-Ost-Gefälle im österreichischen Wohnungsneubau - Ausblick für 2013 getrübt
Wien (OTS/WIFO) - In den westlichen Bundesländern wurden zwischen
2006 und 2011 gemessen an der Bevölkerungszahl die meisten neuen
Wohneinheiten bewilligt. Das hängt mit der guten Einkommensposition,
der soliden Arbeitsmarktsituation und dem dynamischen
Haushaltswachstum zusammen. Etwas weniger Baubewilligungen waren
wegen der verhaltenen wirtschaftlichen und demographischen
Entwicklung in Südösterreich zu verzeichnen. Verhältnismäßig niedrig
fiel die Zahl der Baubewilligungen in der Ostregion aus (insbesondere
Niederösterreich und Wien). Erste Schätzungen wiesen auf einen
markanten Rückgang der Baubewilligungen im Jahr 2012 hin. Vor allem
das Segment der Einfamilienhäuser war davon betroffen. Vor dem
Hintergrund der weiterhin gedämpften Wirtschaftslage wird die Zahl
der Baubewilligungen auch 2013 rückläufig sein und sich 2014 bei
knapp 37.000 Einheiten stabilisieren.
Zwischen 2006 und 2011 fiel die die Wohnbaurate in den westlichen
Bundesländern besonders hoch aus. 2011 lag sie für die gesamte
Westregion etwas unter 6 Einheiten je 1.000 Einwohnerinnen und
Einwohner (Österreich-Durchschnitt: 5). Innerhalb der Westregion lag
sie in Salzburg unter dem Durchschnitt, in Tirol mit 6,5 Einheiten
darüber. Im Burgenland war die Wohnbaurate 2011 hoch, in
Niederösterreich und Wien eher niedrig (Ostregion etwa 4,5
Einheiten). In der Südregion erreichte sie 2011 etwas über 5
Einheiten. Zwischen 2006 und 2011 zeigt sich ein differenziertes Bild
in dieser Region: Die Steiermark verzeichnete eine niedrige
Wohnbaurate mit steigender Tendenz, während die Kennzahl in Kärnten
zumindest im unteren Mittelfeld aller Bundesländer lag.
In der Südregion dämpften daher das relativ niedrige
Pro-Kopf-Einkommen, das geringe Bevölkerungs- und Haushaltswachstum
(Ausnahme: deutlicher Trend zu kleineren Haushalten in Kärnten) sowie
die mäßige Wirtschaftsentwicklung die Baubewilligungen. In der
Ostregion hätten dagegen die gute Einkommensposition und das kräftige
demographische Wachstum eine stärkere Zunahme der Baubewilligungen
erwarten lassen. Die hohe Zahl der Baubewilligungen in der Westregion
ist durch ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren begünstigt:
Einerseits steigen die demographische Indikatoren (Bevölkerung,
Haushalte) deutlich, andererseits sind die Einkommenssituation und
die Lage auf dem Arbeitsmarkt günstig.
Nach einer kräftigen Ausweitung der Baubewilligungen in Österreich
insgesamt auf 43.200 Einheiten im Jahr 2011 (+10%, +3.800) weisen
erste Schätzungen vom März für 2012 auf einen markanten Rückgang der
Baubewilligungen um 8% hin (-3.600 auf 39.600). Insbesondere dürften
die Baubewilligungen für Einfamilienhäuser nach der merklichen
Ausweitung in den Vorjahren wieder deutlich gesunken sein (16.100,
-17%).
Vor dem Hintergrund des weiterhin gedämpften Wirtschaftswachstums
wird die Zahl der Baubewilligungen auch 2013 rückläufig sein (-5% auf
37.400 Einheiten). Mehrgeschoßbauten und Einfamilienhäuser sind in
etwa gleichem Umfang betroffen. 2014 wird die Zahl der
Baubewilligungen nur leicht sinken und sich bei etwa 37.000 Einheiten
stabilisieren. Mit 4 bis 5 Einheiten je 1.000 Einwohner und
Einwohnerinnen liegt die Wohnbaurate in Österreich weiterhin über dem
europäischen Durchschnitt.
Übersicht 1: Demographische und wirtschaftliche Bestimmungsfaktoren
der Wohnbaurate - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
Übersicht 2: Entwicklung der Baubewilligungen in Österreich im
internationalen Vergleich - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
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