- 18.04.2013, 12:53:58
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Steinbockgipfel an der Hohen Wand: VGT bietet Umsiedlung als gewaltfreie Lösung
2 Gutachten der Umweltanwaltschaft bestätigen: Population von 60-70 Steinböcken nur wegen ganzjähriger Schalenwildfütterungen durch die Jägerschaft in der Region so hoch
Utl.: 2 Gutachten der Umweltanwaltschaft bestätigen: Population von
60-70 Steinböcken nur wegen ganzjähriger
Schalenwildfütterungen durch die Jägerschaft in der Region so
hoch =
Wien (OTS) - Die Hohe Wand sei als Natura 2000 Schutzgebiet besonders
sensibel, erklärten die Gutachter der nö Umweltanwaltschaft Dr,
Traxler und DI Forstner beim heutigen Steinbockgipfel in Zweiersdorf,
Bezirk Neunkirchen. Anwesend waren neben den beiden Hauptleuten der
betroffenen Bezirke sowie der Jägerschaft, den GrundeigentümerInnen,
der Bergrettung und einigen AnrainerInnen auch der VGT. "Der
Tierschutz", erklärte VGT-Obmann DDr. Martin Balluch, "muss auch in
die Entscheidung über die Zukunft der Steinböcke einbezogen werden."
Dabei hob er 2300 Unterstützungserklärungen gegen einen Abschuss in
die Höhe.
Die Gutachter der nö Umweltanwaltschaft wiesen nach, dass es zur
Beschädigung einiger Pflanzenarten durch die hohe Schalenwilddichte
an der Hohen Wand gekommen ist. Neben den 60-70 Steinböcken und 50
Gemsen der Region sind dafür aber auch die zahlreichen Rehe und
Hirsche mitverantwortlich. Die überhöhten Wildpopulationen, und
insbesondere der starke Zuwachs der Steinbockanzahl, geht aber direkt
auf die oft ganzjährigen Fütterungen in den betroffenen Jagdrevieren
zurück. Mit vielen Bildern wurde belegt, dass sich neben Steinböcken
und Gemsen auch Wildschweine an dem gebotenen Kraftfutter mästen.
"Kein Wunder", fügte der VGT-Obmann hinzu, "dass es ein zunehmendes
Wildschweinproblem gibt, wenn man die Tiere alle durchfüttert. Da
muss sich die Jägerschaft schon selbst bei der Nase nehmen. Zuerst
werden Überpopulationen künstlich hervorgerufen, und dann 'muss
leider' geschossen werden!"
Doch der VGT hatte eine gewaltfreie Lösung zu bieten: die
Umsiedlung. Es gäbe bereits sowohl einen Grundeigentümer, der den
Fang mit Kastenfallen ermöglichen würde, als auch ein
Hochgebirgsrevier in Salzburg, das die Tiere aufnehmen könnte. Doch
die anwesenden JägerInnen zeigten sich nicht begeistert, obwohl sie
keine Gegenargumente liefern konnten. Die Bezirkshauptleute meinten,
dass das zwar eine gangbare Lösung wäre, doch dass es rechtliche
Probleme gebe. Sowohl die betroffenen JagdrevierpächterInnen als auch
die GrundeigentümerInnen müssten zustimmen. "Jetzt kann die
Jägerschaft beweisen, dass ihr der Tierschutz ein Anliegen ist, wie
sie immer behauptet, und dass sie nicht die Jagdlust treibt", fügte
der VGT-Obmann hinzu. "Sollten die JägerInnen dem Umsiedlungsprojekt
nicht zustimmen, gibt es kein Argument mehr für einen Abschuss!"
Infos unter
www.vgt.at/steinbock
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