• 17.04.2013, 16:14:41
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  • OTS0222 OTW0222

Die Lehren aus der "Visa-Affäre"

RH-Ausschuss behandelt Prüfbericht über Umsetzung der Empfehlungen

Utl.: RH-Ausschuss behandelt Prüfbericht über Umsetzung der
Empfehlungen =

Wien (PK) - Das Außenministerium hat die aufgrund der "Visa-Affäre"
getroffenen Empfehlungen der Visa-Kommission und des Rechnungshofs
weitgehend umgesetzt, auch die bis vor Kurzem noch offene Abklärung
der Verantwortlichkeiten zwischen Außen- und Innenressort ist nun
abgeschlossen. Dieser positive Grundtenor begleitete die heutige
Sitzung des Rechnungshofausschusses, in der die Abgeordneten einen
entsprechenden Bericht (III-235 d.B.) erörterten, der die als
Reaktion auf Unregelmäßigkeiten und Missbräuche bei der Visa-
Erteilung ergriffenen Maßnahmen des Ministeriums beurteilte und dabei
insbesondere die Vertretungsbehörden in Moskau und Kiew prüfte.

Lopatka: Empfehlungen wurden umgesetzt

Man habe die Lehren aus der Visa-Affäre gezogen, versicherte
Staatssekretär Reinhold Lopatka. Die Visa-Vergabe sei heute sicherer,
transparenter und effizienter, durch die Umsetzung der Empfehlungen
der Visa-Kommission habe man die Verwaltungsabläufe optimiert.
Lopatka verwies vor allem auf die entsprechende Personalausstattung
und betonte, durch interne Umschichtungen sei es gelungen, noch
einige zusätzliche Dienstposten zu schaffen. Auch habe man
Spezialattachés an den Botschaften in Moskau, Islamabad und Abuja
eingerichtet. In Russland wiederum gebe es nun zusätzliche
Annahmestellen, teilte Lopatka mit und trat damit Befürchtungen des
Abgeordneten Hermann Gahr (V) entgegen, der vor Hürden für russische
Touristen durch Schwierigkeiten bei der Visa-Erteilung gewarnt hatte.

Österreich kooperiert mit Schengen-Partnern

Die ebenfalls von Gahr angesprochene Zusammenarbeit mit den Schengen-
Partnern funktioniert nach den Worten Lopatkas ausgezeichnet. Der
Visa-Datenschutz im Schengen-Raum sei verstärkt worden, man habe ein
entsprechendes Visa-Informationssystem in Betrieb genommen.
Hauptgesichtspunkt sei es dabei, durch Rückgriff auf die Biometrie
Fälschungen zu verhindern. Lopatka erinnerte überdies daran, dass
Österreich an insgesamt 95 Dienstorten von anderen Schengen-Staaten
in Visa-Angelegenheiten vertreten werde.

Verantwortlichkeiten zwischen den Ressorts abgeklärt

Was das Zusammenspiel zwischen Außen- und Innenministerium betrifft,
auf dessen Notwendigkeit in der Debatte vor allem die Abgeordneten
Gerald Grosz (B) und Roman Haider (F) hingewiesen hatten, teilte
Lopatka mit, seit November 2012 gebe es nun die vom Rechnungshof
eingemahnte klare Aufgabenverteilung. Dem Innenressort komme die
Fachaufsicht zu, die Dienstaufsicht liege beim Außenministerium.
Haider thematisierte ebenso wie die Grün-Mandatarin Gabriela Moser
die vom Rechnungshof festgestellten Missstände bei der vereinfachten
Visa-Erteilung im Wege der Beantragung durch Reisebüros, denen der
sogenannte Bona-Fides-Status eingeräumt wird. Nunmehr gebe es klare
Vorgaben, die Botschaft in Moskau habe für diese Fälle ein Best-
practice-Modell entwickelt, dem nun auch die anderen Botschaften, so
auch jene in Kiew, folgen werden, unterstrich Lopatka.

Gegenüber Abgeordnetem Johann Hell (S) gab Lopatka zu bedenken,
aufgrund der angespannten Personalressourcen sei es nicht möglich,
das grundsätzlich vom Rechnungshof empfohlene Vier-Augen Prinzip
lückenlos und durchgängig einzuhalten. So würden allein in Moskau zu
Spitzenzeiten bis zu 2000 Visa täglich ausgestellt. Es gebe aber
entsprechende Kontrollen. Über die für Visa-Fragen eingerichtete
Ombudsstelle wiederum, deren Wirksamkeit Abgeordnete Martina Schenk
(T) in Zweifel zog, werde seitens des Ministeriums eigens informiert,
versicherte Lopatka.

Josef Moser lobt gute Zusammenarbeit mit dem Außenministerium

Rechnungshofpräsident Josef Moser dankte für die gute Zusammenarbeit
zwischen Prüfer und geprüfter Stelle und erinnerte, dass 31 der 32
Rechnungshofempfehlungen bereits umgesetzt werden konnten. Er
begrüßte insbesondere die Abklärung der Verantwortlichkeiten zwischen
Innenressort und Außenministerium. Was den Bona-Fides-Status
betrifft, hob er die Regelung an der Moskauer Botschaft als
hervorragend hervor und sprach sich für eine flächendeckende
Anwendung als Best-practice in sämtlichen Botschaften aus.

Der Bericht des Rechnungshofs über die Umsetzung der Empfehlungen
wurde bei der Abstimmung einhellig zur Kenntnis genommen.(Schluss)
hof

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