- 16.04.2013, 14:03:30
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Bodenverkehrsdienste - SPÖ-EU-Abgeordnete: Liberalisierung bringt Nachteile für Mitarbeiter und Passagiere
Konkurrenzdruck wird zu niedrigeren Löhnen und Verschlechterung der Qualität führen
Utl.: Konkurrenzdruck wird zu niedrigeren Löhnen und
Verschlechterung der Qualität führen =
Wien (OTS/SK) - Enttäuscht zeigen sich die SPÖ-EU-Abgeordneten Jörg
Leichtfried, Evelyn Regner und Karin Kadenbach über die heutige
Abstimmung zur Neuordnung der Bodenverkehrsdienste auf Flughäfen. "Es
wird nun zu einer weiteren Liberalisierung der
Bodenabfertigungsdienste kommen. Eine Mehrheit, die sich aus
Europäischer Volkspartei, Liberalen und den Europäischen
Konservativen und Reformisten zusammensetzt, hat den
Kommissionsvorschlag im Plenum durchgewunken. Es sind nun
Qualitätseinbußen für die Flugpassagiere zu befürchten", betont der
Delegationsleiter Jörg Leichtfried, der Mitglied im Verkehrsausschuss
des Parlaments ist. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den
Flughafen London Heathrow, dort gebe es eine Vielzahl von Anbietern
und es herrschen teilweise chaotische Zustände. ****
Evelyn Regner merkt an, dass in diesem Fall mehr Wettbewerb bedeutet,
dass er auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. "Zu Recht
sind die Gewerkschaften gegen den Kommissionsvorschlag vehement
aufgetreten. Mehr Wettbewerb bedeutet Lohneinbußen und einen noch
größeren Arbeitsdruck. Letztendlich werden sich jene Anbieter
durchsetzen, die das Service möglichst billig zur Verfügung stellen.
Und dies ist nur möglich, wenn am Personal gespart wird", sagt
Regner.
"Geht es nach dem Kommissionsvorschlag, dann sind nicht einmal
Mindestanforderungen im Bereich der Gesundheitsvorsorge
vorgeschrieben. Dabei handelt es bei den Bodenverkehrsdiensten um
Arbeitsplätze, die mit schwerer körperlicher Anstrengung verbunden
sind. Von den Handlingsbetreibern ist nicht zu erwarten, dass sie von
selbst in Gesundheitsmaßnahmen investieren, da sie sonst dem
Kostendruck nicht standhalten können", erläutert Kadenbach. "Alles in
allem ist die heutige Abstimmung zum Nachteil der Mitarbeiter und
auch der Passagiere. Das Parlament hätte die Gelegenheit gehabt, im
Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Verbesserungen
vorzunehmen. Diese Chance wurde leider leichtfertig vergeben", sagten
Leichtfried, Regner und Kadenbach. (Schluss) bj/mp
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