• 04.04.2013, 09:00:43
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  • OTS0017 OTW0017

EU-Emissionshandel: Überschuss an Emissionszertifikaten in der Kyoto-Periode

Wien (OTS/WIFO) - Gemäß den am 2. April 2013 veröffentlichten
Ergebnissen zum EU-Emissionshandel (EU ETS) war der
Zertifikatsüberschuss 2012 für die EU insgesamt und für Österreich
(jeweils ohne Luftfahrt) höher als im Vorjahr. 2012 wurden EU-weit
Zertifikate im Ausmaß von rund 1.917 Mio. t CO2, den österreichischen
Unternehmen von 33 Mio. t zugeteilt; dem stehen CO2-Emissionen von
etwa 1.748 Mio. t bzw. 28 Mio. t gegenüber. Die Zertifikatzuteilung
überstieg die Emissionen in der gesamten Kyoto-Periode 2008 bis 2012
EU-weit um 266 Mio. t. In Österreich beträgt der kumulierte
Allokationsüberschuss in der Kyoto-Periode 10 Mio. Zertifikate.

Mit rund 5 Mio. t (15% der zugeteilten Menge) war der
Zertifikatsüberschuss in Österreich deutlich höher als im Vorjahr.
Das war vor allem auf den Rückgang der Emissionen im Elektrizitäts-
und Wärmesektor sowie auf eine Erhöhung der Allokation im
Elektrizitätssektor zurückzuführen.

Für die Kyoto-Verpflichtungsperiode 2008 bis 2012 ergibt sich
damit folgendes Bild (Übersicht 1): Nur im Jahr 2008 überstiegen die
Emissionen in Österreich die Allokation. Mit dem starken
Produktionsrückgang in der Sachgütererzeugung im Zuge der
Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 nahmen auch
die Emissionen in den Emissionshandelssektoren ab; in allen Sektoren
mit Ausnahme der Raffinerien und der Nahrungsmittelindustrie ergab
sich daher im Jahr 2009 ein Überschuss an Emissionszertifikaten. Auch
in den Folgejahren lag die Zuteilung an Emissionszertifikaten über
den Emissionen, wenngleich vor allem der Überschuss der
güterproduzierenden Unternehmen merklich zurückging. Für 2012, das
letzte Jahr der Kyoto-Periode, errechnet sich neuerlich ein hoher
Allokationsüberschuss, der sogar jenen des Jahres 2009 übersteigt.
Etwa 80% des Zertifikateüberschusses resultieren dabei aus dem
Elektrizitätssektor. Dies spiegelt einerseits eine Verschiebung der
Elektrizitätserzeugung von kalorischen zu Wasserkraftwerken und zur
Nutzung alternativer Energieträger wider. Andererseits wurde die
Allokation an den Elektrizitätssektor 2011 und 2012 aufgrund der
Kapazitätsausweitung angehoben.

Über die gesamte Kyoto-Periode 2008 bis 2012 beträgt der
kumulierte Zertifikatsüberschuss für Österreich 10 Mio. t CO2.

EU-weit zeigen die ersten Analysen der bislang vorliegenden
Emissionsmeldungen für die Kyoto-Periode 2008 bis 2012 (ohne
Luftfahrt) einen durchschnittlichen jährlichen Überschuss von 3% der
Allokation. Kumuliert über die Fünfjahresperiode entspricht dies 266
Mio. Emissionszertifikaten. Die Zertifikate behalten auch in der
Post-Kyoto-Periode 2013 bis 2020 ihre Gültigkeit. Ohne entsprechende
Reformen des EU-Emissionshandels ist daher auch in dieser Periode mit
keiner Knappheit an Emissionszertifikaten zu rechnen.

Übersicht 1: Entwicklung der Allokation und der Emissionen
österreichischer Unternehmen im EU ETS - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)

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