• 31.03.2013, 10:00:31
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GLOBAL 2000: Ungarisches Atomkraftwerk Paks darf nicht ausgebaut werden

Vorbericht zu Umweltverträglichkeitsprüfung weist katastrophale Mängel auf

Utl.:
Vorbericht zu Umweltverträglichkeitsprüfung weist
katastrophale Mängel auf =

Wien (OTS) - In Paks in Ungarn steht seit über 30 Jahren ein
Atomkraftwerk, das nun ausgebaut werden sollen. Derzeit beginnt das
Scopingverfahren, ein Vorstufe zur Umweltverträglichkeitsprüfung.
Patricia Lorenz, Atomexpertin bei GLOBAL 2000, betont: "Diese Art von
Umweltverträglichkeitsprüfung ist eine Farce, denn damit können die
Folgen eines schweren Unfalls auf Österreich nicht bestimmt werden."

Die bestehenden vier Blöcke sowjetischer Bauart wurden immer wieder
heftig kritisiert, auch die Sicherheitskultur von Betreiber und
Nuklearaufsicht ist sehr niedrig. Ein schwerer Zwischenfall mit
geschmolzenen Brennstäben wurde zunächst vertuscht, die zugehörigen
Dokumente jahrelang verheimlicht.

Zu den vier in Betrieb befindlichen Reaktoren sollen bis 2030 zwei
neue dazukommen. Patricia Lorenz kritisiert die vorliegenden
UVP-Dokumente: "Es gibt keine Angaben zum Reaktortyp, nicht einmal
die angestrebte Leistung wird bekanntgegeben, nur die Bandbreite
1000-1600 MW. Es wird einer von fünf am Markt erhältlichen Reaktoren
der Generation III sein." Die Erfahrungen mit den in Frage kommenden
Reaktortypen versprechen keine erhöhte Sicherheit: "Der EPR
beispielsweise ist bereits bekannt für notorische Bauverzögerungen
durch Designprobleme, der Westinghouse - Reaktor setzt auf "passive"
Sicherheit, ist ebenfalls nirgends in Betrieb. Auch der russische
Reaktor MIR 1200 wird erwogen. Dieser ist in Russland selbst gerade
in Bau (KKW Leningrad), und die Sicherheitshülle stürzte bereits
während der Bauarbeiten im Juli 2011 ein", erklärt Lorenz.

Der Scopingbericht ist Werbematerial für die neuen Reaktoren:
"Nirgendwo wird die ökonomische Sinnhaftigkeit der neuen Reaktoren
mit Zahlen untermauert, es gibt keine wirtschaftlich argumentierten
Alternativszenarien, die die Kosten der neuen Kernkraftwerke
beispielsweise mit einem Energiemix - Szenario vergleichen würden.
Die Frage des Atommülls wird ebenfalls nicht behandelt, dabei wäre es
unbedingt notwendig, dies im UVP-Bericht zu skizzieren", sagt Lorenz.

GLOBAL 2000 appelliert daher an die österreichische Bundesregierung,
bei der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung die
Interessen der ÖsterreicherInnen vehement zu vertreten: "Paks darf
nicht nur nicht erweitert werden, die bereits bestehenden und über 30
Jahre alten Reaktoren müssen umgehend abgeschaltet werden."

GLOBAL 2000 wird eine Musterstellungnahme zur
Umweltverträglichkeitsprüfung zur Verfügung stellen.

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