- 27.03.2013, 13:22:19
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GLOBAL 2000: Neues EU-Klima-Paket "gefährlich unambitioniert"
Neues "Green Paper" der EU-Kommission eröffnet Diskussion um Klimapolitik bis 2030
Utl.: Neues "Green Paper" der EU-Kommission eröffnet Diskussion um
Klimapolitik bis 2030 =
Wien/Brüssel (OTS) - Heute wurde das "Green-Paper" der EU-Kommission
vorgestellt, das die Diskussion um die EU-Klima- und Energiepolitik
bis 2030 eröffnet. Staats- und Regierungschefs sollen sich bis 2014
auf gemeinsame Ziele und Maßnahmen einigen. Die österreichische
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht das als Chance und
wichtigen Meilenstein für eine konsequente Verstärkung der
EU-Aktivitäten. Derzeit ist der Entwurf aber noch gefährlich
unambitioniert und muss dringend nachgebessert werden. "Im Papier der
Europäischen Kommission sind zwar Reduktionsziele für Treibhausgase
vorgesehen, allerdings wird in Frage gestellt, ob es überhaupt Ziele
für den Ausbau erneuerbarer Energie und die Senkung des
Energieverbrauchs geben soll - dabei sind das die Schlüsselbereiche
für eine nachhaltige Klima- und Energiepolitik", erläutert Johannes
Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Eine ECOFYS-Studie im Auftrag von "Friends of the Earth" und GLOBAL
2000 zeigt, dass bis 2030 etwa 250 Mrd. Euro an Einsparungen möglich
wären, wenn ambitionierte Energieeffizienzziele umgesetzt werden.
"Diese Chance für mehr Klimaschutz darf nicht ungenützt bleiben",
appelliert Wahlmüller. Kritik übt GLOBAL 2000 auch an den schwachen
Treibhausgasreduktionszielen. Im Papier wird vorgeschlagen, Ziele im
Bereich von 40 Prozent Reduktion gegenüber 1990 anzuvisieren.
Wahlmüller: "Das ist völlig unzureichend, diese Reduktion sollte
Europa nicht bis 2030, sondern bis 2020 erreichen. Europa darf den
Start der Diskussion der 2030-Klimaschutzziele nicht dazu benützen,
um von den bisher vertanen Chancen abzulenken. Die Ziele, die man
sich bis 2020 gesteckt hat, sind heute praktisch schon erreicht."
GLOBAL 2000 ortet einen starken Einfluss der Atomlobby auf das
Papier, denn sie hat am meisten Angst vor verbindlichen Zielen
gegenüber dem Ausbau erneuerbarer Energien, so stellt die
EU-Kommission Ausbau-Ziele für erneuerbare Energien unter anderem
deshalb in Frage, weil sie "in Zukunft stärker mit anderen
Low-Carbon-Technologien konkurrieren werden" - mit anderen
Low-Carbon-Technologien ist natürlich vor allem die Atomenergie
gemeint.
Nachdem die EU-Kommission heute die wichtige Diskussion um die
langfristige Ausrichtung der EU in der Klima- und Energiepolitik
eröffnet hat, erwartet sich GLOBAL 2000 von der österreichischen
Politik eine klare Haltung: "Umweltminister Berlakovich und
Wirtschaftsminister Mitterlehner, die in Österreich für die Klima-
und Energieagenden verantwortlich sind, müssen sich klar für
verbindliche Ziele für Treibhausgasreduktionen, Ausbau erneuerbarer
Energie und Energieeffizienzmaßnahmen aussprechen - nur so kann ein
nachhaltiger Weg in Europas Energiezukunft gelingen", sagt Wahlmüller
abschließend.
ECOFYS-Studie unter www.global2000.at
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